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Auch „schlechtes Fernsehen“ muss man gut machen: Promi Big Brother im MEEDIA-Halbzeitcheck

Promi Big Brother-Moderatoren: Jochen Schropp und Désirée Nick
Promi Big Brother-Moderatoren: Jochen Schropp und Désirée Nick

Nicht jeder mag jedes TV-Format. Üblicherweise wachsen Reiz und die Gefahr möglicher Ablehnung, je näher Formate dem kommen, was Moral-Puristen Reality-TV oder gar Trash nennen. Je größer vermutete Ablehnung, desto konsequenter und liebevoller müssen Formate gebaut werden: Die bis zur gestrigen Folge hastige Gestaltung von Promi Big Brother zeigte auch: "PBB" war zunächst eine lahme, bindungslose Zumutung. Doch es gibt Hoffnung.

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Optimale Ausgangsvoraussetzungen

Grundsätzlich bilden Marktumfeld und Sendezeitpunkt eine optimale Ausgangsituation für Erfolg: TV-Zuschauer, innerlich in Resturlaubs-Stimmungen auf ihren Wegen zurück in die Alltage, sind psychologisch alleine deshalb prinzipiell erreichbarer für diese Form von Unterhaltung, weil sie von Arbeitsalltagen und Pflichten noch nicht ganz so aufgefressen sind wie vielleicht Wochen später. 22.15 h finge als Ausstrahlungszeit theoretisch aktuell selbst jene ein, die von Sonnenuntergängen an Baggerseen oder vom Essen beim Italiener nach ihrer Rückkehr zuhause den Fernseher einschalten mögen. Zudem ist Marktführer Dschungelcamp zeitlich weit genug entfernt, und auch sonst sieht der TV-Markt aktuell keinen Wettbewerber innerhalb PBB-naher Genres.

Den potentiellen Zuschauer-Reflex, gerade in Zeiten ernster Krisen, ungelöster Flüchtlingsfragen und großer, bleischwerer Themen die Glotze einzuschalten und sich anzuschauen, wie dürftig es eine Riege angeblicher Promis in Dreck und Luxus des Container-Alltags getroffen haben, konnte “PBB” bislang nicht zufriedenstellend nutzen. Eher mittelmäßige Quoten, ohne positive oder negative Peaks: Bis zum 06.09. dümpelte PBB die Zuschauer-Resonanz ebenso wie das Format selbst und dürfte die Erwartungen eher nicht getroffen haben. Warum?

Konzept und Strategie

Prinzipiell sieht das Konzept zentrale Elemente, die gruppendynamische Konflikte -und mit ihnen den zentralen Unterhaltungswert derartiger Formate- fördern: Man sperrt bedürftige Irgendwas-Promis in eine Labor-Situation, nimmt ihnen jene Routinen, die ihren Alltagen Stabilität verleihen und bietet ihnen die Option gut bezahlter, medialer Sichtbarkeit. Man fördert in der Gruppe Koalitionsbildung und Allianzen, teilt ihre Welten in Gut und Böse, in Nahrung, Hunger, Luxus und Armut, und man wartet auf Ergebnisse psychischer Sollbruchstellen: Je professioneller und bedachter die Teilnehmerauswahl, auch und gerade in den sozialen Wirkungen Einzelner auf andere Gruppenmitglieder, desto erfolgsversprechender das gruppendynamische Potential unter den Belastungen des Set Ups.

Natürlich muss man “PBB” als Challenger mit dem RTL-Benchmark Dschungelcamp vergleichen, weil “PBB” unter anderen Voraussetzungen exakt dieselbe Zielgruppe adressiert. Auch RTLs Dschungelcamp-Macher haben vermeidbare Fehler gemacht: Etwa den Kandidaten der lahmen, vorletzten Staffel alleine dadurch Absprachen untereinander zu ermöglichen, dass sie vor Staffelstart miteinander unkontrolliert Zeit im selben Hotel verbringen durften, war aus gruppendynamischer Sicht ein locker vermeidbarer Fehler.

Im Gegensatz zu SAT.1 scheint RTL in allen wesentlichen Aspekten der Dschungelcamp-Formatgestaltung durchgestochen professioneller und konsequenter. Eigene Fehler oder eine lahme Dynamik der Teilnehmer untereinander werden im Dschungel aufgenommen und zwischen den Moderatoren selbstironisch kommentiert. Selbst Mutterschiff RTL wird Ziel von Sarkasmus und Ironie: Von diesem Niveau ist SAT.1 aktuell noch meilenweit entfernt.

Bei allem Verständnis für Dauer-Druck und Tempo derartiger Mammut-Produktionen folgten die SAT.1-PBB-Macher innerhalb der ersten Sendungen, so schien es, eher einer Strategie hektischen Nichtstuns als der konsequenten Umsetzung eines tragfähigen Konzeptes, der präzisen Abstimmung seiner Elemente und der passenden Besetzung erforderlicher Rollen.

Jenen übrigens, die Reality-TV generell als schlechtes Fernsehen ablehnen, sei gesagt: Selbst schlechtes Fernsehen kann man gut machen.

Anfangs-Nervosität

Erst mit der Folge vom 07.09. wirkte das SAT.1-Container-Format fokussierter und ruhiger. Vorher schien vieles impulsgesteuert, gehetzt, manchmal sogar ein wenig wirr.

Wenn etwa Mario Basler in einer kurzen Sequenz am 04.09. im Gespräch erwähnte, gestern habe die Folge von PBB ja nicht die geplanten 60 Minuten, sondern 1.45 h gedauert, SAT.1 ihm dann den Ton abwürgte und hektisch auf eine andere Szene schnitt, mochten Zuschauer sich fragen:

Woher konnte Basler das wissen? Haben die Insassen der angeblich abgeschlossen Container-Welt Fernsehen, Tabs, Handys? Erzählen Produktions-Mitarbeiter im dauernden, regen Austausch mit den Bewohnern lustig von der Außenwelt? Wie abgeschlossen ist der Container, also der vom Sender propagierte Format-Kern als primäre „Existenzberechtigung“ von “PBB” wirklich?

Produktionstechnisch bildete diese online interessanterweise nicht mehr auffindbare Sequenz vielleicht einen kleinen, ärgerlichen Fehler unter der Überschrift „shit happens“. Geschuldet einem hochgetakteten Produktions- und Sendeprozess, dessen Protagonisten sich miteinander on the fly nach und nach finden müssen. Ein Beispiel einiger unverbundener Elemente und kleinerer Irritationen der ersten Folgen der aktuellen Staffel. 

Teilnehmerauswahl

Natürlich hat man ins Regal jener gegriffen, die entweder Kohle brauchen und / oder sich durch mediale Präsenz eine Aufwertung – wovon auch immer – versprechen: Fernsehnasen, männliche und weibliche Medienhuren, angestaubte, abgelegte Künstler oder It-Girls. Das ist okay, solange man Fehleinschätzungen prognostizierter Kandidaten-Wirkungen weitgehend vermeidet. Das scheint im Container 2016 allerdings nicht immer gelungen:

Schauspieler Ben Tewaag etwa , gerne als Uschi Glas-Sohn mit aggressiven Impulsen etikettiert, dürfte neben seiner familiären Historie primär deshalb verpflichtet worden sein, weil man auf ungesteuert-aggressive Impulse gehofft haben mochte. Natürlich alleine deshalb eine völlige Fehleinschätzung, weil Tewaag durch Knast-Aufenthalte auf eine längere Routine im Umgang mit physisch dichten Beziehungen innerhalb abgeschlossener Welten zurückgreifen kann. Knasterfahrene, auch jene mit Aggressions-Biographie, sind selten Garanten für Container-Konflikte: sie sind in der Regel exakt das Gegenteil. Ähnliches gilt in dieser Frage übrigens auch für den unterhaltsamen Ordnungs-Freak Prinz Markus. Eingesperrt zu sein, machen beide aus der Tasche. Nun werden sie auch noch dafür bezahlt.

Die Verpflichtung von „Erotikmodel“ Edona James hätte bereits nach einem zehnminütigen Vorgespräch zeigen müssen, wie extrem polarisierend einerseits und wie wenig sozial belastbar auf der anderen Seite die schwierige, seelisch brüchige Frau ist: Unter Druck im Kontext der Container-Beziehungen hätte eine sehr oberflächliche Einschätzung vor Vertragsunterschrift sicher enormes Konfliktpotential prognostiziert. So kam es ja auch.

Ein differenzierterer Blick allerdings hätte schon vor Akquise von Frau James zeigen können, dass es für Dynamik und Lebendigkeit innerhalb der gesamten Gruppe langweilig ist, wenn jeder beginnende Konflikt sich ausschließlich an eine Person bindet, die als Außenseiterin und Sündenbock der Gesamtgruppe jedes Konfliktpotential absaugt und an sich bindet.

Mit einer Natascha Ochsenknecht als Mitläuferin und „Füllmaterial“ hingegen konnte man wenig falsch und kaum etwas richtig machen: Die Erwartungen an sie dürften so übersichtlich gewesen sein, wie Ochsenknecht selbst: Eine Frau, deren öffentlicher Bekanntheitsgrad durch den Eindruck entstanden sein mochte, sie müsse nach Trennung von Ehemann Uwe wohl irgendwie ins Fernsehen gezogen sein, wohne auf Galas oder schlafe auf roten Teppichen, nachdem die Stars sie nicht mehr benötigten.

Nikotin-Model Mario Basler hingegen, schon zu Fußball-Lebzeiten kein hochempathischer, spiritueller Feingeist, ist allein durch seine prinzipielle Neigung zum Widerspruch eine solide Container-Besetzung. Und die Option, den Bewohnern bei etwaigen Regelverstößen die Kippen entziehen zu können, ist als konzeptuelles Element für etwaige Dauer-Langeweile ein echtes Pfund.

Mit „Verbotene Liebe“ – Schauspielerin Isa Jank besetzte man intelligent eine weibliche Figur, als habe man die 64-Jährige direkt von einer bürgerlich-englischen Teegesellschaft in den Container gebeamt. Das gestrige Gespräch, innerhalb dessen Ex-Lude Prinz Markus von Anhalt Jank Details der Geschäftsprozesse im Gewerbe horizontaler Erfrischungen näher brachte, war nicht nur erstklassig geschnitten: Es dürfte alleine wegen Mimik und Kommentaren von Jank bereits jetzt zu den Staffel-Highlights gehören. Gutes Kino. Sehr gutes Kino.

Dass Krankenschwester und Mörtel-Braut Cathy Lugner ihrem Mann wegen einer aufgebauschten Ehe-Krise im Container persönlich begegnen durfte, darf eher als Verzweiflung der “PBB”-Produzenten gewertet werden. Verzweiflung darüber, dass ohne externen Mörtel-Support der Staffel-Tag entsetzlich wenig Spannung bot. Ignoriert man die kurzatmige Option von Cathy als oberflächlicher Projektionsfläche für wachsendes Selbstbewusstsein von Frauen im Umgang mit senioren Ehemännern, bliebe substantiell für Zuschauer maximal der zwiespältige Reiz, körperlichen oder seelischen Verfall abzuwarten. Cathy gibt als Besetzung bislang deutlich weniger her, als es PBB abbilden will.

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IT-Girl Jessica Paszka, Dolly Dollar und Schauspieler Steffen Dürr sind sozialkompatibel. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte ist: Unterhalb der Ebene einiger Nacktbadeszenen von Paszka oder Streichholzbau-Szenen von Dürr bedeutet soziale Kompatibilität im Container Langeweile. Punkt. Unklar, ob sich im Sinne des Formates in Fragen konturierter Sichtbarkeit der Personen noch etwas bewegen lässt. Nett sind sie allemal. Nur nett, bislang.

Joachim Witt hingegen könnte sich zum Goldenen Reiter des Containers entwickeln. Der alte Mann mit den kräftigen Fingern und dem eleganten Hüftschwung springt plötzlich immer wieder dann wie Kai aus der Kiste, wenn Zuschauer sich noch die Frage stellen, ob Joachim noch atme und der schwarze Kombi bereits im Anflug sei. Auf und über Witt darf man sich freuen. Er repräsentiert Coolness und ist eine Top-Besetzung.

Bei der Auswahl des Edona James-Nachfolgers Robin Bade hat man in die Schublade scheinbar bedürftiger Moderatoren-Klone gegriffen. Das 9live-Blondchen wirkt wie eine kostengünstige Kopie der ohnehin schon kostengünstigen Bachelor-Kopie Paul Janke. Die ersten Tage im Container verbrachten Zuschauer möglicherweise mit der Frage, wann Bade kontakttechnisch auf seiner eigenen Schleimspur ausrutschen mochte. Die Netter-Mann-Strategie des pseudosozialen Softies kann und wird unter Belastung brechen. Mal sehen, ob dadurch Leben in den Klon gelangt.

Moderatoren-Rollen: Jochen Schropp

Wer Jochen Schropp kennt, weiß, wie ernsthaft, professionell und selbstkritisch er weit über die direkte Arbeit in Formaten seine Rollen gestaltet und reflektiert. Zuschauer können dies nicht wissen.

Sie sehen in einem Format wie “PBB” mit Jochen Schropp als Anker und Sendergesicht ein hohes Maß an Authentizität. Übrigens auch an Stellen, wo der Verlauf der aktuellen Sendung jene Unsicherheiten oder kleine Brüche zeigt, die man auch ihm ansieht. Schropp ist lustig an Stellen, wo Lustiges geschieht, unsicher an Stellen, wo Geplantes von situativer Dynamik plötzlich überholt wird. Er ist ein aufgeregt an aufregenden Stellen und routiniert an jenen Stellen, wo Verbindung zwischen Format-Elementen hergestellt werden muss. Jochen Schropp ist für SAT.1 und “PBB” eine Bank.

Désirée Nick: Viel Side, kein Kick

Als Cindy aus Marzahn ihren Rücktritt erklärte, muss SAT.1 mit Blick auf den Jochen Schropp-Sidekick gedacht haben: „Diese Katastrophe muss eine andere werden!“. Glückwunsch! Die Katastrophe ist eine andere geworden:

Cindy aus Marzahn, deren künstlerisches Spektrum im Kern mit der erbarmungslos-eindimensionalen, konsequenten Vermarktung eines lauten, voluminösen, pink-gewandeten ostdeutschen Körpers vollumfänglich beschrieben sein mochte, war als PBB-Sidekick unlustig und in peinlicher Weise konfus. Vieles mochte Cindy eigener Wahrnehmung nach gefüllt haben: Ihre Rolle im Container-Format füllte sie nie.

Mit Désirée Nick wählte man oberflächlich betrachtet ein Gegenmodell. TV-sozialisiert als Dschungelkönigin mochten sie jene Zuschauer, die Ätzendes paradoxerweise unterhaltsam finden. TV-Nick war stets eine Frau, ausschließlich gebaut aus Säure. Dies mochte in der Vergangenheit für Maso-Naturen noch ansatzweise unterhaltsam sein. Nach und nach jedoch, so schien es, schritt ihre professionelle Deformation in Fernsehauftritten voran. Inzwischen wirkt Nick äußerlich und innerlich annähernd mumifiziert. Ihre Texte klingen aufgesagt, emotionslos-starr, roboterartig. Als habe Nicks Säure im Laufe der Jahre sie selbst zerfressen. Mimik und sprachliche Modulation sucht man vergebens: eine Frau mit Plastikgefühlen. Jeder Altglas-Container eines Supermarktes böte mehr emotionale Präsenz als Sidekick-Nick.

Aaron Troschke

Klar, dass man mit dem Selbstbild eines hippen Senders – insbesondere in einem Konzern, der sich als großer Player alter und neuer Medienwelten sieht- etwas mit Web und sozialen Medien machen muss. Zumindest sollte es so aussehen, als täte man dies.

Das Problem allerdings ist auch hier die fehlende Konsequenz, der unpräzise Fokus des Mini-Format-Teils und die Besetzung des Social-Network-Elementes:

Aaron Troschke ist ein sicher netter Kerl. Eine Art Kumpel-Typ, den man auf der Straße auf einen Kaffee einlädt und labern lässt, während man selbst parallel am Tab seine Mails bearbeitet. Einer, dem man im tiefen Vertrauen, er werde die Kohle schon richtig ausgeben, jederzeit einen Euro in die Hand drücken würde. In strukturierten Moderationsrollen allerdings, selbst in belanglosen, wirkt Troschke erschütternd hilfsbedürftig.

