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Verzögerungen von bis zu einer Minute: Darum jubeln Ihre Nachbarn bei der EM früher bzw. später

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Spätestens am Sonntagabend war es soweit: Viele Fußball-Fans haben sich geärgert oder gewundert, dass ihre Nachbarn viele Sekunden vor ihnen über die deutschen Tore jubeln konnten. Und andere lächelten in sich hinein, als aus der Nachbarschaft gefühlt eine Minute nach dem Tor gejubelt wurde. Der Grund für die Unterschiede: die mittlerweile sehr vielen unterschiedlichen Verbreitungswege des TV-Signals.

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Wie schon vor der EM 2012 und der WM 2014 hat heise online nachgemessen, auf welchen Verbreitungswegen das TV-Signal am schnellsten beim Zuschauer ankommt – und auf welchen am langsamsten. Interessanterweise bleiben diese Werte auch nicht gleich, sondern haben sich im Laufe der Jahre leicht geändert. Der aktuelle heise-Test hat für 13 verschiedene TV-Signale gemessen, wann ein Tor zu sehen ist. Durchgeführt wurde er in Hannover, doch in anderen Orten dürften sich die Ergebnisse nicht wirklich unterscheiden.

Platz 1 geht an das SD-Signal über Satellit und an das neue DVB-T 2 HD. Direkt dahinter mit nur einer geringen Verzögerung folgen das HD-Satelliten-Signal und das alte DVB-T. Die drei verschiedenen Möglichkeiten, Kabelfernsehen zu schauen, bringen schon eine Verzögerung von 5 bis 8 Sekunden gegenüber dem schnellen Satelliten. Am schnellsten ist hier das ursprüngliche analoge Signal, danach folgen HD und SD auf digitalem Wege.

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Unschön wird es dann beim IPTV-Produkt Entertain der Telekom. Mit 11 bis 15 Sekunden Verzögerung muss der Kunde hier leben. Dass live im Netz alles andere als live ist, zeigt sich wieder einmal bei den Streams. Zattoo war mit einer Verzögerung von 28 Sekunden noch am schnellsten, die ZDF-Mediathek lag bei 37 Sekunden und Magine bei unbrauchbaren 56 Sekunden.

Wieder einmal zeigt sich bei der EM also, dass das herkömmliche Fernsehen für den wirklichen Live-Genuss eines Fußballspiels nicht ersetzbar ist. Streams können technisch gesehen kein Live-Erlebnis bieten. Leute, die ihren Fernseher abgeschafft haben, sollten sich zumindest einen kleinen DVB-T-Empfänger für ihren Rechner, ihr Tablet oder Smartphone kaufen – und im Notfall eben das Fenster schließen oder gleich per Kopfhörer schauen. Ach ja: Und Twitter ausschalten. Denn dort erfährt man auch gern mal von Toren, bevor man sie zu sehen kriegt.

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Alle Kommentare

  1. T1 wird abgeschafft und die T2-Abo-Preise sind wohl immer noch nicht offiziell für mindestens zwei Jahre offiziell verkündigt worden. Ein halbes Jahr lang bis die endgültigen Preise fest-stehen sollte man vielleicht kein DVB-T-Equipment kaufen oder nur gebraucht übernehmen.
    Oft war beim Laptop ja ein DVB-T1-Stick dabei.

    Frontrunning des Jubels weist einen darauf hin wann und wo man hingucken muss.

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