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WWDC 2016: Apple wird ein bisschen snapchattig – und Tim Cook nennt neues iOS “Mutter aller Updates”

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Apple-Chef Tim Cook stellte bei seiner Keynote die neuesten Produkte vor – bald auch einen smarten Lautsprecher?

Alles wie erwartet: Auf der Eröffnungskeynote zur turnusmäßigen Entwicklerkonferenz WWDC verzichtete Apple auf Hardware-Neuheiten und brannte vielmehr ein Vorschaufeuerwerk auf die nächste Generation der Betriebssysteme iOS, macOS, tvOS und watchOS ab. Vor allem iPhone- und iPad-Nutzer bekommen im Herbst zahlreiche neue Features geboten – inklusive einer runderneuerten Nachrichtenapp, die es offenkundig mit dem Facebook Messenger und Snapchat aufnehmen soll. Der Wall Street ist das trotzdem zu wenig.

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Es ist wieder diese Zeit des Jahres: Apple versammelt Entwickler aller Länder zur turnusmäßigen Juni-Konferenz  WWDC und zeigt Apple-Fans, worauf sie sich im Herbst freuen können, wenn neue iPhones und iPads auf den Markt kommen, die natürlich mit einem neuen Betriebssystem erst so richtig Spaß machen. (Nutzer älterer Geräte kommen naturgemäß auch in den Genuss des Updates.)

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Als die “Mutter aller Updates” kündigte Apple-Chef Tim Cook gegen Ende der zweistündigen Keynote das neue mobile Betriebssystem iOS 10 an. Software-Chef Craig Federighi, der mit Abstand die meiste Präsentationszeit bekam und auf der Bühne des Bill Graham Civic Auditoriums erneut eine gute Figur machte, zählte gleich zehn große Veränderungen bei iOS 10 auf.

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iMessage konkurriert künftig mit dem Facebook Messenger, WhatsApp und Snapchat

Die wichtigste Neuheit: Apple will es bei iMessage so richtig wissen und rüstet seinen Nachrichtendienst zum Messenger auf, der es offenkundig mit Facebook, WhatsApp und Snapchat aufnehmen soll. Apple spendiert Nutzern dafür ab Herbst das totale Gute-Laune-Programm: Emojis können größer und kleiner angezeigt werden und Begriffe im Text ersetzen; Animationen wie Ballone, Konfetti oder Feuerwerke können angezeigt werden und gar den kompletten Bildschirm einnehmen.

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Handgeschriebene Notizen für zusätzliche Personalisierung können ebenso verwendet werden wie unsichtbare Tinte, die erst dann sichtbar wird, sobald ein Freund darüberstreicht. Rich Links erlauben es zudem,  Inhalte direkt in Nachrichten zu sehen und Medieninhalte wie Video und Songs  abzuspielen.

In anderen Worten: Apple drängt darauf, seine 800 Millionen iOS-Nutzer auch bei Kommunikationsanwendungen im eigenen Ökosystem zu behalten, zu bedrohlich erscheint Facebook mit seinem doppelten Versuch (in Form des Messengers und WhatsApp), Nutzer in sein Paralleluniversum zu locken. Auch auf den Boom von Snapchat reagiert Apple offenkundig mit den Zusatzoptionen in Schrift, Bild und Gifs, Nachrichten Teenage-gerechter gestalten zu können.

Apple öffnet iMessage, Siri, Telefon und Maps für Drittanbieter

Möglich wird dies durch einen lange Zeit  nicht für möglich gehaltenen Schritt: Apple öffnet seine Message-App für Entwickler. Und nicht nur das: Auch für die Karten- und Telefon-App sowie für Sprachassistentin Siri können Entwickler künftig Anwendungen programmieren.

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Fünf Jahre nach Einführung für iPhone und iPad kommt Siri zudem nun auch auf den Mac. Möglich macht das das neue Mac-Betriebssystem Sierra, das die alte Nomenklatur auflöst – Mac OS X wird zu macOS und die neueste Version namentlich angeführt (macOS Sierra statt Mac OS X 10.12). macOS-Nutzer können ab Herbst mit Siri nach Informationen suchen, Dokumente finden, Suchresultate anheften oder mittels Drag & Drop bewegen und die Systemeinstellungen bedienen.

