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Der FAZ-AfD-Kleinkrieg geht weiter: neue Gauland-Zitate und eine angesäuerte Frauke Petry

Frauke Petry in der Wams, Alexander Gauland in der FAZ
Frauke Petry in der Wams, Alexander Gauland in der FAZ

Der Kleinkrieg zwischen führenden AfD-Politikern und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ging am Wochenende in die nächste Runde. Während die FAZ AfD-Vize Alexander Gauland vorhielt, bei einer AfD-Veranstaltung einschlägige rechtsextreme Sprüche gesagt zu haben, beschwerte sich Parteichefin Frauke Petry im Interview mit der Welt am Sonntag über die FAZ.

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Anlass der Kritik Petrys war einmal mehr das mittlerweile berühmte Boateng-Nachbar-Zitat von Alexander Gauland in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) von vor einer Woche. Die FAS hatte Gauland aus einem Hintergrundgespräch mit den Worten zitiert “Die Leute finden ihn als Fußballspieler gut. Aber sie wollen einen Boateng nicht als Nachbarn haben.“ Die FAS titelte dazu “Gauland beleidigt Boateng”, was hohe Wellen schlug. Dass Gauland in dem Zitat strenggenommen gar nicht den dunkelhäutigen Fußball-Nationalspieler Jerome Boateng beleidigte, sondern eher Alltagsrassismus in Deutschland beschrieb, fiel dabei größtenteils unter den Tisch.

Seither befinden sich die FAZ und Gauland, bzw. die AfD in einer Art öffentlicher Auseinandersetzung über die Deutungshoheit des Zitats. die AfD-Vorsitzende Frauke Petry sagte nun in der Welt am Sonntag:

Ihre Kollegen von der “FAS” haben zugegeben, dass es ein reines Hintergrundgespräch war, in dem der Name Boateng von den Journalisten aufgebracht wurde. Und dann wurde auch noch die Überschrift des Textes so gedreht, dass Gauland Boateng beleidigt haben soll. Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass gegenüber der AfD in Ihrer Zunft die Spielregeln nicht eingehalten werden.

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Damit lieferte Petry ein klassisches AfD-Thema: die angebliche systematische Benachteiligung der AfD durch die Medien. Die FAZ legte in Sachen Gauland ebenfalls am Sonntag nach, mit einem Text über einen Auftritt Gaulands in der brandenburgischen Kleinstadt Elsterwerda. Nach dem notorisch national aufgekratzten Björn Höcke trat Gauland auf und las einen Satz von einem Schild ab, den ein Zuschauer hochhielt: “Heute sind wir tolerant und morgen fremd im eigenen Land”. Gauland machte sich die Aussage zu eigen. Außerdem machte Gauland auch noch den Höcke-Spruch von der “Kanzler-Diktatorin Merkel” zu eigenen. Beides war nicht sehr schlau. Wie die FAZ nun erläutert, ist der “Tolerant”-Satz eine feste Formulierung in der rechten Szene und gelangte durch einen Liedtext der rechtsradikalen Band Gigi & die braunen Stadtmusikanten dort zu Bekanntheit. Die Zeile stammt aus dem Lied “Tolerant & geisteskrank” aus dem 2010er Album “Adolf Hitler lebt”. Ob Gauland das wusste, ist unklar. Es zeigt aber einmal mehr, dass die AfD offensichtlich nicht nur die berühmten “besorgten Bürger” anspricht, sondern auch Anziehungspunkt für Leute mit rechtsradikalem Gedankengut ist.

Wie die noch junge Partei mit diesem Phänomen umgeht, wird mit entscheidend dafür sein, ob sie sich als Partei in der politischen Landschaft etablieren kann oder ob sie das Schicksal einer Splitterpartei am rechten Rand ereilt.

