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Furtwängler vor Milberg und Tukur: Bild ermittelt die „geheimen“ Gagen der „Tatort“-Kommissare

“Tatort”-Stars wie Maria Furtwängler und Axel Prahl und Jan Josef Liefers sollen  nach dem Willen der ARD “überwiegend klassische Ermittlerkrimis” liefern
"Tatort"-Stars wie Maria Furtwängler und Axel Prahl und Jan Josef Liefers sollen nach dem Willen der ARD "überwiegend klassische Ermittlerkrimis" liefern

Jeder Krimi-Fan kennt den Satz: „Follow the Money“. Genau das macht nun die Bild. Sie folgt der Spur des Geldes und ermittelt die Gagen der „Tatort“-Kommissare. Aktueller Top-Verdienerin ist Maria Furtwängler. Die Gattin von Hubert Burda soll 220.000 pro Fall und Einsatz kassieren. Allerdings könnten schon bald ihre Kollegen aus Münster in eine ähnliche Besoldungsstufe aufsteigen. Jan-Josef Liefers und Axel Prahl befinden sich offenbar in Vertragsverhandlungen mit dem WDR.

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Ein Bericht über die Verlängerungen des Star-Duos Boerne/Thiel ist auch der Aufhänger der Bild-Recherchen. Die Rheinische Post hatte am gestrigen Donnerstag berichtet, dass die Quoten-Giganten (13,31 Millionen am vergangenen Sonntag) künftig 250.000 Euro pro Ermittlungseinsatz verlangen würden.

Dem widerspricht die Bild. Nach Recherchen der Springer-Zeitung sollen sich die Forderungen von Liefers und Prahl unter der Marke von 200.000 Euro bewegen.

Selbst mit einer Gage von unter 200.000 Euro würden sich Münsteraner an die zweite Position in einem imaginären Gehaltsranking schieben. Laut Bild und „Branchenschätzungen“ folgen hinter Furtwängler Axel Milberg (Kiel) mit 115.000 Euro, Ulrich Tukur (LKA Hessen) mit 120.000 Euro, Wotan Wilke Möhring (Norddeutschland) mit 90.000 Euro und Ulrike Folkerts (Ludwigshafen) mit 85.000 Euro.

Auf den weitern Plätzen liegen dann noch Miro Nemec (München) mit 75.000 Euro, Adele Neuhauser (Wien) mit 70.000 Euro und Devid Striesow (Saarbrücken) mit 65.000 Euro. Die Bodenseekommissarin Eva Mattes, die allerdings bald aufhört, soll laut Bild 60.000 Euro bekommen und ihr Schweizer Kollege Stefan Gubser ebenfalls 60.000 Euro. Keine Angabe macht die das Boulevard-Blatt zum Gehalt von Til Schweiger.

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Tatsächlich sind die Verhandlungen in Fall Thiel/Boerne nicht ganz so einfach. Denn es gibt eine Deckelung, wie teuer eine „Tatort“-Folge sein darf (1,6 Mio. Euro). Bei den Filmen aus Münster kommt erschwerend hinzu, dass Liefers und Prahl zwar die Aushängeschilder der Produktion sind, der Kultfaktor der Krimis aber vor allem eine Ensemble-Leistung ist. Ob nun die Boerne-Assistentin Alberich, der taxifahrende Prahl-Vater oder die kettenrauchende Staatsanwältin. Sie alle machen die Fälle aus Münster zu Quoten-Rennern. Bislang verzichteten Prahl und Liefers zu Gunsten ihrer Kollegen auf Maximal-Forderungen bei ihren Gehältern.

Beim Blick auf die Einschaltquoten zeigt sich jedoch auch, dass es nicht unbedingt einen Zusammenhang zwischen der Höhe der ausgehandelten Gage und dem Publikumserfolg der einzelnen TV-Kommissare gibt. Zum Vergleich das letzte “Tatort”-Ermittler-Ranking von MEEDIA aus dem Januar 2016.

 

Das Quoten-Ranking der “Tatort”-Ermittler
Platz Mai 15 Ermittler Stadt/Sender Zuschauer in Mio.*
1 1 Thiel / Boerne Münster / WDR 13,20
2 2 Voss / Ringelhahn Nürnberg / BR 12,21
3 4 Lindholm Hannover / NDR 10,41
4 14 Batic / Leitmayr München / BR 10,02
5 3 Rubin / Karow Berlin / RBB 9,99
6 6 Ballauf / Schenk Köln / WDR 9,97
7 18 Saalfeld / Keppler Leipzig / MDR 9,96
8 9 Stark Berlin / RBB 9,94
9 10 Lürsen / Stedefreund Bremen / RB 9,78
10 11 Odenthal / Kopper Ludwigsh. / SWR 9,70
11 8 Borowski / Brandt Kiel / NDR 9,67
12 13 Blum / Perlmann Konstanz / SWR 9,58
13 17 Steier Frankfurt / HR 9,41
14 7 Janneke / Brix Frankfurt / HR 9,31
15 21 Faber / Bönisch / Dalay / Kossik Dortmund / WDR 9,26
16 20 Lannert / Bootz Stuttgart / SWR 8,95
17 22 Dorn / Lessing Weimar / MDR 8,92
18 19 Eisner / Fellner Wien / ORF 8,88
19 5 Tschiller / Gümer Hamburg / NDR 8,70
20 12 Falke / Grosz Hamburg / NDR 8,64
21 15 Funck / Schaffert / Grewel Erfurt / MDR 8,52
22 16 Murot Wiesbaden / HR 8,23
23 23 Stellbrink / Marx Saarbrücken / SR 8,01
24 24 Flückiger / Ritschard Luzern /SF 7,17
*Durchschnittszahlen: 6. Januar 2014 bis 5. Januar 2016
Rohdaten-Quelle: ARD / Berechnungen & Tabelle: MEEDIA

