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Social Media-GAU: Apple enthüllt das iPhone 7 aus Versehen via Twitter vor der Keynote

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So präsentiert Apple sein brandneues iPhone 7 Plus

Alles wie erwartet: Apple hat in San Francisco sein neues Smartphone vorgestellt, das wie erwartet als iPhone 7 in den Handel kommt. Bis ins kleinste Detail entsprachen die Neuerungen den Leaks im Vorfeld: Das neue iPhone sieht so aus wie das alte, es ist wasserdicht, kommt mit einer besseren Batterieleistung und einer verbesserten 12-Megapixel-Kamera daher. Bitter nur: Das Social Media-Team enthüllte das iPhone 7 aus Versehen eine Stunde zu früh via Twitter...

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Die PR-Strategen haben tief in die Trickkiste gegriffen: Wie kann man Apple-Chef Tim Cook, der sich Jahr für Jahr mehr schlecht als recht durch die Keynotes quält, zu einer besseren Bühnenpräsenz verhelfen? Indem man den 56-Jährigen mit Late Late Show-Comedian James Cardon zu einer Spritztour Carpool Karaoke ins Auto setzte.

Doch was bei Michelle Obama funktioniert, lässt sich nicht beliebig auf den CEO des wertvollsten Konzerns der Welt übertragen: Cooks Versuch, humoriger rüberzukommen, sorgte im seltsamen Gekreische mindestens für ebenso so viele Irritationen in den sozialen Medien wie zwei Jahre zuvor der Auftritt von U2.

Social Media-GAU: Apple enthüllt iPhone 7 via Twitter  Minuten vor der Keynote

Für den eigentlichen Patzer sorgte dann aber Apples Social Media-Team, das vergangene Woche fünf Jahre nach der Registrierung seinen Twitter-Account reaktiviert und zu twittern begonnen hatte. Wie tückisch der Umgang mit 140 Zeichen und geplanten Tweets sein kann, war schon acht Minuten vor der Keynote zu beobachten.

Während Tim Cook zu Beginn der Presseveranstaltung über dem Erfolg von Apple Music  (17 Millionen Abonnenten) und des App Stores referierte (106 % Download-Wachstum binnen eines Jahres), tauchten in der Timeline bei vielen Nutzer gesponserte Tweets auf, die das iPhone 7 enthüllten – eine Stunde, bevor Tim Cook tatsächlich zur Präsentation des neuen Apple-Smartphones ansetzte.

Die Tweets wurden Minuten später wieder gelöscht, ehe sie nach der Keynote erneut getwittert  wurden. Apple und Social Media – es bleibt wohl ein ewiges Missverständnis.

iPhone 7 wie erwartet: wasserdicht, mit 12 Megapixel-Kamera und besserer Batterie 

Tim Cook hätte an dieser Stelle auch die Keynote abbrechen und nach Hause gehen können – die Rahmendaten über das mit Abstand wichtigste Produkt des iKonzerns verbreiteten sich binnen Sekunden um die Welt.

Dabei war das, was Cook eine Stunde später selbst verkündete, in den Wochen zuvor längst durch unzählige Leaks enthüllt worden: Das neue iPhone heißt tatsächlich iPhone 7, es kommt wie erwartet in den bekannten Modellen mit 4,7 und 5,5 Zoll daher (iPhone 7 Plus), es verfügt über eine deutlich bessere Batterieleistung, und es ist tatsächlich wasserdicht.

Wie erwartet überarbeitete Apple zudem den Home Button, der tiefer in die Fassung eingearbeitet ist und weniger empfindlich sein soll als das aktuell klickbare Modell. Auch die Lautsprecher wurden verbessert und sollen nun Stereosound bieten.

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iPhone 7 Plus: Die Kamera ist der Star

Herzstück des Upgrades ist die deutlich verbesserte Kamera, die wie bisher mit 12 Megapixeln auflöst, aber mit einem komplett überarbeiteten Kamerasystem punktet, das vor allem in der Dunkelheit für bessere Aufnahmen sorgen soll.

Das 5,5 Zoll große iPhone Plus-Modell wurde wie erwartet mit einer sogenannten Dual Kamera ausgestattet , die über zwei Linsen mit 12 Megapixeln verfügt (eine Weitwinkelkamera und eine mit Zoom), die gleichzeitig auslösen und so zu einem noch schärferen Bild führen sollen. Stolz reklamierte Marketingchef Phil Schiller für sich, mit dem iPhone 7 Plus die beste Smartphone-Kamera der Welt auf den Markt gebracht zu haben.

Apple macht ernst: Ade, Klinke!

Eine andere Veränderung dürfte indes vielen Apple-Fans kaum gefallen: Der Techpionier aus Cupertino hat den seit dem ersten iPhone bekannten Kopfhöreranschluss tatsächlich gekappt – der 3,5-mm Klinkenanschluss, der seit Jahrzehnten gängiger Standardanschluss für Kopfhörer ist, fällt im neuen iPhone gänzlich weg.