(swi)

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Alle Kommentare

  1. Was weiß der Gauland eigentlich überhaupt und wer lässt den immer noch ans Mikro und vor die Kameras…….?

    Na, und auch Frau Petry musste Ihre (vermutlich autorisierten) Aussagen im Welt am Sonntag Interview in Teilen (Rente) ja zwischenzeitlich mal wieder “klarstellen”. Insgesamt scheinen die Verantwortlichen der AfD so langsam den Verstand oder aber mindestens den Überblick über ihr Lügenkonstrukt zu verlieren.

  2. Ich würde auch Meedia empfehlen, mit der Korinthenkacker-Mentalität aufzuhören, um ständig AfD in zweistellige Prozentzahlen zu hyper-bolicen !

  3. Die “angebliche” Benachteiligung der AFD durch die Medien? 🙂 Seit 2013 feuern die kompletten deutschen Medien mit allem was Sie haben auf die AFD. So eine 100%ige Medienkampagne aller Zeitungen gegen eine Partei dürfte es in dieser Geschlossenheit aktuell höchstens noch in Nordkorea geben. Es würde mich sogar wundern wenn es in der DDR derartig einseitig zugegangen wäre. Diese Geschlossenheit der Medien zu bestimmten Themen ist höchst besorgniserregend. Und da gibt es eine ganze Reihe von Themen bei denen man sich fragt ob der Journalistenverband bei der Abschlußprüfung eine Lobotomie durchführt, das kollektive Feigheit ist oder tatsächlich eine zentrale Einflussnahme besteht.

    1. Diese Vorwürfe erinnern mich an den alten Witz von dem Autofahrer, der angesichts der Geisterfahrermeldung im Radio schimpft: ” Was heißt hier einer, HUNDERTE!”

  4. Es wiederholt sich. AfD äußert sich, Presse läßt wichtige Teile weg und verzerrt die Aussage, Volk ruft Lügenpresse. So kriegt man den Journalismus kaputt und nicht die AfD

    Wie wäre es zur Abwechslung mit Zitaten von Türken und anderen Migranten, die sich als ausgesprochene Rassen outen. Das stört wohl niemanden?

  5. Mir gefällt der “Tolerant”-Satz ganz ausgezeichnet, bringt er doch eine zu befürchtende Entwicklung auf den Punkt. Von den Band und dem Album habe auch ich noch nie gehört. Wenn ein Rechtsradikaler “1+1=2” behauptet, ist das doch nicht deswegen falsch, weil es ein Rechter ausgesprochen hat.

  6. Herr Gauland hält der Gesellschaft den Spiegel vor und diese darf ihre Verlogenheit im Spiegel sehen. Das man versucht eine Antirassistische Äußerung in Rassismus umzudeuten, ist schon ein starkes Stück. Gaulands Aussage war in keinster Weise gegen den Menschen Boateng gerichtet, sondern vielmehr gegen eine breite Schicht von Heuchlern, das sogenannte deutsches Spießbürgertum, das einem dunkelhäutigen zwar zujubelt, so jemand dann aber doch lieber nicht als Nachbar haben möchte. Ähnlich wie die Leute die angeblich überhaupt nichts gegen Flüchtlinge haben, sobald dann aber die Flüchtlingsunterkunft neben ihrem Eigenheim gebaut werden soll, dann genug haben von der Willkommenskultur. Und noch ein Beispiel: Wie kommt es, dass in Berlin die so weltoffenen grün wählenden Kreuzberger genau dann den Bezirk wechseln, wenn ihre eigenen Kinder in die Grundschule im Wohnort müssen, wo der Migratenanteil deutlich über 50 Prozent liegt?

    Die FAZ hat eingeräumt, dass die Redakteure den Namen Boateng in das Hintergrundgespräch eingebracht haben. Seriöse Journalisten hätten das angebliche Zitat zur Autorisierung vorgelegt. Hier ging es nicht um seriöse Berichterstattung, sondern lediglich um AfD Bashing! Pikant ist auch, dass der DFB nur ein paar Stunden nach dem “Eklat”, ein hochwertiges Video veröffentlicht hat, mit dem Thema “Wir sind Vielfalt”, wo die gelungene Integration mehrere Spieler mit Migrationshintergrund thematisiert wird. Da kommt doch ziemlich schnell der Verdacht auf, dass dieses ein abgekartetes Spiel ist zwischen Journalisten und einen Sportverband der sich politisch instrumentalisieren lässt. Die AFD Wähler durchschauen dies, somit wird diese Aktion der AfD weitere Wähler bringen.