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Alle Kommentare

  1. Dann dürften die ja ein kleines Sümmchen beiseite gelegt haben und schwupps- ab geht es in den Ruhestand. Dazu kommen ja noch Summen aus deren CD/DVD und Konzerte, die ohne den Multiplikator TATORT wohl kaum Besucher hätten.

  2. Darf man hier auch mal etwas Böses schreiben?
    Erst einmal: Man darf einem Schauspieler nicht vorwerfen, dass er seinen Beruf ausübt und dafür angemessen bezahlt werden möchte. Wir leben im Kapitalismus und leider geht es nach dem Motto: Nimm mit, was Du kriegen kannst. Bedenkt man, wieviel Schmarotzer ein Schauspieler durchschleppen muß ( Coach, Agent, Paparazzi, gekaufte Socialites für virale Werbung, Redakteure usw.). Insofern finde ich die ganze Debatte abwegig. Allerdings …. Gerade im Tatort wird bis zum Erbrechen pathologisch gutmenschliche Propaganda zelebriert, was micht veranlaßt, so etwas nicht mehr zu gucken. Hinzu kommen viele unattraktive Menschen und ein sprachliches Niveau, welches auf jeder Hüttenalm verständlicher ist. Die Dialoge sind austauschbar und man kann sie wegen der Wiederholungen und Blocktexte mittlerweile mitsprechen. Man kommt sich vor wie in einem Frühwerk von Faßbender oder der Gagabewegung. Mit einem Wort: Laaaaangweilig! Obendrein werden uns Rollen- und Gesellschaftsbilder aus Adornoseminaren der späten Sechziger angedient. Quatschkram, den die Zeit überholt hat. Ergo auch nicht cool, sondern: Laaaangweilig! Was mir aber im ÖR und auch bei RTLP7S1 ganz doll auffällt ( jetzt kommt das Böse) ist die Tatsache, dass dort jede Hackfresse auch eine Propagandapauschale bekommt, so wie im III. Reich George & Co. Und das ist ja wohl das Allerletzte, finden Sie nicht auch? Sollen die ÖR-Sender doch ohne Zwangsgeld wirtschaften und Kernaufgaben erfüllen. Tatorte würden dann sicher keine mehr gedreht, und zwar aus dem einen einzigen und wahren Grund, dass sie letztlich niemand braucht und sich kein Zuschauer wirklich gut unterhalten fühlt. Menschen durch schlechtes Programm die Zeit zu steheln müßte eine Straftat werden und dadurch die Diskussion befeuern, ob die Todesstrafe wirklich dauerhaft abgeschafft worden ist.

    1. Fast alles schlüssig dargelegt, Amazonia Nutflixx.

      13,2 Mio. Münster-Fans belegen eindrucksvoll, dass sich „kein Zuschauer wirklich gut unterhalten fühlt”. Und dass Sie deshalb nach der Todesstrafe rufen, versteht jeder. Allein schon wegen der „unattraktiven Menschen” in diesen ÖR-Machwerken jenseits aller „Kernkompetenz”. Und wegen der „Gagabewegung” — oder meinten Sie die Dada-Bewegung?

      Egal, in einem Punkt bin ich jedenfalls ratlos, vermutlich auch zu jung: Was waren das nochmal für Rollenbilder, und von welchen Adorno-Seminaren sprechen Sie? Das lässt sich sicher kurz skizzieren, oder?

      1. Wollten Sie sich nicht Ihrer Kommentare enthalten, um intellektuell zu wachsen? Hatten Sie jedenfalls hier angekündigt! Typisch für junge Menschen. Alles wird zugesagt, nichts wird erfüllt, wir Älteren zahlen dafür das Bafoeg und Hartz4. Und worüber Sie mal ganz verstärkt nachdenken sollten: 13,2 Mio. Zuschauer – Sie kennen jeden einzelnen persönlich und wären bereit, dies gerichtlich durch Meineid zu belegen? Oder beruhen diese Zahlen nur auf mehr oder weniger kuriosen Panels einer Nichtsnutzindustrie? Tja, nun dröhnt wohl wieder mal das Masserauschen des juvenilen Quasars durch die neuronale Ödnis, habe ich recht? Es ist wohl leider so: Das 21. Jhdt. hat seine Schattenseiten. Sie, zum Bleistift …

  3. Tut mir leid, dass ich Sie mit der Adorno-Frage auf dem falschen Fuß erwischt habe. Dass Sie da in ein Thema wie Quotenmessung flüchten und sich schlussendlich auch noch leicht im Ton vergreifen — ich find’s irgendwie verständlich.

    1. was ist denn das hier für eine “sinnvolle” Diskussion? Genauso überflüssig wie sich über “Tatortgeschmach” zu streiten!

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