Kopfhörer werden künftig über den Lightning-Connector angeschlossen oder können drahtlos über die Bluetooth-Funktion genutzt werden. Wie erwartet legt Apple einen Adapter bei, um bisher verwendete Kopfhörer weiterhin nutzen zu können. Zudem präsentierte Apple neue, drahtlose Kopfhörer, die Phil Schiller als “AirPods” enthüllte, die für 179 Euro zusätzlich erworben werden können.

iPhone 7 erscheint am 16. September

Farblich bietet Apple mit neuen Schwarztönen zusätzliche Anreize: So wurde der reichlich unentschiedene Farbton ‘Space Gray’ zugunsten von zwei neuen Schwarztönen geopfert – ein mattes Schwarz und ein glänzendes Schwarz, das Apple “Jet Black” nennt.

Weitaus wichtiger noch für Nutzer, die ihre iPhones seit Jahren verwenden und bereits viele Daten angesammelt haben: Apple stockt endlich den Speicher auf. Das kleinste Modell, das jahrelang mit nur 16 GB Speicher ausgeliefert wurde, wurde auf 32 GB verdoppelt. 128 GB Speicher bilden nun die neue Mittelklasse, während die Kapazität des größten iPhone 7-Modells auf 256 GB verdoppelt wurde.

Das neue iPhone 7 und iPhone 7 Plus erscheinen am 16. September zu 759 Euro (iPhone 7) bzw.  899 Euro (iPhone 7 Plus) in der Einstiegsversion. Vorbestellt werden können die neuen iPhone bereits in zwei Tagen, ab Freitag, dem 9. September.

Apple Watch mit zwei Updates

Deutlich im Schatten stand unterdessen Apples jüngste Produktkategorie – die Apple Watch. Wie der stets gut unterrichtete Apple-Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities bereits im August berichtete, präsentierte Apple gleich zwei neue Modelle der Smartwatch, die COO Jeff Williams als Apple Watch Series 1 und 2 vorstellte.

Die vor eineinhalb Jahren gelaunchte erste Generation erhielt unter der Oberfläche in Form eines schnelleren Prozessors eine Überholung und soll nun um 50 Prozent schneller takten als das erste Modell. Mit einem abermals reduzierten Preis auf 269 Dollar bzw. 319 Euro für das Einstiegsmodell versucht Apple nun aggressiver den Smartwatch-Markt zu dominieren.

Mit Apple Watch Series 2 bis in 50 Metern Tiefe tauchen

Mit der neuen, zweiten Generation versucht Apple den Gesundheitsmarkt aufzurollen.  “Die Apple Watch Series 2 ist vollgepackt mit unglaublichen Fitness- und Gesundheits-Funktionen, darunter die Einstufung als wasserdicht bis 50 Meter Tiefe zum Schwimmen und eingebautem GPS, sodass Nutzer nun auch ohne iPhone Laufen gehen können”, erklärte Apple-COO Jeff Williams bei der Präsentation.

Apple kündigte zudem in Kooperation mit dem Sportartikelriesen Nike ein speziell auf Läufer zugeschnittenes Modell an, die Apple Watch Nike+, die wie die reguläre Apple Watch Series 2 ab Freitag für 419 Euro bestellt werden kann und eine Woche später im Handel erscheinen soll.

Interessanter Nebenaspekt: Die goldene Apple Watch, die beim Launch vier eineinhalb Jahren noch bis 20.000 Euro kostete, wurde aus dem Programm genommen. Das teuerste Modell ist nun die Apple Watch Edition in Keramikgehäuse, die maximal 1499 Euro kostet.

Nintendo-Aktie springt um 28 Prozent nach “Super Mario”-Release für iOS

Die Wall Street reagierte wie sooft bei Apple-Keynotes mit Achselzucken: Die Apple-Aktie gab nach Beendigung der Keynote erst um ein halbes Prozent auf 107 Dollar nach, um bis Handelsschluss dann wieder ein halbes Prozent zuzulegen und bei über 108 Dollar zu schließen.

Der eigentliche Profiteur der Apple-Keynote kam unterdessen aus Japan: Spielanbieter Nintendo, der bereits durch den Hype um die App Pokémon Go in den vergangenen Monaten deutlich zugelegt hatte, sprang an der Tokioter Börse um sage und schreibe 28 Prozent. Der Grund: Pokémon Go kommt auf die Apple Watch und das beliebte Konsolen-Spiel  “Super Mario” neu auf iPhone und iPad.

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Alle Kommentare

  1. Ohje. Das gehört doch dazu. Das geht viral, noch mehr schauen zu. 1 Stunde früher noch mehr Aufmerksamkeit erreicht.
    Und es finden sich ja genug Dumme, die auch darüber berichten, dass sich die Meister des Marketings anscheinend einen Fauxpas gegönnt haben. Fazit: Nichts kapiert.

  2. Das iPhone entspricht also bis ins letzte Details den Leaks. Und wird eine Stunde zu früh veröffentlicht.

    Vielleicht war die Veröffentlichung kein Zufall, und bei den Leaks gibt es diese Vermutung ja schon lange, dass es keineswegs Dummheit ist, dass die Techniker immer wieder ein Gerät in einer Bar liegen lassen

  3. … und Meedia ist sich nicht zu fein, nach der “Enthüllung” über die verfrühte und ach so unabsichtliche Enthüllung den Hochglanz-Werbetext zum neuen iPhone runterzuschreiben.

    Hier die Facts. Und noch mehr Facts. Und das gibt es noch. Danke @Meedia, ich hoffe, dass ihr irgendwann mal dahinterkommt, dass ihr damit die Arbeit des Apple-PR-Teams kostenfrei gemacht habt.

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