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„Das Sommerhaus der Stars“: die Kraft der zwei Legats und der Eigengeruch eines René Weller

Was müffelt denn da? Etwa die Jacke vom René Weller?

Vor einer Woche zogen sieben durchgeknallte Promipaare in die RTL-WG „Das Sommerhaus der Stars“, und wie das bei Einweihungspartys so ist: Es gibt einen Totalabsturz, eine stattliche Fetzerei und Krokodilstränen. Willkommen zurück beim Festival der Vollchaoten! Die Kölner ziehen beim um Quote bettelnden Sommerloch-Spektakel alle Trash-Register – und bedienen geradezu pendantisch Assi-Klischees.

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Eigentlich ist es gar nicht so abwegig, „Das Sommerhaus der Stars“ bei RTL mit dem – sagen wir: Kulturmagazin – „Deutschland sucht den Superstar“ zu vergleichen. Knalltüten gibt’s hier immerhin zuhauf. Und sang- bis klanglose Abgänge gehören ebenso zur Tagesordnung.

Ein kurzer Rückblick:

Vor einer Woche wurden Rocco und Angelina von ihren Mitbewohnern aus der Promivilla in Portugal rausgewählt. Angelina darauf zu TV-Makler Posth: „Ihr geht doch fremd!“ Der dann so: „Das war der teuerste Spruch, den Du jemals im Fernsehen gesagt hast!“ Und Thorsten Legat so: „Die können mich alle mal am Arsch lecken!“ Dialoge, die nur das Leben schreiben kann. Oder vielleicht RTL. Egal. Ganz macher- und mackermäßig nimmt Rocco den Abschied zuerst in Angriff, kehrt bei seinen letzten Worten in der Promi-WG sein Innerstes nach außen – und übergibt schließlich an Sidekick Angelina, die ausnahmsweise mal die richtigen Worte findet: „Tschüss!“ Was für ein Abgang! Vor allem, als RTL „Go Your Own Way“ von Fleetwood Mac einspielt. Gänsehaut. Brrrrr.

Nun aber zum Wesentlichen. Es steht wieder eine Challenge an! Der treffsichere Titel: „Hoch hinaus“. Die Aufgabe: Die Mädels sollen sich 50 Meter in die Höhe schießen lassen, nachdem sie eine Matheaufgabe gelöst haben. Kurz zur Erinnerung: Die Paare können bei den Dumpfbacken-Duellen ihr Budget aufstocken, indem sie einen Teil auf ihren Partner setzen. Kleines Beispiel: „Currywurst-King“ Chris setzt 6.500 Euro auf seine „Frittenfrau“ Magey, wobei ihm schon beim Gedanken „ein Ei aus der Hose“ fällt. Sie tritt nicht an – und die Kohle ist damit futsch. Klassischer Vorführeffekt. Dafür ist sich Thorsten Legat sicher: „Die Alex macht alles. Sie ist der zweite Thorsten Legat!“ Klar, dass sie die Challenge bei diesem Background gewinnen muss und den Bonus von 4.000 Euro absahnt. Kassalla!

Aber ein bisschen überrascht ist der Legat dann doch: Irgendetwas mufft in der Promi-WG. Ganz davon abgesehen, dass bei dieser Show ohnehin so einiges zum Himmel stinkt. In diesem Fall ist es aber die Jeansjacke von René Weller. „Da denkste doch, Du hast ’ne Motte verschluckt!“, stellt Legat naserümpfend fest – und befördert sich damit aalglatt ins Abseits von Frau Weller. Immerhin hat der René „einen ganz tollen Eigengeruch“. Und einem René Weller – DER Boxlegende! – habe man so eine Frechheit noch nie unter die Nase gerieben. Tja, was soll man dazu sagen? Am besten hält man es wie Muff-Weller selbst – und sagt abgebrüht einfach nichts.

Genug gemufft, jetzt wird gekämpft! Die „drei, vier Alphatiere“ (Hubert Kah) sind dran. Wenn man RTL eines nicht vorwerfen kann, dann zu wenige Klischees zu bedienen. Die Herren der Schöpfung sollen Bierkrüge halten, dabei aber noch Fragen beantworten. Für jede falsche Antwort kommen 200 ml ins eigene Glas, für jede richtige wird das der Konkurrenten befüllt. Wer schlapp macht und den Arm absenkt, löst eine Lichtschranke aus und ist raus. Da hilft’s auch nicht, wenn Sternen-Beschwörer Hubert Kah „Diaphragma“ richtig buchstabiert und vor Freude seinen Krug unter die Markierung tänzelt. Na ja, das Schicksal sprach eh gegen ihn: Wenn schon „der zweite Thorsten Legat“ gewinnt, tut es der erste erst Recht. Und beim Paarspiel – die Männer müssen mit verbundenen Augen und auf Anweisung ihrer Frau ein Auto einparken – konnte sowieso niemand etwas gegen die Legat’sche Dominanz ausrichten.

Machtlos war die Promi-WG aber auch bei Huberts Herzblatt – die mangels Fluppen eine Flappe zog. „Ich bin in ’ner halben Stunde raus, wenn das nicht läuft!“, stellt Ilona erst einmal klar. Auch klar, dass die RTL-Crew da nicht flott zum Automaten stiefelt. Was folgt ist ein kalter Entzug der Extraklasse – hysterische Kopfstimme, demonstratives Kofferpacken und Mittelfinger für die Kameras inklusive.

Ein Auszug:

„Mein Chili kommt hoch!“
„Ist mir ganz egal, ob ganz Deutschland sagt, ich bin die Assi-Frau hoch zehn!“
„Ich bin Waage, das ertrage ich nicht!“
„Ganz Deutschland kann mich am Arsch lecken!“

Lange Rede, gar kein Sinn: Die Kahs verlassen die Promi-WG tatsächlich. Zum Abschied stimmt Hubert aus gewohnt-grundlosen Anlass „Maria Magdalena“ an – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass nach diesem Trauerspiel der rettende Anruf vom Bohlen kommt. Stichwort: „Deutschland sucht den Superstar“. Die Nominierung eines Promipaars erübrigt sich damit. Und irgendwie kommt erst jetzt die Frage auf: Warum haben wir uns das überhaupt angesehen? Das kleine Quoten-Hoch zur zweiten Folge könnte vielleicht eine Ausnahme bleiben.

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