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Spiegel fackelt nicht lange: Aus für Regionaloffensive mit NRW-Seiten nach nur drei Monaten

Spiegel-Verlagsleiter Michael Plasse verlässt das Haus “in aller Freundschaft”
Spiegel-Verlagsleiter Michael Plasse verlässt das Haus "in aller Freundschaft"

Nichts Halbes und nichts Ganzes: Nur zehn Wochen nach Einführung der NRW-Seiten stellt Der Spiegel sein ambitioniertes Regionalprogramm wieder ein. Auf Anfrage der SZ bestätigte eine Verlagssprecherin, dass die redaktionellen Extraseiten für die Leser im bevölkerungsreichsten Bundesland künftig entfallen – offenbar war es nicht gelungen, genügend neue Käufer und Anzeigenkunden zu mobilisieren.

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Der Spiegel hatte von vornherein angekündigt, die Sonderseiten zunächst für drei Monate testen zu wollen. Nach Ende der Probezeit ist nun Schluss. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärte der Spiegel-Verlag weiter, die Reaktionen bei Lesern und Werbekunden seien zwar ermutigend gewesen, und auch die Auflage sei leicht gestiegen; allerdings nicht in dem Maße, “dass es den redaktionellen und drucktechnischen Aufwand für eine permanente NRW-Ausgabe im Spiegel gerechtfertigt hätte.” Ursprünglich waren im Erfolgsfall weitere regionale Ausgaben geplant. Stattdessen werde man nun über “alternative Formen regionaler Berichterstattung” nachdenken, heißt es.

Das Scheitern der NRW-Seiten ist ein Rückschlag für die Ambitionen des Nachrichtenmagazins, den bislang unaufhaltsamen Sinkflug im Vermarktungsbereich abzubremsen. Beworben wurde das neue (Kurzzeit-)Angebot in Nordrhein-Westfalen mit einer regionalen Kampagne. Gebucht wurden dabei Anzeigen in Tageszeitungen und auf diversen Online- und Mobil-Seiten, Funk-Spots und Außenwerbung in verschiedenen Städten sowie am Düsseldorfer Flughafen. Für den Einzelhandel standen Informationspakete mit unterschiedlichen Werbemitteln zur Verfügung. Auch diese Kosten muss der Verlag nun abschreiben.

Zum Hintergrund der Regional-Offensive: Die Werbeerlöse der Spiegel-Gruppe sind allein von 2010 bis 2014 jährlich um 8,2 Prozent zurückgegangen. Betrachtet man die Entwicklung der Werbeerlöse von 2000 bis Ende 2014, sanken die Anzeigenerlöse sogar um 70 Prozent.Der Start der regionalisierten Seiten war eine der letzten Großaktionen unter der Egide des inzwischen entmachteten Vermarktungschefs Norbert Facklam. Wie beim Spiegel zu hören ist, war Facklam allerdings kein Befürworter der von ihm noch umgesetzten Regionalisierungsstrategie. Tatsächlich sollen die Regionalseiten in NRW auf Initiative der in Zusammenhang mit der Agenda 2018 gegründeten Innovationsgruppen angestoßen. Beobachter fragen sich indes, warum man beim Spiegel überhaupt ein solches Experiment gestartet hatte, nachdem damit zuvor schon u.a. der Focus gescheitert war.

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Alle Kommentare

  1. Die Fotomontage von Meedia ist ja ok aber in der Haut dessen, der die Bildunterschrift verbockt hat möchte ich jetzt lieber nicht stecken.

    Zur Erinnerung: Dies ist ausdrücklich ein Portal für Menschen, deren Arbeit es ist mit Sprache umzugehen.

    Wenn sie ihre Arbeit lieben, tut ihr Ihnen weh.

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