  7. Weder Welt noch FAZ werden mehr ihrem Anspruch gerecht, der sie als seriöse Berichterstatter erscheinen lässt. Dies beginnt mit der Darstellung des Sachverhaltes (eine Beschreibung eines Zustandes ist neutral und keine Beleidigung) und endet mit der Manipulation von Aussagen, wie oben am Zitat der Rentenkürzung gezeigt. Dass Berichterstattung und Kommentar getrennt sein sollten, ist ebenfalls eine Tugend der Vergangenheit. Man kann über die AfD denken, wie man will, nur ist es für jeden halbwegs intelligenten Leser eine Beleidigung, dass Journalisten glauben, sie würden derartige Machwerke als seriös betrachten, nur weil ihre Zeitung behauptet dies zu sein.

  8. Leider hat die FAZ den Fehler gemacht die komplette Rede von Gauland zu veröffentlichen.
    Dadurch kann jeder Leser den Zusammenhang der einzelnen Zitat selber erkennen und kommt womöglich auf andere Schlüsse als die Rechtsextremismusexperten der FAZ.
    Ein solches Vorgehen schadet der Rolle des Journalismus, die ja darin besteht den im Regelfall dümmeren Medienkonsumenten einfache und zweifelsfreie Wahrheiten zu präsentieren bei deren Interpretation nichts falsches herauskommen darf.

  9. Meedia oder Indymedia?

    Der obige Artikel könnte so auch eins zu eins bei Indymedia erschienen sein.

    Und, doch ja was Gauland in Elsterwerda sagte (Youtube ansehen selbst urteilen) war sehr schlau. Alles bis ins letzte Detail. So schlau das es wohl noch nicht jeder verstanden hat.

    Vielleicht ist es aber auch die ewige Mission als Diskurspolizei, jedes Wort rabulistisch zu missdeuten, die dem klaren Gedanken im Wege steht.

    Migranten die nach Deutschland kamen um in einem Rechtsstaat zu leben und der Dominanz des Islam über die persönliche Freiheit zu entkommen, werden AfD wählen, so wie ich als Migrant das schon tue und viele Freunde auch.

    Übrigens las ich letztens Bushido wählt AfD. Wer hätte das gedacht? Wo die doch gegen libanesische Clans vorgehen wollen. Vielleicht brauchen die Clanbrüder nur jemanden der sie aus dem eigenen Rollenbild befreit. Als Ausstiegshilfe sozusagen.

    1. > Übrigens las ich letztens Bushido wählt AfD.

      ich finde, das passt: ungbildetes unterschichtenpack mit hang zur kriminalität. wer als migrant die AFD wäjlt, beweist im grunde nur, wie blöde man sein kann.

      wie sagt man: die dummsten schafe wählen ihre metzger selbst.

      1. Einen interessanten und aufschlussreichen Erregungszustand geben Sie da preis. Danke dafür!!

        Übrigens sind es die Kälber….. die selber…

        Aber das ficht jemanden der anderen Blödheit attestiert sicher nicht an.

      2. @ hardy

        Im November 2015 marschierte Frau Claudia Roth in Hannover mit derr Antifa und dem schwarzen Block durch die Stadt, aus der Menge heraus kamen Rufe wie “Deutschland verrecke” und “Deutschland, du mieses Stück Scheiße”.
        Quelle Bayernkurier

        Was halten sie denn davon, also da kommt Herr Gauland doch nicht mehr mit.

  10. Man muß in unserem Zeitungsblätterwald schon arg suchen, will man was erfahren über die neueste Entgleisung von Herrn Schäuble, man gebe bei google ein “Schäuble degenerierter Inzest”.
    Das, was es da zu lesen gibt, was dieser Herr gesagt hat, das ist einen wirklichen Aufreger wert, dagegen sind die Ausfälle von Gauland pille palle.
    Aber still ruht der See, nichts rührt sich im deutschen Blätterwald.

