Partner von:
Anzeige

Streit um Panama Papers: Kreml entschuldigt sich bei der Süddeutschen Zeitung

SZ-Geschäftsführer Stefan Hilscher (links) und Wladimir Putin
SZ-Geschäftsführer Stefan Hilscher (links) und Wladimir Putin

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Vorwürfe im Zusammenhang mit den Panama Papers als westliche Provokation verurteilt. Die Süddeutsche Zeitung (SZ) publiziere im Auftrag US-amerikanischer Auftraggeber und gehöre dem US-Finanzinstitute Goldman Sachs. Die SZ wies diese Behauptungen als falsch zurück, woraufhin sich der Kreml am Freitag bei der Zeitung entschuldigte.

Anzeige
Anzeige

“Wir wissen, dass Mitarbeiter der amerikanischen Institutionen damit zu tun haben”, sagte Wladimir Putin bei seiner traditionellen Bürgersprechstunde am Donnerstag in Moskau. Die Vorwürfe versteckter Milliarden betreffen auch Vertraute Putins, der Name des Präsidenten fällt in den Panama Papers aber nicht.

Die Süddeutsche Zeitung gehöre zu einer Holding, die ihrerseits dem US-Finanzinstitut Goldman Sachs gehöre, behauptete Putin. “Überall schauen die Ohren heraus, aber sie werden nicht einmal rot.”

Die Süddeutsche Zeitung widersprach dieser Darstellung noch am Donnerstagabend: “Diese Behauptung ist falsch. Die Süddeutsche Zeitung gehört weder direkt noch indirekt zu Goldman Sachs”, so SZ-Geschäftsführer Stefan Hilscher. Die Zeitung aus München sei eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Süddeutschen Verlags, der mehrheitlich zur Südwestdeutschen Medienholding gehöre, sagte er.

Tatsächlich stünden hinter der Südwestdeutschen Medienholding eine Vielzahl deutscher Tageszeitungsverlage. Die SWMH habe die Mehrheit an der SZ im Jahr 2008 von vier Münchner Verlegerfamilien erworben, auch der Stuttgarter Verleger Dieter von Holtzbrinck habe für die Anteile geboten und dazu die Investmentbank Goldman Sachs an Bord geholt. Allerdings hätten sich die vier Verlegerfamilien damals bewusst gegen Holtzbrinck und Goldman Sachs entscheiden.

Anzeige

“Ob Putin diese Information nun bewusst falsch eingesetzt hat oder seine Leute ihn falsch informiert haben, blieb offen. Allerdings hatte der Kreml schon vor zwei Wochen angesichts der Panama Papers mitgeteilt, man befinde sich in einem ‘Informationskrieg”, so die SZ.

Update, Freitag, 15.04.2016 um 11.55 Uhr:

Nach Angaben von Spiegel Online entschuldigt sich der Kreml bei der Süddeutschen Zeitung. “Das ist wahrscheinlich unser Fehler, wahrscheinlich mein Fehler”, zitiert SpOn Putins Sprecher Dmitrij Peskow. Es habe eine unbestätigte Information gegeben, die nicht noch einmal überprüft, sondern direkt an Präsident Wladimir Putin gegeben worden sei. “Wir bitten den Verlag um Entschuldigung”, so Peskow.

Mit Material der Dpa.

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Wie war das noch mit der Atlantikbrücke und der Süddeutsche?
    Gabs dazu nicht auch mal ein “Satirestück” mit anschließender rechtlicher Aufarbeitung über die Verquickung der Süddeutschen mit amerikanischen Interessen?
    Als ob die SZ bekannt für objektive Berichterstattung wäre.
    Aber vielleicht kann man sich noch über dieses Putin-Bashing irgendwo reinwaschen. Bei Gesinnungsjornalismus ist die Gefahr des Vertrauensverlustes eben naheliegend.

  2. Wenn man recherchiert, so gibt es noch “Dritte” als Eigentümer der Südwestdeutschen Medienholding. Laut Wikipedia waren Herr Holtzbrinck und Goldman Sachs an dem Verkauf beteiligt, die dazu angegebene Quelle “Focus” ist im Internet jedoch nicht erreichbar. Die Kombination Holtzbrinck und Goldman Sachs ist häufiger zu finden, was zumindest ein Naheverhältins von Holtzbrinck (Zeit, Tagesspiegel) und Goldman Sachs nicht unwahrscheinlich erscheinen lässt. Ob die Informationen von Herrn Putin korrekt sind oder nicht, lässt sich so nicht unmittelbar verfizieren, aber auch nicht das Gegenteil.

  3. Die “Süddeutsche” ist nicht neutral. Sie macht Meinung nach linkem Gusto. Das ist furchtbar. Schaut Euch doch die Auftritte der Wichtigtuer an, die für die SZ öffentlich in die Bütt gehen. Sie triefen (Mascolo) vor Sendungsbewusstein, behaupteter Anständigkeit als Fahnder und appellieren ausgerechnet an die Leute, die sich den Arsch abarbeiten, Familien gründen, Kinder großziehen und die vom Staat geschröpft werden bis sie im Alter Sozialhilfe brauchen. Am schlimmsten dieser bräsige Prediger Prantl. Ich glaube denen und ihrer Infiltration – statt all den Politikern in D und Europa, die den normalen Bürger einkesseln, abzocken und links liegen lassen – auf die Finger zu schauen und sie in allen Bereichen (Milliardengräber, Verschwendung, Behörden-Irrsin, Monopolverhalten öffenltich-rechtlicher Sender, Lügen verbreiten, Bürger verfolgen aber die echten Täter dann bei Polizei und Gericht laufen lassen etc.) nicht aus den Klauen zu lassen. Das ist es, wofür es Pressefreiheit eigentlich gibt. Für nichts anderes ist sie wichtig. Schon gar nicht für die eigene Wichtigkeit ud Meinungsmache und Kungelei mit der Politik. Da hätten sie genug zu tun. W.Winkler den Rest auf den Punkt gebracht.

  4. Es wäre wünschenwert, wenn mehr Regierungen dieser Welt dem Beispiel des Kreml folgen würden, wenn sie etwas Falsches sagen. Meist hat der Zuhörer irgendetwas nur falsch verstanden.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia