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Von Ringier zu Madsack: Wolfgang Büchner soll das Redaktionsnetzwerk Deutschland leiten

Wolfgang Büchner ist seit 1. Januar Chief Digital Officer der Mediengruppe Madsack
Wolfgang Büchner ist seit 1. Januar Chief Digital Officer der Mediengruppe Madsack

Noch vor Tagen hatten die Beteiligten Wechselgerüchte entschieden dementiert, jetzt meldet Horizont Vollzug: Nach Informationen des Branchendienstes verlässt Wolfgang Büchner nach kurzem Gastspiel Ringier schon wieder und hat bei der Mediengruppe Madsack angeheuert. Der ehemalige Spiegel- und dpa-Chefredakteur war 2015 nach Zürich gewechselt. Jetzt kehrt er zurück, u.a. als Leiter des Redaktionsnetzwerks Deutschland, wie MEEDIA erfuhr.

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Ringier-Chef Marc Walder hatte wie Büchner als Reaktion auf einen Artikel in der NZZ am Sonntag noch dementiert, dass es zwischen beiden einen Dissenz oder unterschiedliche Auffassungen gebe. Die Schweizer Zeitung hatte darüber spekuliert, dass Walder mit der Ernennung von Christian Dorer zum Blattmacher der des Sonntags-Blick Büchner übergangen und gedemütigt habe. Der sei über die Entscheidung des Konzernchefs nicht informiert gewesen. Zudem habe Dorer noch einige Bedingungen gestellt, die laut NZZ Büchners Newsroom-Konzept zuwider laufen. So soll Dorer beim SonntagsBlick eine eigene Redaktion leiten, während Büchner einen zentralen Newsroom implementieren wollte. Insider hatten daraufhin gemunkelt, dass dem Ex-Spiegel-Chef nach diesem Affront “nur der Abgang” bleibe.

Büchner selbst hatte ein beschwichtigendes Statement zu seinem Verhältnis zu Walder abgegeben: „Wir stimmen uns in allen Fragen eng und vertrauensvoll ab“, so Büchner. Das gilt, so jedenfalls berichtet Horizont, wohl auch für seine Vertragsauflösung. Danach habe der Geschäftsführer der Blick-Gruppe bereits im Frühjahr einen Vertrag mit dem deutschen Medienhaus Madsack unter Dach und Fach gebracht. Dass sein bevorstehender Ausstieg bei Ringier nach nur einem Jahr so lange geheim gehalten wurde, sei auf Wunsch des Ringier-Chefs geschehen. Walder wollte die Angelegenheit unter Verschluss halten, bis ein Nachfolger gefunden ist.

Büchner war nach einer turbulenten und glücklosen Zeit als Chefredakteur des Nachrichtenmagazins Spiegel, die im Dezember 2014 nach nur 15 Monaten endete, in die Schweiz gegangen. Bei Ringier sollte er die Blick-Gruppe (Blick, Sonntags-Blick, Blick am Abend sowie die Website Blick.ch) auf Vordermann bringen und Print und Online miteinander verzahnen. Wer den Schweizer Medienmarkt mit seinem erfolgreichen Gratis-Medium 20 Minuten kennt, weiß auch, dass dieser Job extrem herausfordernd ist, manche sprechen gar von einem “Himmelfahrtskommando”.

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Damit muss sich Büchner nun nicht weiter herumschlagen. Offenbar hatte er selbst um Auflösung seines noch bis 2017 laufenden Vertrages gebeten. Dass er beim Hannoveraner Medienhaus auch eine digitale bzw. crossmediale Aufgabe übernimmt, ist klar. Wie aus dem Umfeld der Zeitungsgruppe verlautet, wird Büchner wohl zudem die Mantelredaktion Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND) übernehmen und möglicherweise auch den Rang eines Chief Content Officer bekleiden. Der bisherige RND-Chef Matthias Koch soll offenbar weiterhin der Chefredaktion angehören. Bei Madsack trifft der 50-Jährige Büchner übrigens auf einen alten Weggefährten: Ex-Spiegel Online-Chefredakteur Rüdiger Ditz, den er noch aus gemeinsamen Zeiten beim digitalen Spiegel kennt.

 

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Alle Kommentare

  1. Kriegt Büchner eigentlich auch noch irgendwo irgendwas geschafft? Oder ist das nur noch eine endlose Abfolge von Job-Hop, Machtkampf, Job-Hop, Machtkampf…? Man fragt sich ja schon, wer solche Leute überhaupt noch einstellt. Aber vielleicht gibt’s auch keine ernsthaften Alternativen mehr.

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