„Das Netz explodiert!“ konfabulierte er in seinem ersten Auftritt, als Jochen Schropp ihn nach Reaktionen in sozialen Netzwerken fragte. Inzwischen, augenscheinlich zurückgepfiffen, stammelt Troschke überfordert zwei oder drei unterirdisch belanglose Einträge in sozialen Netzwerken in die Kamera, um endlich erleichtert von der Last seiner Rolle befreit werden zu dürfen.

Braucht man dieses Element? Wenn ja, warum nicht mit konsequentem Fokus und einer glaubwürdigen Besetzung?

Blick nach vorne: Schaut man den Rest der Staffel?

Klar schaut man.

Die letzten Tage vor Staffel-Ende mit schwindenden Teilnehmern sind alleine deshalb langweiliger, weil einerseits physikalisch das Konfliktpotential deutlich absinkt und sich andererseits verbliebene Bewohner, das nahe Staffelende vor Augen, mehr und mehr solidarisieren.

Die kommenden Tage jedoch sind, gruppendynamisch betrachtet, die dichtesten: Für Bewohner wächst spürbarer die Belastung, seelische Ressourcen werden brüchiger. Konflikte intensivieren sich, Bewohner differenzieren sich zunehmend. Die Staffel also erreicht exakt in diesen Tagen ihre dynamischen Maximal-Peaks.

Darüber hinaus sind Team und Produktion eingeschwungen und haben tragfähige Routinen entwickelt. Wer Formate wie “PBB” schauen mag, findet in diesen Tagen die wahrscheinlich lebendigste Option.

 

Mehr über den Autor: www.leadership-academy.de

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Alle Kommentare

  1. YEP! Dieser Formatbeschreibung ist nichts hinzuzufügen. Ich habe nur “reingezappt” und genau dies war auch mein Eindruck. Eigentlich finde ich Sendungen wie “Ich bin ein Star- holt mich hier raus!” generell spannend und lustig. Natürlich wird ein gewisser Voyeurismus befriedigt. Aber hier interessiert mich nicht ansatzweise, was und warum “im Container” abgeht. Was wohl daran liegt, dass – wie hier im Artikel auf den Punkt formuliert- es an “allen Ecken und Enden fehlt: Esprit bei den Personen, der Moderation und deren Zusammenwirken.

  2. Wo die meisten nur belanglos-verächtlich reussieren, wird im Artikel trennscharf seziert. Wo andere nur sensationslüstern aufschreien, wird hier von Christopher Lesko differenziert beschrieben. Gefällt mir sehr gut, dass auch mal der Boulevard professionell betrachtet wird. Das hilft vielleicht auch den Machern, eine gewisse Gestaltungssicherheit für das Format zu bekommen.

    Gratuliere oder neudeutsch gesagt: Thumbs up!
    Matttho

    PS: Warum wurde eigentlich Frank im Artikel nicht erwähnt?

  3. Relativ treffend… Aber: Bei der Kandidaten-Aufzählung wurde der Ringer vergessen. Und: Jochen Schropp kommt viel zu gut weg… Der Mann ist teilweise schon arg überfordert, insbesondere bei den Duellen, dazu spontan wie ein Besen und das Nichtgefühl für Timing (gerade wenn applaudiert wird) hat er wohl bei Markus Lanz abgeguckt…

    Und was auch immer augenscheinlicher wird: Eine wirkliche Dynamik kann sich in der Besetzung gar nicht entwickeln. Ständig wird von oben nach unten gewechselt, teilweise kennen sich die einzelen Cast-Mitglieder ja auch gar nicht… Da sollte man vielleicht auch künftig überlegen, ob man nicht zumindest alle auf einer Ebene leben lässt, damit auch zwischen den Bereichen mehr Interaktion möglich ist und auch ein bisschen mehr augenscheinlicher Futterneid entstehen kann, wenn die einen sehen, wie die anderen schlemmen. So wirkt es doch manchmal ein bisschen konstruiert…

  4. @ Anja und Mattho: Stimmt, ich habe Frank Stäbler, den Ringer, vergessen. Ein echter Fehler. Danke für den Hinweis. Hätte ich ihn nicht vergessen, wäre die Passage kurz und tendenziell sympathisch gewesen. Aber eben auch ein wenig blass. Freundliche Grüße, Christopher Lesko

  5. Das Format profitiert vielleicht davon, das RTL vielleicht sein Winter-Programm noch nicht begonnen hat. Evtl wenn es abends zu dunkel zum weg-gehen ist, also bei der Winterzeit-Umstellung.

