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Nach Spekulationen um Tesla und Time Warner: Plant Apple Übernahme von American Express?

Jetzt bloß nichts falsch machen: CEO Tim Cook kann so manchen Großkonzern aus der Portokasse kaufen – aber welcher passt strategisch am besten zu Apple?
Jetzt bloß nichts falsch machen: CEO Tim Cook kann so manchen Großkonzern aus der Portokasse kaufen – aber welcher passt strategisch am besten zu Apple?

Welche Großübernahme wagt Apple-Chef Tim Cook? Nachdem sich seit einiger Zeit die Spekulationen um Tesla, Time Warner oder Dropbox ranken, bringt das Finanzportal InvestorPlace ein neues Übernahmeziel ins Gespräch: American Express! Was zunächst nach einer wilden Idee klingt, besitzt auf den zweiten Blick einen gewissen Reiz: Apple könnte so seinem Bezahldienst Apple Pay zum Durchbruch verhelfen.

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Es ist vielleicht das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Finanzbranche: Apple dürfte in absehbarer Zeit eine Großübernahme tätigen, um seine rückläufige Geschäftsentwicklung zu stabilisieren und/oder der Wall Street etwas Fantasie zu bescheren.

Die könnte die angeschlagene Apple-Aktie freilich gut gebrauchen: Der noch knapp wertvollste Konzern der Welt hat sich für seine Anleger seit längerer Zeit in wahres Kursgift verwandelt, das so gar nicht zum Glamour-Image des Kultkonzerns passen will. Die Apple-Aktie ist seit geraumer Zeit ein beständiger Underperformer: 2016 liegt sie schon wieder um 10 Prozent hinten, 2015 hat sie 5 Prozent an Wert eingebüßt, im 52-Wochenvergleich haben Aktionäre gar mehr als 24 Prozent verbrannt. Tief, tiefer, Apple.

Großübernahme gegen Kursabsturz?

Der bittere Absturz aus dem Börsenhimmel, der bis heute einen Börsenwert von 270 Milliarden Dollar ausradiert hat, ist fast singulär mit dem Ende des iPhone-Booms verbunden. Die Absätze von Apples Kultsmartphone schrumpfen seit vergangenem Quartal, und es sieht nicht danach aus, als ob sich der Trend in den nächsten Quartalen noch mit dem kaum veränderten iPhone 7 im Herbst drehen sollte. Erst mit dem iPhone 8 Ende 2017 könnte Apple wieder in den Wachstumspfad zurückkehren, mutmaßen Analysten – eine lange Durststrecke für den wankenden Börsenchampion.

Entsprechend kursieren seit geraumer Zeit Spekulationen über eine Großübernahme, mit der Apple den Narrativ verändern könnte – Erzrivale Microsoft hat schließlich gerade vorgemacht,  wie schnell sich frische Mittel für die 26 Milliarden Dollar teuere Akquisition von LinkedIn an den Kapitalmärkten organisieren lassen.

Greift Apple nach Tesla, Dropbox, Time Warner – oder American Express?

Tesla ist der erste potenzielle Übernahmekandidat, der in Hinblick auf das iCar immer wieder genannt wird – nach dem jüngsten Kurssturz wegen der eigenen Akquisition von SolarCity wird Elon Musks Elektroautokonzern tatsächlich nur noch mit 28 Milliarden Dollar gehandelt. Selbst mit dem marktüblichen Premiumaufschlag von rund 50 Prozent käme Tim Cook inzwischen wohl schon für unter 50 Milliarden Dollar zum Zug – sofern Elon Musk denn verkaufen würde.

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Einige Nummern kleiner wäre der Cloud-Speicherdienst Dropbox zu haben, der in der letzten Finanzierungsrunde mit 10 Milliarden Dollar bewertet wurde und angesichts der notorischen  Schwäche von iCloud seit Jahren als potenzielles Übernahmeziel gilt. Ebenfalls genannt wurde Anfang des Jahres der Medienriese Time Warner, der Verkaufsoptionen prüft und erste informelle Gespräche mit Apples Content-Chef Eddy Cue geführt hat.

American Express als Türöffner für Apple Pay – für 60 Milliarden Dollar

Das Finanzportal InvestorPlace brachte diese Woche einen weiteren Old Economy-Champion ins Gespräch: American Express! Wie würde nun ein Kreditkartenanbieter zu Apple passen? Die Antwort ist naheliegend: Als Türöffner für Apples mobilen Bezahldienst Apple Pay, der Ende 2014 mit so vielen Vorschusslorbeeren gestartet war, bislang aber kaum die hohen Erwartungen erfüllen konnte – nicht zuletzt aufgrund der weiter sehr limitierten Verbreitung in gerade einmal sieben Ländern.

Bis auf einen Imagegewinn dürfte Apple Pay dem Kultkonzern aus Cupertino zudem bis auf Weiteres kaum etwas einbringen: Apple verdient an Transaktionen über 100 Dollar gerade mal 15 Cent. Deutlich üppiger fallen dagegen die Vergütungen bei den großen Kreditkartenanbietern Visa, Mastercard und American Express aus, die in den USA schon mal 2 bis 4 Prozent der Summe als Transaktionsgebühr verbuchen.

American Express-Übernahme würde gesamte Nettobarbestände aufzehren 

Den Vorzug gibt Analyst Brian Nicholas American Express gegenüber Visa und Mastercard wegen der gehobenen Kundenstruktur. Während Visa und Mastercard auch über zahlreiche Studenten und einkommensschwache Kunden verfügen würde, zeichnet sich American Express durch seine gehobene Klientel und exklusiven Transaktionspartnerschaften mit Nike, Coca Cola und Walt Disney aus. In anderen Worten: American Express ist das Apple der Kreditkartenbranche.

Entsprechend wäre das langjährige Dow Jones-Mitglied, das allein im vergangenen Quartal bei Erlösen von 8 Milliarden Dollar einen Nettogewinn von 1,43 Milliarden Dollar erzielte, auch nur für einen stolzen Preis zu haben. 58 Milliarden Dollar beträgt der aktuelle Börsenwert, so dass Apple wohl zwischen 75 und 80 Milliarden Dollar für eine Übernahme überweisen müsste – und damit seine gesamten Nettobarbestände aufgebraucht hätte. Bliebe außerdem die Frage, ob der Mega-Merger die Fantasie der Wall Street beflügeln würde – die Microsoft-Aktie leidet bis heute unter der LinkedIn-Übernahme.

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Alle Kommentare

  1. Also, wenn Apple für alle schwächelnden Seitenprojekte eine Firma übernehmen soll, dann schwillt der Konzern binnen Jahre zu einem Industriekonglomerat an und wird wieder zerschlagen werden. Das ist doch ein typischer Artikel, um die Auflage – sorry PIs – zu erhöhen. Ihre Aufzählung zeigt aber auch schön, wo es überall hakt und ob der Konzern nicht ohnehin zu schnell gewachsen ist. Ach herrlich, alles Old Economy Probleme. Die sollen mal weiter Hardware bauen statt die Welt zu verbessern.

  2. ja wo ich das im Rückblick nocheinmal lese…..
    Scheint mir der Jounalist nicht nur zum Unsinn Applegegner zu sein als auch anscheinend überqualifiziert….

    Gääähn

    Von Apple keine Ahnung und noch immer nichts oder zu wenig begriffen….
    .
    Kommt von Eurem Wissenschaftlichen :
    Schema F und Schubladen Denken runter – es ist so nicht anwendbar !!!
    Schon gar nicht – wenn man nicht in der Lage zu sein scheint – das ganze Apple zu erfassen … !!!

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