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“Ziel ist immer, aus dem Blätterwald herauszustechen”: Jean Remy von Matt über seinen Cover-Job bei Bilanz

Jean Remy von Matt (li.), Bilanz-Chefredakteur Klaus Boldt, Cover-Produktion: “Treffen uns zum Briefing, danach tauschen wir uns per Mail aus”
Jean Remy von Matt (li.), Bilanz-Chefredakteur Klaus Boldt, Cover-Produktion: "Treffen uns zum Briefing, danach tauschen wir uns per Mail aus"

Um diesen Art Director werden ihn viele Blattmacher beneiden: Mit der Verpflichtung von Werbe-Ikone Jean Remy von Matt als Titelgestalter hat Klaus Boldt, Chefredakteur bei Axel Springers Wirtschaftsmagazin Bilanz, einen Scoop gelandet. Im Interview für die hauseigene Inside.App sprechen beide über die Idee und mögliche Konflikte. Für Boldt sind die sogar gewollt: "Zu viel Harmonie macht müde."

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Als “neuer Bilanz-Coverboy” wird der 63-Jährige Co-Gründer der Agentur Jung von Matt den Verlagsinsidern vorgestellt. Für viele Angestellte wie für die Leser war es eine Überraschung, als kürzlich die traditionelle Reichsten-Ausgabe des Magazins mit rosa Titel und einer Strichmännchenzeichnung aufmachte. Schöpfer der neuen Optik: Werbeguru Jean-Remy von Matt, der damit seine erste Arbeit für die Beilage der Tageszeitung Die Welt ablieferte. Auf die Frage, ob sich unabhängiger Journalismus und werbliche Botschaft nicht widersprechen, hat von Matt eine pragmatische Antwort: “Das Titelblatt bildet die Schnittmenge. Hier muss der unabhängige Journalismus auf werbliche Absicht treffen, sonst kauft ihn keiner.”

Chefredakteur Boldt, vor seinem Engagement bei Springers blauer Gruppe langjähriger Autor des manager magazins, ist die Zusammenarbeit ein spannendes Experiment, bei dem es nicht primär darum geht, die Auflage zu steigern: “Das war, ehrlich gesagt, nicht mein wichtigster Beweggrund. Die Bilanz verkauft sich – als Beilage der Welt – ja fast 200.000 Mal im Monat. Worum es mir vor allem geht, ist, dass wir wach und mutig und unzufrieden bleiben. Alles, was wir verbessern können, wollen wir, wenn möglich, sofort verbessern. Die Titelseite ist das kleinste, aber meist das einzige Plakat, mit dem eine Zeitschrift für sich werben und auf sich aufmerksam machen kann.” Dass die Wahl des Cover-Veredlers auf von Matt gefallen sei, begründet Boldt so: “Ich war immer ein Fan seiner Arbeit und bin es noch. Er ist eine Klasse für sich und hat einen einzigartigen Stil. Was er macht, ist scharf und nachdrücklich und pointiert. Großartig, dass er für uns arbeitet.”

Der Werberm, der in seiner Karriere eigentlich alles erreicht hat, sagt: “Mich reizen neue Felder natürlich noch mehr als das, was ich seit über 40 Jahren mache.” Und über die ungewöhnliche Farbgebung seines rosa Covers: “Die Illustration ist ein bewusster Bruch. Bei der Farbe habe ich einfach alles Mögliche ausprobiert und fand diesen Farbverlauf am ungewöhnlichsten. Natürlich ist das Ziel immer, aus dem Blätterwald herauszustechen.” Zum praktischen Part merkt er an: “Ich mache alles selbst, einschließlich der Typografie, die bei mir grundsätzlich Handschrift ist. Wie lange ich brauche, hängt davon ab, wann mir etwas Passendes einfällt.”

Boldt will nicht ausschließen, dass es in der Zusammenarbeit auch zu mal zu Meinungsverschiedenheiten kommen wird: “Aber Konflikte und Konfrontationen sind ja grundsätzlich nichts Schlechtes. Zu viel Harmonie macht müde. Zwischen Werbung und Journalismus besteht durchaus ein Spannungsverhältnis, und das ist gut so. Beide Gewerbe kommen sehr gut miteinander aus – wenn sie einen Sicherheitsabstand einhalten.” Der Werber ergänzt: “Dadurch, dass Werbung durch Content-Formate immer öfter auch journalistische Aspekte hat, gibt es ja eine Annäherung zwischen den zwei Disziplinen. Und damit auch eine zunehmende Wettbewerbssituation zwischen Verlagen und Werbeagenturen.”

 

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Das komplette Interview ist hier nachzulesen.

 

 

 

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