    Haben die nicht mit Puls4 einen ganzen österreichischen TV-Sender ? Auch daher muss man vielleicht einen Österreicher dabei haben und kann dort damit vielleicht Frühstücks- oder Prominenten-Formate füllen.
    Schaltet mal RTL-CH und RTL-Austria und RTL-Deutschland (alle per Satellit problemlos empfangbar) parallel ein und wartet auf den Werbe-Block. Teilweise haben die Firmen österreiche Synchronisierungen von hoch-deutschen Spots und halt auch viele eigene Marken und z.b. Mobilfunk-Anbieter oder dort die Sparkassen haben Payment-NFC-Aufkleber die man aufs Handy kleben oder im Hunde-Halsband oder Armband einbauen kann während hier vielleicht paydirekt(?) als Nachfolger von giro-pay etabliert werden soll. Hofer macht dort wohl vielleicht schon länger TV-Werbung (auch in UK wie auch Lidl) während hier der deutsche Aldi-TV-Spot aktuell wohl groß bejubelt wird. Österreich war wieder besser…

    Beim Start saß die arme Cathy Lugner neben den deutschen Promis und die unterhielten sich munter über andere und sie konnte nicht mitreden weil sie die diskutierten deutschen Promis (auch wegen ihres Alters) nicht kannte. Macht doch eine Verteilung der Promi-Shows (Dschungelcamp, ProBro, Promi-Haus,…) und der Österreicher.

    Der Analyse würde ich nicht 100% zustimmen aber solche Texte sind nicht platzbegrenzt wie bei Print und zeigen, wie wahrer Online-Journalismus auszusehen hätte: Vollständig statt Platzbegrenzt.
    Wie sich Leute im Dschungel oder Promihaus oder ProBro verhalten, weiss man im Voraus nie. Kochen ist viel einfacher.
    Die Langeweiler fliegen doch meist als erstes heraus oder Leute die sich unsozial verhalten. Meist gewinnen Fußballer oder andere Team-Player also im Prinzip meist derjenige, welche man auf der Titanic am liebsten mit im eigenen Rettungs-Boot hätte oder halt “niedliche” Kandidaten dank der vielen Fan-Anrufer. Im Prinzip hat man also mehr Kandidaten als nötig und weiss ja auch nicht, was wie wirkt und das Volk voted dann die Langeweiler als erstes heraus.

    Wegen Oktoberfest kann man als Promi vermutlich einfacher und mit weniger Aufwand Werbung für sich machen.
    Wegen der wohl noch guten Wirtschafts-Lage hat RTL vielleicht Probleme, ausreichend viele brauchbare Kandidaten für Dschungel-Camp zu finden. Angesichts Promi-Haus dachte ich, diesmal(also für nächsten Januar) werden (Ehe)Paare genommen. Bei Fox darf man auch Murdoch kritisieren, wenn man ein Erfolgsbringer wie Simpsons ist. Und weil es gut gemacht ist und alle Bildungs-Schichten anspricht, können die Text-Schreiber bei Dschungelcamp auch ziemlich alle Themen behandeln und auch RTL kritisieren. Hoeness oder andere kritisieren ja auch öffentlich (auch im Namen derer, wo das öffentlich nicht so gut geht und welche das hoffentlich im Aufsichts-Rat oder intern machen oder in der Halbzeit-Pause) an FC-Bayern München wenn die Spiele schlecht waren. Die CSU wirkt als Schwesterpartei ja auch oft öffentlich als Korrektiv bzw. “Opposition” zu CDU-Enscheidungen.

