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Keine Glorifizierung von Attentätern: Le Monde will künftig keine Täterfotos mehr zeigen

Die Tageszeitung Le Monde will in Zukunft keine Fotos von Terroristen mehr zeigen

Frankreich ist derzeit eines der häufigsten Ziele von terroristischen Anschlägen. Umstritten ist in den Medien, wie mit der Berichterstattung über solche Ereignisse umgegangen werden soll. Zwar bestehe ein Informationsbedarf der Bevölkerung, jedoch würden Nachahmungstäter durch die Glorifizierung der Attentäter animiert werden. Die französische Zeitung Le Monde möchte deshalb künftig auf Täterfotos verzichten.

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Immer wieder stehen Medien in der Kritik, weil sie terroristisches Propagandamaterial verbreiten würden. Gerade die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat in der Vergangenheit durch ihre Medienpräsenz einige Anhänger gewinnen können. Besonders nach Terroranschlägen wie im vergangenen November in Paris werden nicht nur Fotos der Täter, sondern auch Bekennervideos veröffentlicht, welche eine hohe Reichweite in den Medien erlangen. Ein Teil der Strategie des IS ist es, durch die Glorifizierung gefallener Kämpfer neue Rekruten und Nachahmungstäter zu generieren.

In seinem Leitartikel „Der Strategie des Hasses widerstehen“ erklärt der Chefredakteur der französischen Tageszeitung Le Monde, Jérôme Fenoglio, er wolle in Zukunft auf diese Art der Berichterstattung verzichten und so die posthume Glorifizierung von Attentätern verhindern. Dafür würden auch weitere Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

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