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Otti Fischer vs. Bild-Mann Schüler: LG München stellt nach sechs Jahren Verfahren ein

Bild-Reporter Wolf-Ulrich Schüler (li.) und Ottfried Fischer
Bild-Reporter Wolf-Ulrich Schüler (li.) und Ottfried Fischer

Die Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2010. Jetzt scheint der Langzeit-Rechtsstreit zwischen Ottfried Fischer und der Bild, bzw. deren Reporter Wolf-Ulrich Schüler beendet. Durch verschiedene Instanzen ging der Prozess wegen des Vorwurfes der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches des Schauspielers Fischer. Am heutigen Donnerstag wurde nun auch das letzte Verfahren gegen den Bild-Journalisten gegen Zahlung von 3.500 Euro eingestellt.

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Bereits 2014 war der Reporter von dem Vorwurf freigesprochen worden, den Schauspieler genötigt zu haben. Der Journalist hatte 2009 ein Video bekommen, das Fischer beim Sex zeigen soll. Dieser gab seinerzeit an, er habe Bild nur ein Interview gegeben, weil seine Agentin ihn von der Existenz des Films unterrichtet hatte.

Am Ende drehte sich alles nur noch um die Frage, ob Schüler sich das Video hat ansehen dürfen oder nicht. In seiner Pressemitteilung zitiert Springer den Vorsitzende Richter des Landgerichtes mit den Worten: „Herr Schüler hat sich das Video angeguckt, das hätte ich auch gemacht.” Als Journalist habe er „schließlich wissen müssen, was drauf ist.” Der Vorsitzende sagte aber auch weiter: „Die kniffligen Rechtsfragen, die dieser Fall aufwirft, bleiben ungeklärt.”

Mit der Entscheidung geht eine juristische Odyssee zu Ende. Das Amtsgericht hatte den Journalisten verurteilt, zunächst auch wegen Nötigung. Das Landgericht sprach ihn von allen Vorwürfen frei. Das Oberlandesgericht (OLG) hob den Freispruch auf und verwies den Fall an eine andere Landgerichtskammer zurück. Diese sprach ihn erneut frei. Das OLG bestätigte den Freispruch im Fall der Nötigung, verwies aber wegen der Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs zurück an die Kammer.

Zufrieden kommentiert der Springer-Anwalt Claas-Hendrik Soehring: „Die Staatsanwaltschaft München hat über sechs Jahre hinweg auf absurde Weise versucht, einen Journalisten zu kriminaliseren, der nichts anderes getan hat, als gründlich zu recherchieren. Von den Vorwürfen aus 2010 ist nichts übrig geblieben.”

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Sowohl der Journalist als auch die Anklage und Anwalt Steffen Ufer als Nebenklage-Vertreter Fischers stimmten nun der Einstellung zu. Ufer sagte, der Kabarettist sehe das ganze Verfahren satirisch: Seine „Freunde von der Bild“ hätten „offenkundig“ das möglicherweise kompromittierende Video nur vom Markt bringen wollen.

Die 3.500 Euro wird Schüler an eine Vereinigung zahlen, die sich für Parkinson-Patienten einsetzt. Der 62-jährige Schauspieler Fischer ist an Parkinson erkrankt.

So ganz vorbei ist die Causa allerdings doch noch nicht. Denn beim Bundesverfassungsgericht ist noch immer Verfahren anhängig. Darin geht es um die aus Sicht von Bild widerrechtliche Hausdurchsuchung und die Handybeschlagnahmung bei Wolf-Ulrich Schüler.

Mit Material der dpa

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