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“Fragen Sie bitte auf Deutsch”: das Social-Media-Versagen der Postbank in einem Tweet

“Eine Bank fürs Leben” – solange Sie deutsch sprechen
"Eine Bank fürs Leben" – solange Sie deutsch sprechen

Die Postbank zeigt bei Twitter ein merkwürdiges Gebaren. Denn den Kurznachrichtendienst nutzt die Deutsche-Bank-Tochter in der Regel nur für einen "Service" – um über Filialschließungen zu informieren. Nun meldete sich ein Nutzer und beschwerte sich, weil er zu lange auf eine neue EC-Karte wartet – die Antwort sorgt für Unverständnis und Häme bei Twitter-Nutzern.

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Joe Miller, so der Name des Nutzers, twitterte an die Postbank, dass er nun seit über zwei Wochen auf eine neue EC-Karte sowie die dazugehörige PIN-Nummer warte. Er glaube, dass es an der Zeit sei, die Bank zu wechseln, so Miller weiter. Den Tweet setzte der Kunde auf Englisch ab.

Und er wurde erhört. Einen Tag später twitterte die Postbank zurück. Aber nicht mit einer Entschuldigung oder der Frage, wie man doch noch für die Zufriedenheit des Kunden sorgen könnte. Das Social-Media-Team versuchte – ebenfalls auf englisch – zu erklären, dass den Tweet so nicht beantworte. Miller solle seine Frage (er hatte gar keine Frage gestellt) doch bitte auf Deutsch wiederholen.

In Zeiten der Globalisierung – und vor allem für eine Bank – eine doch sehr eigenartige Reaktion. Auf Gelächter muss deshalb nicht lange gewartet werden.

Doch die Postbank setzt noch einen drauf. Als eine Nutzerin nachfragt, wieso es keine Antwort auf englisch gäbe, antwortete die Bank: Weil man nicht im Ausland tätig sei, sei die Unternehmenssprache Deutsch.

Update, 16.11 Uhr:

Gegenüber den Funkemedien hat sich ein Sprecher der Postbank geäußert und das Handeln des Social-Media-Teams verteidigt. “Der Mitarbeiter hat richtig gehandelt.” Die Unternehmenspolitik sehe vor, nur auf Deutsch zu agieren, um eine angemessene Beratung zu gewährleisten. “Ich weiß nicht, was daran anrüchig ist, in Deutschland darum zu bitten, die deutsche Sprache zu benutzen”, so der Sprecher weiter.

 

Um eine angemessene Beratung zu gewährleisten, sei es Unternehmenspolitik, nur auf deutsch zu beraten. Um sicherzugehen, dass das bei einer Anfrage auch verstanden wird, werde eine solche Frage auf Englisch beantwortet. “Ich weiß nicht, was daran anrüchig ist, in Deutschland darum zu bitten, die deutsche Sprache zu nutzen.”

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Alle Kommentare

      1. und B wie Bulgarisch, C wie Chinesisch und International wie die Internationale Sprache = Esperanto. Amstsprache ist in der Bundesrepublik Deutschland eben Deutsch und soll so bleiben. Esperanto als Zweitsprache finde ich sehr gut.

    1. @K.-E. Weber
      Ihren Hinweis “Das liegt vielleicht daran, dass die Postbank zu 100 Prozent der Deutschen Bank gehört – und nicht wie falsch berichtet zur Deutschen Post!” verstehe ich nicht. Wo steht das in dem Text von Meedia geschrieben? Ich finde am Anfang nur den Hinweis, dass es sich bei der Postbank um eine Deutsche-Bank-Tochter handelt.

  1. Ich persönlich finde es jetzt nicht schlimm wenn eine Bank aus Deutschland (die nicht im Ausland tätig ist) auch nur die Landessprache (Deutsch) nutzt und möchte um Informationen oder Anfragen zu tätigen.

    Wieder mal ein künstlicher Hype um eine normale Sache finde ich.

    1. Dein Name passt auf jeden Fall und ich wette Englisch kannst du auch nicht, wenn du sowas unterstützt.

      In Deutschland können mindestens 2-3% Menschen nur Englisch weil sie entweder erst nach Deutschland gekommen sind oder einfach mit Englisch überall zurecht kommen. Und wenn du als Kevin Mathe kannst dann weist du wie viel 2-3% aus 80 Millionen sind.