    Wegen eines Kommentares: Jeden Tag wird runter-(vom Telefon-Votern) und hoch-(vom oberen Stockwerk)-gewählt. Bei Dschungelcamp wählt man Leute raus und Leute für Challenges.
    ProBro könnte trotzdem besser gemacht sein. Vermutlich muss man sich nicht wirklich viel anstrengen. Da fehlt also vielleicht die Motivation. Promi-Haus hingegen wurde in Folge 2 und 3 spürbar besser. Adam-Eva ist vielleicht schon fertig geschnitten und wird nur abgesendet und Unschönheiten nicht verbessert. Hoffentlich wird bei Löwen jede Sendung dazugelernt. Die Liefertermine für die Produkte stehen ja, aber alle anderen Pitches kann man dynamisch dazu schneiden und z.b. die Interviews verkürzen.

    Bits-on-the-side ist bei UK auch normal. Allerdings ist die Haupt-Sendung meist wohl 60 Minute und Bits-on-the-Side auch 60 Minuten. Das man reinschaltet bei sixx finde ich nicht so schlecht. Aber im Prinzip wirkt es oft als ob man eine Frühstücks-Sendung macht, aber keine Promis hat, welche ihr Buch, Kinofilm, TV-Premiere am Abend usw. bewerben müssen sondern nur einen Gast und irgendwie das kommentieren und einbauen müssen, was vom – vielleicht optimierbaren – Team ausgesucht wurde. Es gibt doch sicher Heatmaps was die Zuschauer sich beim 24×7-Online-Streams am häufigsten geteilt und wiederholt und noch mal angeklickt haben. Die Redaktion muss das ja nur kuratieren und wird hoffentlich gute Szenen finden und hat viel weniger Arbeit. Man geht ja auch dort essen, wo die Polizei-Autos in USA oder hier die Niederländischen Camping-Wagen stehen, weil es dort vermutlich gut und günstig ist. Die Klick-Statistik hilft recht einfach, was man bei sixx ansprechen oder zeigen kann. Simples kuratieren. Sehr einfach. Sehr wirksam. Die Top10 abspielen meine ich natürlich nicht.

    Es wurden Werbe-Etat-Milliarden wegen Europa-Meisterschaft und Olympiade nicht im Werbe-TV gebucht: Doppelte Zuschauer-Minuten=Doppelte Werbe-Umsätze und ihr rechnet das doch täglich aus! Also fliessen die (am Anfang des Jahres festgelegten) Budgets in den nächsten Monaten in die RTL-Gruppe und Pro7-Gruppe. Also haben fast alle Sendungen vielleicht 10%-20% mehr finanzielle Werbe-Buchungs-“Unterfütterung”/Rückenwind als nächstes Jahr wo die Gesichter (“völlig überraschend und ganz total unerwartet wie der Winter. Sicher ist der Brexit schuld.”) länger werden und man schauen muss, ob man durch den Sommer kommt oder manche Formate finanziell auf Grund laufen weil sich die Werbe-Budgets-Wasser-Tropfen nächstes Jahr – synchron zu den Zuschauer-Minuten-Summen – gleichmäßiger auf das Sende-Angebot verteilen dürften. Wann und wie sendet man dann Game of Thrones ? Das (günstigere produzierte) Sommer-Programm wird vielleicht 4-8 Wochen länger.

  6. Hey, sehr gute Analyse der einzelnen “ Prominenten “.
    Erspart mir persönlich jetzt das Googeln der Personen .

    Da ich nicht wirklich ein Freund dieser Sendung bin und nur ab und an mal reingeschaut habe, kurze Anmerkung noch : “ Hut ab vor dem goldenen Reiter .“
    Der andere muß vor Scham bei dem Duell gestern im Nachhinein im Boden versunken sein .

    Weiter so, Herr Lesko.
    Freue mich schon auf die hoffentlich erscheinende Schlussanalyse. 🙂

  7. Hat Spaß gemacht. Und das will in diesem Fall etwas heißen; denn fast alle diese großen Brüder und Schwestern hatte ich bis heute übersehen. Völlig unbekannt. Und das hätte auch so bleiben dürfen.

    Dennoch, den Text finde ich unterhaltsam. Und bin gar klüger als zuvor – unerwartet.

  8. Es gibt ein richtiges Schreiben über das Falsche.
    Nichts gibt mir freilich das Gefühl, dass ich über das Lesen hinaus etwas versäume 😉

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