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News-App xMinutes startet u.a. mit Tagesschau und SpOn: das richtige Format zur richtigen Zeit

Der Kopf hinter der neuen News-App xMinutes: Marco Maas
Der Kopf hinter der neuen News-App xMinutes: Marco Maas

Die richtigen Inhalte zur passenden Situation – diesen Service will zukünftig die neue Smartphone-News-App xMinutes schaffen. Die lernende Software soll Nutzerinteressen erkennen und nicht nur dementsprechend Themen auswerfen, sondern auch noch in der gerade nützlichen Darstellungsform. Hinter dem Projekt steckt ein Berliner Startup, das sich derzeit aus der Digital News Initiative von Google finanziert – und zum Start in die Beta-Phase schon namhafte Medienpartner nennen kann.

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von Marlene Borchardt

Mit xMinutes soll der Nachrichtenkonsum in quasi jeder Lebenslage möglich sein – steht der Nutzer unter der Dusche, bietet die App ein Audio-Interview zum Hören an, während einer Bahnfahrt ein Lesestück, in der Mittagspause einen schnellen Nachrichtenüberblick. Die Idee klingt vielversprechend. Wie es sich in der praktischen Umsetzung verhält, wird sich ab Dezember zeigen. Da soll die App mit rund 1.000 Nutzern in die Beta-Phase starten. Von Seiten der Medienschaffenden scheint das Interesse groß. 21 Partner listet xMinutes zum Start, darunter viele regionale Medien, einige Special-Interest-Seiten aber auch große Marken wie die Tagesschau, Spiegel Online oder die dpa.

Die Zusammenarbeit funktioniert als Tauschgeschäft: Die Partner stellen ihre journalistischen Inhalte zur Verfügung, dafür dürfen sie bei der Konzeption von xMinutes mitmischen. „Wir wollen kein Friss- oder Stirb-Prinzip“, erklärt Marco Maas, Geschäftsführer des hinter xMinutes stehenden Start-ups Datenfreunde.

Im Kern von xMinutes steht ein Algorithmus, der zunächst das Nutzerverhalten und die Vorlieben des Users analysiert. Dabei soll die App auch darauf achten, ob der User gerade die Muße zum Lesen hat oder zum Beispiel ein Audio-Stück nützlicher wäre, weil er auf dem Fahrrad sitzt. Anschließend liefert die App passgenaue Nachrichten aus. Neben dem Vorteil, nicht mehr durch soziale Netzwerke und Nachrichtenseiten navigieren zu müssen, soll xMinutes auch als journalistische Datenbank dienen.

Maas treibt damit eine Entwicklung voran, die durch Kurations-Plattformen wie Blendle in Gang gesetzt worden ist. Finanziert wird die App für die ersten zwei Jahre von der Digital News Initiative, einem Zusammenschluss von Medienhäusern und  dem Tech-Konzern Google, die innovative Medien-Projekte fördern.

Maas selbst war massiv genervt von Facebook als Nachrichten-Plattform. Facebook habe sein Bedürfnis nach anderen Meinungen nicht verstanden. „Denn auch Nachrichten, mit denen ich nicht konform bin, möchte ich lesen. Da habe ich gemerkt: Facebook kann nicht der richtige Ort für Nachrichten sein. Da müssen wir ran.“

Die Medienpartner sehen in xMinutes die Chance dem Leseverhalten ihrer Nutzer auf die Schliche zu kommen. Welche Inhalte wollen die Konsumenten – und wann? „Wenn man ehrlich ist, tappen wir hier viel zu oft noch im Dunkeln oder schießen haarscharf am Ziel vorbei“, fasst Michael Krechting, von den NOZ Medien zusammen.

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Natürlich geht es auch um die Monetarisierung, die dem Journalismus zu schaffen macht: „Je höher die Relevanz, desto größer die Bereitschaft der Nutzer auch in Zukunft angemessen für Inhalte zu bezahlen“, so Meinolf Ellers, Chief Digital Officer der dpa.

Medien von Angeboten Dritter zu überzeugen, scheint aber noch immer nicht so einfach. „Der Chef einer großen, deutschen Wochenzeitung sagte mal: ‚Uns wird es nie im Abo mit anderen geben‘“, erzählt Maas. Die Sorgen erscheinen nicht unbegründet: Das Prinzip von xMinutes zerlegt die Medien, wie man sie kennt, in kleine Teile. Marken verwässern, das angebotene Paket aus Artikelauswahl und Werbung verblasst.

Im Dezember geht die App mit 1.000 Testnutzern für etwa zwei Jahre in die Betaphase. „Wir werden dann viel ausprobieren. Das heißt: Die Nutzer müssen erstmal damit klarkommen, dass die App sich immer wieder wandelt. An einem Tag ist sie grün, am nächsten blau“, so Maas. Mit diesen Erfahrungen soll die App dann optimiert werden.

Die Nutzer müssen auch damit rechnen, das xMinutes sie im Alltag penibel tracken wird. So wird etwa gemessen, in welchem W-Lan man eingeloggt ist, wo man sich befindet und wie schnell man liest.

Privatsphäre adé? „Klar, wir messen eine Menge Daten. Wir sind aber gleichzeitig sehr transparent. Wir speichern das Datenprofil nur ab, um die entsprechenden Inhalte zur richtigen Zeit ausspucken zu können. Der User bekommt dafür den Benefit von passgenauen Nachrichten“, sagt Maas.

Noch 18 Monate hat die App Zeit, sich zu etablieren und auch zu monetarisieren. Dann läuft die Google-Förderung aus. Für die Zeit danach kann sich Maas ein Accountsystem nach dem Spotify-Prinzip vorstellen. Bedeutet: Man zahlt einen monatlichen Beitrag für eine Flat. „Wir finden das total sexy“, sagt Maas.  Und fügt hinzu: „Trotzdem müssen wir erst mal sehen: Können wir mit der App einen so großen Mehrwert für die User schaffen, dass er bereit ist zu zahlen?“

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Alle Kommentare

  1. Warum muss ich denn jetzt auch noch beim Duschen und Fahrrad fahren Nachrichten geliefert bekommen?

    Wenn der Mann so genervt ist von Facebook, warum schaltet er das Programm nicht einfach ab?

    Wer sich umfassend informieren will, vertraut eben nicht nur auf eine einzige Internetseite, sondern sieht sich um. Das kostet Zeit und Energie und Grütze in der Birne. Liebe digital NAIVes: So ist das Leben. Alles andere ist Werbung.

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