    1. Ja, eine ganz neue Kategorie hat Schäuble eröffnet.

      Den Willkommensrassismus. Stört bei Meedia aber niemanden, schliesslich soll Deutschland das miese Stück Scheiße ja verrecken.

      Das sagen die Freunde der Grünen, von Schwesig und von Maas.

      1. anekdote gefällig? als ich anfang der 90er einen job bei der grande armée als programmierer fand (ich war btw. zivi) fragte mich der kommandant, warum ich gerade für ihn arbeiten wollte. ich antwortete mit einem de gaulle zitat: “ich mag deutschland so sehr, am liebsten hätte ich drei davon.” und setzte nach: “ihr seid doch hier, um mich vor denen da draussen zu beschützen.”

        ich meinte **euch**

        euren nationalscheiss könnt ihr euch also sonst wo reinschieben. es gibt menschen in diesem land, für die ist deutschland nur ein temporärer zustand, linien in einem atlas. das könnt ihr euch jetzt mit fake-meldungen zurechtreden wie ihr wollt, aber so gesehen ist deutschland nicht tot, es riecht nur seltsam.

        nur weil ihr diesen geruch mögt, muss das andere nicht verpflichten, ihn nicht für gestank zu halten.

  11. Es ist schon traurig, was in unserem Land geboten wird. Die Hetze des deutschen- und integriertenfeindlichen Mainstreams aus allen Rohren und Lagen gegen die AfD, die es aus vielen guten Gründen am politischen Firmament gibt (und die erst aus Notwehr und im fortgeschrittenen Selbstaufgabestadium der Etablierten sozusagen 5 vor 12 Uhr entstanden ist), ist an Widerwärtikkeiten unter der Grütellinie kaum zu überbieten. Der politisch – medial assoziierte Einheitsblock, der fast alle Schalthebel der Meinungsentstehung ergebnisorientiert beherrscht und bedient, ist so von sich und seiner Macht überzeugt, dass selbst die größte Peinlichkeit einfach so lange wiederholt wird, bis wenigstens irgend etwas vom erfundenen Dreck mit den Beschuldigten in Verbindung gebracht wird.

    Das integrations- und leistungsfähige Zuwanderer verstärkte auch die AfD wählen, verstehe ich sehr gut. Diese hier von allen willkommenen Menschen wissen, was sie an Deutschland schätzen – und was sie hier auf keinen Fall auch antreffen wollen. Mit den vielen schwierigen Charakteren der illegalen Zuwanderungsflut verwechselt werden wollen sie natürlich auch nicht. Alles logisch, oder
    Wenn man Gauland vorwirft, eine in ihrer plakativen Form als solche durchaus richtige Botschaft vorzulesen, weil das irgendwann vielleicht schon irgendwelche Neonazis so auf den Punkt brachten, dann kann man auch die Verwendung des gleichen Alphabets für die Beweisführung heran ziehen! Ab und an hat auch jemand vom rechten Pöbel recht. Das kann souveräne Andersdenkende nicht dazu bringen, alleine aus diesem Grund was anderes lieber anderes zu behaupten.
    Wenn Extremisten die Matheaufgabe 1 + 1 = mit 2 beantworten, muß der Demokrat nicht zwanghaft 3 rufen um sich zu unterscheiden.
    Während Gauland wie 99,9% der Bevölkerung die Vorgeschichte des Spruches auf dem Plakat vor seinen Augen sicher nicht kannte, ist es doch interessant, wer da alles gleich weiß, wo so was herkommen könnte. Wer hat ihm diesen Spruch eingentlich vor die Nase gehalten Ist die Identität und mögliche Verbindung zu Parteien oder Medien geklärt
    Vielleicht hat man ihm ja schon wieder vorsätzlich einen Boateng untergejubelt oder eine falsche Überschrift zu anderen Aussagen angedacht…

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