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Nest-Chef Tony Fadell schmeißt hin: iPod-Erfinder verlässt Google nach zwei Jahren schon wieder

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Kein Googler mehr: Ex-Apple-Manager Tony Fadell

Ein Spitzenjob bei Apple ist kein Freifahrtschein in anderen Tech- und Internet-Unternehmen – das hat jetzt auch Nest-CEO Tony Fadell erfahren. Der 47-Jährige, der zwischen 2001 und 2008 sieben Jahre für Apple gearbeitet hatte und als Erfinder des iPods gilt, gründete nach seinem Abschied beim Kultkonzern aus Cupertino 2010 den Smart Home-Ausstatter Nest, der 2014 von Google für 3,2 Milliarden Dollar übernommen wurde. Rund zwei Jahre später ist für Fadell beim Internetriesen nun schon wieder Schluss.

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Die zweiten Karrieren von hochrangigen Apple-Managern finden oft nicht statt. Jon Rubinstein etwa, dem große Verdienste bei der Entwicklung des iMacs und iPads nachgesagt wurden, versuchte sich nach seinem Ausscheiden als CEO des kriselnden Smartphone-Anbieters Palm – und scheiterte furios.

iOS-Chef Scott Forstall, der unter Steve Jobs eine immer wichtigere Rolle spielte und schon als kommender Apple-CEO gehandelt wurde, wurde tatsächlich 2012 von Jobs’ Nachfolger Tim Cook spektakulär gefeuert. Seitdem ist Forstall, der als eines der begehrtesten Talente des Silicon Valley gilt, nie wieder wirklich aufgetaucht und bislang nur als Berater für Snapchat in einer frühen Phase der Unternehmensgründung in Erscheinung getreten.

iPod-Erfinder Tony Fadell: Nach Nest-Übernahme Google-Mitarbeiter

Ebenfalls nicht an die glanzvolle Zeit in Cupertino konnte iPod-Erfinder Tony Fadell anknüpfen. Dabei hatte die zweite Karriere recht hoffnungsvoll begonnen: Fadell gründete nur rund ein Jahr nach seinem Apple-Exodus sein eigenes Unternehmen, den Smart Home-Anbieter Nest, der u.a. via App steuerbare Thermostaten herstellt.

Die  Wette auf den mutmaßlich nächsten großen Wachstumsmarkt Smart Home ließ sich dann Apple-Rivale Google einiges kosten: Im Januar 2014 übernahm der Internetriese Nest für stolze 3,2 Milliarden Dollar und sicherte sich die Dienste des CEOs Fadell gleich mit – es sah nach einer Akquisition aus, die Apple hätte tätigen sollen.

Kritik an Fadells Führungsstil: “tyrannischer Bürokrat”

Stattdessen arbeitete Cupertino-Kenner Fadell nun für den Erzrivalen und berichtete direkt an CEO Larry Page. Doch die Flitterwochen hielten nicht lang: Die Integration von Nest verlief, wie das Techportal The Information berichtete,  bislang keinesfalls so glatt wie erhofft, und auch die Geschäfte entwickelten sich offenbar nicht wie erwartet.

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Fadell wurde zudem im vergangenem Jahr mit der Weiterentwicklung der Datenbrille Google Glass beauftragt, die allerdings offenkundig ohne zählbare Resultate blieb.

In den vergangenen Monaten zirkulierten zudem immer wieder Interna, die Fadell einen ruppigen Umgangsstil mit Mitarbeitern bescheinigten. Der Gründer des von Nest übernommenen Sicherheitskameraherstellers Dropcam erklärte etwa, Fadell verhalte sich wie ein “tyrannischer Bürokrat”.

Fadells Zukunft: In 100 verschiedene Technologie- und Internet-Unternehmen investiert

Ende vergangener Woche wurde nun ein Schlussstrich unter das rund zweijährige Missverständnis gezogen: Fadell verkündet seinen Abschied als Nest-CEO und damit als Google-Mitarbeiter in einem Blogbeitrag mit den branchenüblichen Floskeln.

In Fadell sei der Entschluss zum Rückzug, der vom 47-Jährigen ausgegangen sei, angeblich bereits Ende vergangenen Jahres gereift. Der New York Times erklärte er: “Ich mag keine Instandhaltungsarbeit, es ist nicht, was mich morgens aus dem Bett treibt.

Fadell erklärte, er arbeite unterdessen bereits an einer elektronischen Gokart-Firma und habe in 100 verschiedene Technologie- und Internet-Unternehmen investiert. Nachfolger als CEO bei Nest wird nun der frühere Motorola-Manager Marwan Fawaz.

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