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Stiftung Warentest legt sich mit Facebook-Hasskommentatoren an und veröffentlicht Bußgeldkatalog für Web-Beleidigungen

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Die Stiftung Warentest will nicht mehr nur in der Qualitätsbewertung von Produkten die Stimme der Vernunft sein. Die Berliner setzen sich jetzt auch in der Debatte um Facebook-Hasskommentaren an die Spitze einer Bewegung der neuen Sachlichkeit. So rufen sie im Social-Web zu „rationalen und sachlichen Diskussionen“ auf. Dazu veröffentlichen sie den Bußgeldkatalog für Netzbeleidigungen. So kann eine antisemitische Äußerung bis zu 5.000 Euro kosten.

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Auf ihrer Facebook-Seite schreiben sie:

Lasst euch von Hasskommentaren nicht entmutigen und davon abhalten, euch an Debatten zu beteiligen. Eine aufgeklärte und fortschrittliche Gesellschaft benötigt rationale und sachliche Diskussionen. Diese dürfen nicht von jenen gekapert und verhindert werden, die nur Hass schüren wollen.

Um den Vernünftigen in den sozialen Netzen Mut zu machen, auch weiterhin ihren Standpunkt klar zu vertreten und sich nicht von Pöblern bei Facebook & Co. einfach niederschreien zu lassen, hat das Social-Media-Team der Stiftung alle Anlaufstellen gesammelt, bei denen man einfach online Anzeige erstatten kann. Zudem verraten sie, welche Beleidigung im Falle einer Verurteilung, wie teuer werden würde.

Bildschirmfoto 2016-05-19 um 08.45.25Diesen Bußgeldkatalog veröffentlichte die Stiftung Warentest auf ihrer Facebook-Seite

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Nach dem Kenntnisstand von Stiftung Warentest, ist beispielsweise bei schweren antisemitischen Beleidigungen durchaus eine Strafe von bis zu 200 Tagessätzen à 25 Euro, also insgesamt 5.000 Euro, möglich.

Wenig verwunderlich, dass das entsprechende Posting der Warentester eine riesige Aufmerksamkeit in den sozialen Netzwerken erreichte. Nicht ohne einen gewissen Stolz schrieben sie: „Die Meldung über Hass­kommentare, über Strafen für Hass­reden und die Möglich­keit, online Anzeige zu erstatten, fand außer­ordentlich viele Leser. Über 1,5 Millionen Menschen bekamen die Meldung in ihre Timeline. Rund 35 000 mal wurde reagiert, geteilt oder ‘geliked’.“

Noch immer wird auf der Facebook-Seite heftig über die grundsätzliche Frage debattiert, ob die Stiftung Warentest über­haupt solche Meldungen veröffentlichen darf. „Die Reaktionen waren vielfältig – und gingen bis zu heftigen, persönlichen Angriffen gegen unsere Facebook-Moderatoren“, schreiben die Berliner.

Von der Kritik wollen sie sich offenbar nicht abhalten lassen. Immerhin geht es ihnen ja gerade darum zu zeigen, dass „Opfer von Internethass“ diesem gerade nicht „hilflos gegenüber stehen müssen“. Also will die Stiftung Warentest mit gutem Beispiel vorangehen.

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Alle Kommentare

  1. Hasskommentare sind grundsätzlich abzulehnen und eine Bestrafung sollte man der Justiz überlassen und nicht gewissen Lobbyverbänden.

    Erstaunlich,dass man nur rechte Hetze,die absolut abzulehnen ist,veröffentlicht.

    Es gibt linke Seiten,wie die von der Antifa,die auch regelmäßig zu Gewalttaten bis hin zum Mord gegen politisch Andersdenkende aufrufen.
    Dies ist ebenfalls abzulehnen.
    Solche Kommentare hätten auch abgebildet werden müssen,da man sonst das Gefühl nicht los wird,dass man das linke Spektrum gewähren lässt und nur die rechte Seite bekämpft.
    Dis wirkt dann alles so gesteuert und lässt jede Objektivität vermissen

  2. faschistoide Methoden der Denunziation greifen um sich.
    Es wird sich immer ein “Blockwart” (admin) finden, der sich in der Überzeugung “Recht zu haben” also auf der Seite der “Guten” zu stehen zur Denunziation und Abstrafung berufen fühlt.
    Danach kommt dann Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz (aus der dt. Historie: Kauft nicht beim Juden) bis zu körperlichen Angriffen und Tötungsaufruf auf Gegner (Totschlags-Postings gegen AfD-Politiker).

    Liebe Leute wisst Ihr überhaupt was Ihr da tut? Wollt Ihr Handlanger des neuen Faschismus werden?

    1. Herr Butze, da sind Sie ziemlich auf dem Holzweg. Was hat es denn mit Denunziation zu tun, wenn völlig überzogene Hasskommentare, wie die oben aufgezählten, die nach gültigem deutschen Recht eine Straftat darstellen, zur Anzeige kommen? Es ist eben falsch, zu glauben, dass man sich mit einem verbalen Rundumschlag im Internet in der Anonymität oder im luftleeren Raum befindet. Volksverhetzung (ich weiß, ein sperriger, alter Begriff) ist Volksverhetzung, egal ob verbal, mit Spraydose auf Hauswand oder Online. Was im einzelnen wirlich strafbar ist, entscheiden dann zum Glück immer noch Gerichte und nicht Stiftung Warentest oder der “Blockwart”. Ansonsten verweise ich auf den völlig zutreffenden Kommentar von Thomas Bauer weiter unten.

  3. Stiftung Warentest sollte vielleicht ihre Firmenbezeichnung ändern.
    Vielleicht in Gesetz-Stiftung oder so ähnlich. Darf denn jeder Dorftrottel jetzt Gesetze machen und Busgelder festlegen?
    Das Grundgesetz wurde uns gegeben: Von wem………….?
    Die Gesetze werden geschrieben: Von wem…………..?

    Nur zur Info, ich bin Facebook nicht angeschlossen

    1. Liebe Wilhelmine, Busgelder legt immer noch der regionale Verkehrsverbund fest 🙂

      Stiftung Warentest hat nur die Anwendung bestehender Gesetze anhand von Beispielen dokumentiert. Damit sich nicht jeder Dorftrottel an der Tastatur strafbar macht….

  4. Ist es jetzt ein „sich anlegen mit“ wenn man veröffentlicht, was vom Gericht (nicht von Stiftung Warentest und nicht vom „Blockwart-Admin“…) als Strafe verhängt werden kann? Käme Meedia auch auf die Idee, zu behaupten die dpa lege sich mit Autofahrern an, weil sie den Verkehrs-Bußgeldkatalog publiziert? Verbal abrüsten, auch im Kleinen, bitte…
    Nebenbei ist es ein offenbar beliebtes und dennoch allzu durchsichtiges Manöver, jenen, die vor faschistoiden Entwicklungen warnen oder aktiv dagegen angehen, Faschismus zu unterstellen.

  5. Ganz ehrlich?

    Ich halte GAR NICHTS von diesem Gerede von wegen “Hass-Kommentare” Je mehr man nämlich versucht, dagegen an zu stinken, um so stärker und perfider “versteckt” sich der Hass und wird immer schwerer zu erkennen. Und des weiteren ist Hass nichts anderes als das GEGENTEIL von Liebe.. Und wird DAS etwa verboten? Es sind immer 2 Seiten ein und der selben Medaille.

    Meiner eigenen Meinung nach wird der Hass erst DESHALB zu einem Problem, weil durch all die neuen Kommunikationsmöglichkeiten wirklich jeder FURZ im Millionen Leuts Köpfe geschmettert werden kann (und da redet man noch immer so schön von “Selbstverantwortung” Man.. Wir werden schon so dermaßen “zu gemüllt”, das es in Wirklichkeit doch kein Mensch mehr wirklich kontrollieren kann, was ihn zu interessieren hat und was nicht… Von allen Seiten winken einem die Nachrichten nur noch Nerv tötend ZU…

    Und JEDER der Denkt, er hätte die Sache mit der “Informations-Disziplin” auf der “Reihe”, der darf sich NICHT einbilden, das dieses gefälligst JEDER auf der Reihe zu haben hat.

    ICH finde, das man die Ängste der Bürger mehr WAHR nehmen muss, damit sie ernster genommen werden, denn mal ganz ehrlich.. WIESO gibt es denn immer mehr Hass??
    Weil die “intellente Oberliga” immer stärker auf dem “weniger gebildeten” Volk RUM trampelt und sich dann auch noch beschwert, wieso sich die unteren Schichten immer mehr beschweren.. (und selbst die studierten merken immer mehr, wie VERLOGEN doch inzwischen diese ganzen Diskussionen sind)
    Gefühle haben nicht umsonst ihre Existenz-Berechtigung!

    WER von all den “Hütern” hat denn überhaupt das “Recht”, Anderen VOR zu schreiben, WIE sie sich zu fühlen hätten?? Wenn ihr “Hüter” unbedingt wollt, das der Rest vom “Publikum” immer “wohlmeinend” und “glücklich” mit all euren Fürzen sein sollten, dann müsst ihr auch dafür sorgen, DAS das Publikum auch etwas bekommt, DAMIT es sich besser fühlen kann. Vielleicht solltet ihr mal über die Freigabe von Happy-Pills” und ähnlichen Substanzen nach denken, den Glück ist in WAHRHEIT noch immer eine Frage der CHEMIE, die da so gerade im Hirn statt findet und solange DIE LEUTE, die im Staat das SAGEN haben, immer nur an ihre EIGENEN Taschen denken, die es zu füllen gilt, so lange braucht es auch NIEMANDEN zu verwundern, DAS es immer mehr in die EXTREME ab gleitet. Der Staat an sich hat auch nur DAS verdient, was er “ausgegeben” hat.

    Selber Schuld sage ich dazu!

  6. Dieser gehypte Möchtegern-Hype dient wohl angesichts wegbrechender Umsätze danke check24, etc. dazu sich für die nächste Zuwendung von Steuergeldern ins gehorsame linientreue Licht zu rücken.
    Passend dazu der erneute Versuch der Stiftung für eine private Flüchtlingsaufnahme zu “werben”. Der Versuch hat beim ersten Mal schon nicht gefunzt. Aber Ende des Jahres gibt es sicherlich ein Orden aus Berlin.
    Und nur das zählt.

  7. Immer “ich bin der Meinung dass…” davor sagen.

    Ich verklage Stiftung Warentest für deren Feindliche Übernahme darüber was eine “Hassrede” zu sein hat und was nicht.

    Jeder hat das Recht seinem Ärger Sprachlich Luft zu machen ! Die Art und Weise wie, bleibt jedem selbst überlassen. Niemand darf sich über darüber stellen was eine Ansicht, oder ein “Hasskommentar” zu sein hat und was nicht.

    Niemand ist gezwungen sich derartige Kommentare anzutun. Schaltet einfach auf den “Aus” Knopf !

    Diese “Warentest” Leute sollten mal einen Bussgeldkatalog gegen Rüstungsfirmen und Regierungen aufstellen die die Terroristen mit Waffen Beliefern und damit den Kindern den Kopf anschiessen !

    Aber Idioten sind eben nur – Idioten ! Denn “Hasskommentare”, oder Ansichten, sind ganz Offensichtlich keine “Ware” die man Objektiv Testen kann.

  8. IN Zukunft werde ich alle verklagen die mich beleidigen und beschimpfen!
    Bin ich kein Nazi, bin verheiratet mit einer Thai und meine besten Freunde sind nicht Deutsch. Dennoch bin ich mit unserer Politik und Berichterstattung in den Medien nicht glücklich!!!

  9. Danke Meedia für diese Veröffentlichung. Ich habe nur auf einem Anlass gewartet, um das Abo von Test und Finanztest zu kündigen. Nicht einmal bei den Warentestern hat man seine Ruhe vor permanenter Unterstützung für den Kurs von Merkel. Ich werde die Meinung der Stiftung nicht ändern können, aber ich muss diese auch nicht mehr mit meinem Geld unterstützen. So hatte ich es mit DER ZEIT, der Sächsischen Zeitung und dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland auch gehandhabt.

