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Nach Aus für 100 T-Online-Redakteure in Darmstadt: Ströer will in Berlin nur 60 Journalisten einstellen

Ströer-Chef Udo Müller kann nach der Hedgefonds-Attacke mit guten Zahlen punkten

Der Ströer-Vorstand richtet das Unternehmen neu aus. Der Kölner Außenwerber will in Berlin eine neue zentrale Nachrichtenredaktion aufbauen und macht dafür die T-Online-Redaktion in Darmstadt dicht. Davon betroffen sind 100 Journalisten. Doch sie können nicht alle an die Spree wechseln, selbst wenn sie wollten. Denn Ströer plant, in der Bundeshauptstadt nur Plätze für zusätzlich 60 Journalisten zu schaffen.

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Von giga.de, kino.de, gemona.de, spieletipps.de, Spielaffe und erdbeerlouge.de – jeden Tag erstellen am Standort Berlin rund 170 Journalisten Special-Interest-Inhalte für die Ströer-Gruppe. Nun plant der Außenwerber, an der Spree einen neuen zentralen Newsroom auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern zu schaffen. Denn von hier aus sollen künftig auch Themen wie Politik, Wirtschaft und Sport für das Webportal t-online.de erstellt werden. Damit wollen die Kölner ihre Vision vom „Publishing 3.0“ verwirklichen. Dass heißt, die neue Zentralredaktion soll multimediale Inhalte für alle Endgeräte wie Tablets oder Smartphones auf allen Kanälen – von Apps bis Social Media – erstellen.

Von der neuen strategischen Ausrichtung ist die gesamte T-online-Redaktion in Darmstadt betroffen. Sie soll geschlossen werden. Rund 100 Journalisten verlieren hierdurch ihre Jobs. Doch nicht alle t-online-Redakteure haben überhaupt eine Chance, für Ströer in die Hauptstadt zu wechseln. Denn der Außenwerber will in der Bundeshauptstadt angeblich nur Plätze für zusätzlich 60 Journalisten schaffen, erfuhr MEEDIA aus Redaktionskreisen. Damit würde der Kölner Werbespezialist in Berlin allerdings insgesamt rund 230 Journalisten beschäftigen und somit hier über eine der größten Redaktionen verfügen.

Für die T-online-Redakteure in Darmstadt ist die Situation bitter. Denn es fraglich, ob sie in Berlin überhaupt eine neue Stelle in der Zentralredaktion erhalten. Der Grund: die T-online-Redakteure müssen sich hier auf einen Arbeitsplatz neu bewerben. Ihre Bewerbung würde wohlwollend, aber nicht bevorzugt berücksichtigt, heißt es aus Unternehmenskreisen bei Stroer. T-online-Journalisten, die in Darmstadt ihre Familie haben, dürfte ein Umzug nach Berlin ohnehin schwer fallen. Darauf setzt wohl die Kölner Führungsspitze um Vorstandschef Udo Müller. Ein Firmensprecher des Außenwerbers hält sich hierzu auf MEEDIA-Anfrage bedeckt. Er will sich nicht zu den Marktspekulationen äußern.

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