      Und wenn 2-3% der Menschen nur Englisch können liegt es in Interesse der Bank das sie eine Englische Auskunft haben.

      1. Nun ja, diese 2-3 Prozent könnten auch Deutsch lernen.
        Ist ja nicht so das Einwanderer nicht Deutsch können sollten. Nur mit Englisch kommt man in Deutschland nicht weit.
        Warum sollte man wegen einer Minderheit von 3 Prozent (Ihre Zahlen) von 83 Mio. extra Aufwand betreiben.

        Ich sehe übrigens kein wirtschaftliches Interesse der Bank. Der Kunde will doch was von der Bank.

        Der Gerichtsstand der Bank ist Deutschland. Die Amtssprache Deutsch. Alles andere nur freiwillig. Sehr einfach.

      2. Schon mutig, mit dieser Rechtschreibung über die Kevins herzuziehen …
        Außerdem hat er nichts unterstützt sondern nur Verständnis geäußert.
        Und wie die Bank ihre Interessen wahrnimmt ist auch nicht deine Entscheidung oder die des Internets.
        Und davon abgesehen: Auch wenn man lange genug in einem Land bleibt, um ein Bankkonto zu eröffnen, muss man natürlich deswegen nicht unbedingt die Sprache lernen – aber wenn man dann auf Barrieren stößt, hat man eben Pech.
        Immer erst nachdenken bevor man Kevin disst.

    2. Richtig erfasst. Das sehe ich auch so … Und stellen wir uns doch mal vor, was wäre, wenn in diesem Falle ein Deutscher oder ein Araber in den USA auf einem englischsprachigen Firmenprofil Deutsch oder Arabisch schriebe. Wetten, die Reaktionen des Artikelschreibers sowie einiger Kommentatoren hier fielen ganz anders aus?

  2. OK, das ist nicht ganz in Ordnung von der Postbank. Aber laut seiner Twitter-Seite lebt er seit fast 8 Jahren in Deutschland. Nenne ich dann wohl auch ein bisschen Versagen bei der eigenen Integration.

  3. Das einzig Peinliche sind die Reaktionen einiger offenbar selbsthasszerfressener Nutzer hier sowie der hämisch-dümmliche Grundtenor des Artikels. Wenn jemand die Postbank, eine deutsche Firma in Deutschland mit vorwiegend deutschen und deutschsprachigen Mitarbeitern, auf ihrem deutschsprachigen Nutzerprofil einfach öffentlich auf Englisch kontaktiert, ist das erst mal eine grobe Unhöflichkeit der Firma und den Mitlesern gegenüber (und dumm). Machte das umgekehrt ein Deutscher in einem anderen Land, sprächen der Artikelschreiber sowie einige der Kommentatoren hier wohl mit hoher Sicherheit von „Rassismus“ oder machten sich über den Deutschen lustig. Und vielleicht sollten sich der Artikelschreiber sowie einige der Kommentatoren mal überlegen, wie man in den USA oder jedem beliebigen anderen englischsprachigen Land reagierte, schriebe dort ein Nutzer einfach so auf dem englischsprachigen Netzprofil einer einheimischen (also englischsprachigen) Firma unvermittelt auf Deutsch (oder Arabisch, Spanisch, Russisch, Hindi, Urdu, Japanisch oder einer der anderen Weltsprachen, beziehungsweise auf Chinesisch, der meistgesprochenen Muttersprache der Welt). Die Reaktionen wären klar. Und die hier so im Deutsch-Hass wett(g)eifernden, sich nur lächerlich machenden Kommentatoren würden, davon ist auszugehen, in diesen Fällen nicht so reagieren, wie sie es im Falle der Postbank tun. „Social-Media-Versagen der Postbank“ – das ist so lächerlich, so erbärmlich, man kann es kaum fassen.

  4. Um auf Nummer sicher zu gehen hätte das “Soschl Miedia Tiem” eigentlich noch einen “E-Post-Brief” erbitten müssen – auf Deutsch – vorab per Telegramm.

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