    Grüße

    SteffenDD

  10. Das Antisemitismus, also Kritik an Juden oder Kritik am jüdischen Volk oder an einzelnen jüdischen Personen oder an bestimmten Gruppen von Juden oder an den Juden oder manchen Juden zugerechnete Dinge die höchsten Geldstrafen nach sich ziehen ist doch bezeichnend für das Problem und die Symptomatik nicht nur in Deutschland.

    Aus dem gleichen Grund ist nämlich auch Deutschland derzeit nicht in der Lage, angemessen auch auf die Asylproblematik zu reagieren.

    Die Bibel ist Scheisse oder Deutschland verrecke kann man, darf man also sagen, dass die Thora Scheisse ist soll aber ein Tabu sein und bitte auch blieben. Was für ein Unsinn und ausserdem auch ein Freibrief für jeden Juden, egal was er macht.

    Keine Sonderbehandlung mehr darum auch für Juden und sie oder auch sie betreffende Themengebiete, denn das führt sowohl im guten wie im schlechten in eine Sackgasse.

    Entweder alle frei, oder keiner frei. Ich muss die Ansichten anderer Menschen, auch die von Juden, nicht teilen, und schon gar nicht durch Zwang jedweder Art.

    Also entweder alle frei, oder es wird zwangs-läufig wieder Krieg geben.

  11. In den Beispielen scheint es Gerichtsurteile mit relativ hohen Bußgeldern (verglichen mit anderen Beleidigungen im Straßenverkehr oder gegen Polizisten) gegen missliebige Personen gegeben zu haben.
    Die Hassreden diverser Politiker im vergangenen Jahr (Maas, Gabriel, Özdemir, Gauck, etc. / Pack, Mischpoke, Dunkeldeutschland) wurden nicht sanktioniert, sondern goutiert. Wie andere Kommentatoren hier schreiben, ist es vollkommen o.k., wenn die andere Seite nicht nur beleidigt, sondern sogar zum Mord aufruft. In Baden-Württemberg wurde auf den Mitarbeiter einer Werbeagentur geschossen, weil er Plakate der AfD aufhing.

    Ich habe mittlerweile alles Vertrauen in die deutsche Justiz verloren. Es wird nicht nur mit zweierlei Maß gemessen, es wird sogar oft das Recht gebeugt. Ich fürchte, dass die natürliche Folge aus dieser Entwicklung bürgerkriegsähnliche Zustände bzw. ein Auflösen des gesellschaftlichen Zusammenhalts und damit ein Kollaps unserer Gesellschaft sein werden.

    Helfen können nur Transparenz, absolut ehrliche Meldungen, die Ross und Reiter nennen, offene Diskussionen in denen Minderheitenmeinungen nicht niedergebrüllt oder reflexhaft N*** genant werden und eine rechtsstaatliche Offensive wie folgt:
    -Zulassen und Untersuchen der hunderte oder sogar mittlerweile tausende Anzeigen gegen Angela Merkel wegen Rechtsbruch, Bruch des Amtseids und Hochverrats
    -angemessene strafrechtliche Verfolgung von Beck (Drogenkonsum) & Özdemir(Drogenproduktion!) und anderen kriminellen Abgeordneten); -angemessene strafrechtliche Würdigung und Aufarbeitung der Finanzkrise (nur in Island gab es Versuche dazu)
    -gleiche Urteile für gleiche Taten (aktuell: Mord an Biod. durch Migrant -> Achselzucken, besondere Bedingungen, 1,5 Jahre auf Bewährung; Biod. hilft anderem Biod. in Notwehrsituation gegen Schläger, leichte Körperverletzung ohne bleibende Schäden, 4,5 Jahre Knast) Die aktuelle Situation ist so absurd, dass man besser nicht die Polizei um Hilfe ruft, sondern sich selbst helfen muss. Diese Recht- und Gesetzlosigkeit ist eine Katastrophe.

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