Apple-Geräte enger verzahnt, Apple Music optisch vereinfacht

Das vor zwei Jahren eingeführte Feature Continuity hat Apple weiter verfeinert und ermöglicht so eine noch engere Verzahnung zwischen den Apple-Geräten. Das neue Feature Universal Clipboard ermöglicht es zudem, Inhalte wie Text, Bilder, Fotos und Videos auf einem Apple-Gerät zu kopieren, um sie auf einem anderen Gerät einzufügen.

Außerdem wird es mit iCloud unter macOS Sierra und iOS 10 ab Herbst leichter, Dokumente zu synchronisieren: So verspricht Apple, automatisch alle Dokumente auf dem Schreibtisch und im Dokumente-Ordner auf jedem Mac, iOS-Gerät und sogar einem PC anzuzeigen.

Auch Apple TV und die Apple Watch erhalten Software-Updates

Wie erwartet kündigte der Techpionier auch ein Redesign des viel kritisierten Musik-Streaming-Dienstes Apple Music an, der es inzwischen auf 15 Millionen zahlende Nutzer bringt, wie Tim Cook stolz verkündete.

Den eigentlichen Akzent beim Redesign von Apple Music setzte allerdings die bislang weitgehend unbekannte Apple-Mitarbeiterin Bozoma Saint John, die im Zuge der Beats-Übernahme 2014 zu Apple stieß und so cool wie eine R&B-Sängerin oder Hip Hopperin die Neuerungen verkündete und dafür viel Applaus erntete.

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Auch Apple TV und die Apple Watch erhalten im Herbst mit neuen Generationen von tvOS und watchOS ein Software-Update. Mit watchOS 3 verspricht Technologie-Chef Kevin Lynch eine deutlich verbesserte Leistungsfähigkeit des Apple-Wearables mit der Möglichkeit, bevorzugte Apps sofort zu starten, einer verbesserten Navigation und neuen Fitness- und Gesundheits-Apps und -Features.

Die Set-Top-Box Apple TV wurde mit erweiterten Siri-Funktionen in noch mehr Apps ausgestattet  – inklusive einer YouTube-Suche und verbesserten Themensuche. Apples Content-Chef Eddy Cue wies darauf hin, dass bereits mehr als 6000 Apps auf Apple TV (darunter 1300 Videokanäle) verfügbar wären. Die Wall Street ließ sich indes von Apples Ankündigungsfeuerwerk nicht beeindrucken – die Apple-Aktie büßte 1,5 Prozent an Wert ein und fiel auf 97 Dollar zurück.

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Alle Kommentare

  1. Für die Internet-Ausdrucker-Neuländer-Fortschrittsfeinde sieht es zwar gleich aus, weil es der Praktikant macht. Aber es gibt schon Unterschiede:
    – Messaging : Privat und Beruflich. Das geht dann über Text/Video-Messages über bis zu Voice/Video-Anrufen.
    – News : Privat und Beruflich bzw. allgemeine News was so in der Familie, Firma, Konkurrenz-Firmen, Kollegen (LinkedIn, Xing,…) oder halt Weltgeschichte oder Umgebung los ist.
    Da stellt sich also die Frage ob man da einen Fuß reinbekommt oder die Apple-Insel zu klein ist um mehr als nur “auch noch ein Messaging Dienst” zu sein.

    Wurde iAD nicht beendet oder zur Zeit die gebuchten Budgets zu Ende ausgespielt, wohingegen Facebook große Umsatz-Prozente inzwischen Mobil macht obwohl praktisch alle behaupteten “an kleinen handy-Displays kann man keine relevanten Werbe-Umsätze generieren”. Da lagen die Ausdrucker (=Top-Boni-Manager) wohl falsch.

    Obwohl Apple4TV wohl kein 4k sondern wohl nur FullHD hat, könnte es – weil die Router oft kein Bluetooth können – die Steuerungszentrale für Smart-Home/Home-Control werden.
    Siri holt also wieder auf. Die Konkurrenz-Geräte (Echo,…) liegen ja wohl auch bei 150 Euro nur für den Lautsprecher also nur ein Zimmer.

    Weil keine großen Software-Ankündigungen zu erwarten waren, bewegt sich die Aktie wohl erst bei neuer Hardware. Letztes Jahr(?) wurde ja wohl Apple-Music vorgestellt während dieses Mal. Das Apple-Pay in Europa weiter ausbaut hätte man auch nennen können damit man mal erkennt wie rückständig viele andere Länder sind und der BREXIT die richtige Wahl ist um die Rückständigen zurückzulassen und dann billig aufzukaufen.

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