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„Verbreitet eins zu eins russische Propaganda“ – die Twitter-Wut von Bild.de-Chef Julian Reichelt auf den MDR

Bild.de Julian Reichelt twitterte gegen das MDR-Magazin "Fakt" an

Julian Reichelt ist bei Twitter mal wieder heißgelaufen. Grund ist ein Stück des ARD-Politikmagazins „Fakt“, das vom MDR produziert wird und sich mit der Frage auseinandersetzt, ob der NSA-Whistleblower Edward Snowden ein russischer Agent ist. „Fakt“ deutet an, dass es hier Absprachen zwischen dem Verfassungsschutz und Bild.de geben könnte und macht einen faktischen Fehler. Reichelt wirft dem MDR vor, russische Propaganda zu verbreiten.

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Der „Fakt“-Beitrag befasst sich mit dem Auftritt des Präsidenten des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, vor dem NSA-Untersuchungsausschuss. Dort gab Maaßen zu Protokoll, dass Edward Snowden seiner Meinung nach ein russischer Agent ist, lieferte aber keine Beweise dafür. Bild.de Chefredakteur Julian Reichelt ist derselben Meinung und hat dies in diversen Artikeln auch schon kundgetan.

„Fakt“ deutet nun an, dass der Gleichklang zwischen Bild.de und dem Verfassungsschutzpräsidenten Methode hat. Der Beitrag schließt mit den bedeutungsschwanger geraunten Worten: „Ein Geheimdienstchef und das Flaggschiff des deutschen Boulevards erklären zeitlich erstaunlich effektiv getaktet Edward Snowden zum russischen Agenten. Und das ohne jeden Beweis. Das ist tatsächlich ein einmaliger Vorgang in der Bundesrepublik.“

Im Beitrag tritt auch der SPD-Politiker Christian Flisek, der im NSA-Untersuchungsausschuss sitzt, auf, der Maaßen wegen seiner Äußerungen den Rücktritt nahelegt. Der MDR verwertete die Rücktrittsforderung als Nachricht online, verwechselte dabei aber den Verfassungsschutz und den Auslands-Geheimdienst BND, zu dessen Präsidenten er Maaßen machte. Für Reichelt war dies der Auftakt zu einer beispiellosen Twitter-Attacke:

Der MDR räumte den Fehler ein und korrigierte.

Was Julian Reichelt freilich nicht besänftigte:

Was ihn vor allem stört, ist die angedeutete Zusammenarbeit zwischen Verfassungsschutz und Bild.de:

Der „Fakt“-Beitrag hätte genauso gut auch bei RT laufen können, schäumte Reichelt weiter. RT ist der vom Staat finanzierte russische Propagandasender. Der SPD-Politiker Flisek wunderte sich über die Twitter-Wut des Bild.de Chefs (offenbar verfolgt er seinen Account nicht regelmäßig):

Was natürlich auch nicht ohne Antworten blieb:

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