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Wegen Schlüpfer-Foto von Barbara Schöneberger: NDR droht Fotografen mit Studioverbot

Closer druckte ein nicht ganz vorteilhaftes Foto von Barbara Schöneberger – das will der NDR zukünftig unterbinden

Der NDR will zukünftig Journalisten von Fototerminen ausschließen, wenn sie unvorteilhafte Bilder von Moderatoren oder Gästen machen. Weil Closer Fotos von „NDR Talkshow“-Moderatorin Barbara Schöneberger veröffentlichte, auf denen sie nicht ganz blickdicht angezogen war, ist bereits die verantwortliche Fotografin ausgeschlossen worden, heißt es in einer Rundmail. Als Drohung sei das Vorgehen aber nicht zu verstehen.

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„Ups, wie peinlich“ heißt ein Artikel in der aktuellen Closer, der sich – wie so oft – mit Modesünden der Stars auseinandersetzt. Über vier Seiten zeigt das People-Magazin aus dem Hause Bauer Media das „Fashion-Fiasko“ von Schauspielerin Christine Neubauer, bei der man eine Speckrolle gesichtet haben will, man zeigt das „Maurer-Dekolleté“ von Paris Hilton, der beim Bücken die Hose verrutscht. Zu sehen sind auch der Po von Ex-Dschungelcamperin Larissa Marolt, die Brüste von Model Bella Hadid und Sängerin Rihanna und auch ein Nippelblitzer von Mariah Carey. Soweit so normal (für Closer).

Abgedruckt hat die Redaktion auch Fotos von Barbara Schöneberger, die ihm Rahmen der „NDR-Talkshow“ geschossen wurden. Sie geben den „vollen Durchblick“, meint Closer. Denn Schöneberger trug zu einer ihrer Sendungen ein nicht ganz blickdichtes Outfit, dessen Effekt im Blitzlicht der Kameras noch verstärkt wurde. Zu erkennen ist eigentlich nicht viel – nur dass Schönebergers Oberteil ein „Body“ ist, die Konturen des Slips und dass sie einen BH trägt. Trotzdem sei die Darstellung „abwertend“, meint der NDR. Die Konsequenzen: Die verantwortliche Fotografin darf zukünftig nicht mehr kommen – und auch Kollegen sollten sich in Acht nehmen.

Barbara-Schoeneberger-Closer-Text

In einer E-Mail an einen großen Fotografen-Verteiler erklärt die Redaktionsleitung:

Wir sind bisher davon ausgegangen, dass wir den Fotografinnen und Fotografen soweit vertrauen können, dass sie Fotos machen, die die Würde und Integrität unser Moderatoren und Gäste achten.

Allerdings sei durch den Vorfall „die Grundlage unserer Zusammenarbeit fundamental erschüttert“. Deshalb werde man zukünftig die Bedingungen für eingeladene Fotogarfen „strikter vorgeben und regulieren“. Und:

Bei Veröffentlichung von offensichtlich ungünstigen Bildern, wird die / der Fotograf/in nicht mehr eingeladen.

Einigen Fotografen stößt die Art und Weise des öffentlich-rechtlichen Senders auf. Der NDR könne nicht erwarten, dass externe Fotografen dazu da sind, eine Sendung abzufeiern und bloß positive Fotos zu schießen, kritisiert einer gegenüber MEEDIA. Immerhin hätten Sender wie Sendung ein Interesse daran, dass über die Produktion gesprochen werde. Die Mail sehe man teils als Drohung.

Dies sei nicht die Intention gewesen, beteuert ein Sprecher auf Nachfrage. Man bedaure, wenn die Mail „von einigen Fotografen als Einschüchterungsversuch verstanden wurde.“ Die Redaktionsleitung bitte dafür um Entschuldigung. „Der Redaktion ging es, wie sie betont, nicht um Konsequenzen, sondern um einen Appell an die Fairness und an die bildjournalistische Sorgfalt der Fotografen – so wie sie über viele Jahre hinweg bei den Fototerminen zur ‚NDR Talk Show‘ ganz überwiegend üblich waren.“

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