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ProSiebenSat.1 kauft Pluto TV und erhöht Prognose: TV-Werbung wächst langsamer, Digital boomt

Der scheidende ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling legt seine letzte P1S1-Bilanz vor
Der scheidende ProSiebenSat.1-Vorstandschef Thomas Ebeling legt seine letzte P1S1-Bilanz vor

Die boomende Digitalsparte und ein solides Geschäft im TV-Kernmarkt treiben ProSiebenSat.1 weiter kräftig an. Der RTL-Konkurrent erhöhte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr - auch wenn das Werbegeschäft wegen der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen, für die ProSiebenSat.1 keine Übertragungsrechte hatte, nicht so gut lief wie erhofft. Im Digitalen hat P7S1 sich gerade am US-Online-Video-Anbieter Pluto TV beteiligt.

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Der Konzern beteiligt sich mit 14 Prozent an dem US-Unternehmen Pluto TV, das Online-TV anbietet. Mit dem Investment im hohen einstelligen Mio-Bereich wird ProSiebenSat.1 der größte strategische Investor bei dem in Los Angeles sitzenden Unternehmen. Pluto TV bietet eigenen Angaben zufolge mehr als 100 lineare Live-TV-Channels mit TV Shows, Filmen und Internet-Videos. Pluto TV hat Partnerschaften mit mehr als 100 Content-Anbietern, darunter Bloomberg Television, Reuters, CBS, Paramount und Time Inc..

“Unsere Beteiligungen entwickeln sich sehr gut”, sagte Konzernchef Thomas Ebeling am Donnerstag laut Mitteilung von einer Investorenveranstaltung in London. Explizit nannte er die Zukäufe der Reiseplattform Etraveli, den Youtube-Vermarkter CDS, die Online-Partnervermittlung Parship und das Verbraucherportal Verivox. Im laufenden Jahr soll der Erlös um mindestens 15 Prozent zulegen, Bislang hatte das im Dax notierte Unternehmen mit einem Plus von mindestens 10 Prozent gerechnet. An der Börse kam die Nachricht gut an – die in den vergangenen Monaten unter Druck stehende Aktie legte vorbörslich zu.

Geringeres Wachstum im heimischen TV-Markt

Dabei rechnet der Konzern im deutschen TV-Werbemarkt jetzt mit einem geringeren Wachstum als bisher. Hier wird jetzt branchenweit ein Plus von etwas mehr als zwei Prozent erwartet. Bisher hatte ProSiebenSat.1 mit einem Anstieg von zwei bis drei Prozent gerechnet. Die Münchener gehen zudem davon aus, dass sie in diesem Jahr nicht so stark wie der Markt zulegen können. Da der Konzern in den vergangenen Jahren das Geschäft mit Digitalangeboten wie Reiseportalen und Onlineshopping außerhalb des klassischen Fernsehgeschäfts stark ausgebaut hat, ist der positive Umsatz- und Ergebnisausblick für 2016 aber nicht beeinträchtigt.

Laut der erhöhten Wachstumsprognose dürfte der Umsatz im laufenden Jahr auf rund 3,8 Milliarden Euro steigen. Dank der Zukäufe im Digitalbereich geht Ebeling bis 2018 von weiteren kräftigen Zuwächsen aus. Er kalkuliert jetzt mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro und damit 300 Millionen Euro mehr als bisher. Das neue Ziel liegt leicht über der aktuellen durchschnittlichen Prognose der von Bloomberg befragten Experten, die bislang mit rund 4,4 Milliarden Euro gerechnet hatten. Dabei soll mehr als die Hälfte aus den Bereichen außerhalb des klassischen TV-Werbegeschäfts kommen.

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Prognose leicht erhöht

Auch das operative Ergebnis soll mittelfristig höher ausfallen. So sollen 2018 vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) und vor Sonderposten 1,15 Milliarden Euro verdient werden. Diese Prognose wurde damit leicht erhöht. Die meisten Analysten hatten allerdings ohnehin einen operativen Gewinn in dieser Größenordnung auf dem Zettel. 2015 hatte dieser Wert bei 925,5 Millionen Euro gelegen.

Im gerade abgelaufenen dritten Quartal legte der Umsatz um rund 15 Prozent und das operative Ergebnis um mehr als zehn Prozent zu. Für das vierte Quartal rechnet ProSiebenSat.1 mit weiterem Wachstum bei Umsatz und Ergebnis. Der Konzern bestätigte zudem seine Ziele für die Dividendenpolitik und den Verschuldungsgrad.

(dpa/red)

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