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Barbara im Mediaagenturen-Check: viel Potenzial, aber das Cover könnte zum Problem werden…

Und immer wieder Barbara: Die Moderatorin war bislang in allen Ausgaben Cover-Optik
Und immer wieder Barbara: Die Moderatorin war bislang in allen Ausgaben Cover-Optik

Barbara Schöneberger ist Fernsehmoderatorin, Sängerin, Schauspielerin und seit vergangenem Jahr Gesicht und Namensgeberin des Gruner + Jahr-Magazins Barbara. Seit heute ist die fünfte Ausgabe auf dem Markt, für die Schöneberger mit Personality-Spots im TV trommelt. Grund für MEEDIA bei den Mediaagenturen nachzufragen, ob die Zeitschrift am Kiosk und bei den Werbekunden langfristig gefragt bleibt.

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Für Meike Rahjes, Leiterin Beratung Media, bei der Mediaagentur Pilot, steht fest: „Barbara Schöneberger als Schirmherrin in Kombination mit der geballten Brigitte-Chefredaktions-Kompetenz haben sicherlich längerfristige Chancen, das Magazin zu einer erfolgreichen Marke am Kiosk zu machen“, meint die Print-Expertin. So sieht Rahjes für den Titel weiterhin Potenzial bei den Lesern und den Anzeigenkunden, auch wenn die Auflage der zweiten Ausgabe einen Knick gemacht hat. „Es ist nicht überraschend, dass die verkaufte Auflage und das Anzeigenvolumen der zweiten Ausgabe zurückgegangen sind. 60% verkaufte Auflage im Vergleich zur Erstausgabe ist aber alles andere als ein Grund zum Jammern – im Gegenteil, es zeigt, dass die ersten Ausgaben sehr gut funktioniert haben“, meint die Pilot-Managerin gegenüber MEEDIA.

Bernhard Becker, Head of Buying bei Mediaplus, zweifelt, ob Gruner + Jahr das Auflagenniveau halten wird. „Das Magazin ist authentisch, trifft das Lebensgefühl der Zielgruppe und ist für Werbekunden aus verschiedensten Wirtschaftsbereichen interessant. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die verkaufte Auflage weiterhin auf einem derart hohen Niveau verharren wird“, meint Becker. So könnte die Auflage bereits Mitte des Jahres nachlassen. „Der Titel bleibt erst einmal stark nachgefragt. Verantwortlich hierfür ist sicherlich die Neugierde, ob das Magazin seine Echtheits-Linie wird fortführen können. Ab der zweiten Jahreshälfte könnte es etwas ruhiger werden“, meint der Mediaplus-Manager.

Auch Maria Voigt, Group Managerin Activation Print bei der Mediaagentur PHD Germany, geht davon aus, dass die Zeitschrift in diesem Jahr im Vertrieb und damit auch im Anzeigengeschäft Federn lässt. „Über die letzten Ausgaben hinweg haben die Leserinnen den Titel getestet und Barbara für sich bewertet. Sicherlich wird sich die eine oder andere Leserin mit dem Heft doch nicht identifizieren können und zu klassischen Frauentiteln zurückkehren. Daher wird sich die bisherige Auflage noch in diesem Jahr verringern und auf einem soliden Niveau einpendeln“, meint Voigt. Das werde sich natürlich auch im Anzeigenaufkommen niederschlagen. Sie geht aber davon aus, dass das G+J-Magazin sicherlich regelmäßig in den Mediaplänen beachtet wird. „Eine Integration in die Markt-Media-Studien wäre allerdings wichtig, um eine Belegung auch mit Zahlen begründen zu können“, bemerkt sie.

Seit heute liegt Barbara mit der fünften Ausgabe (“Männer”) am Kiosk. Nachdem vom Premierenheft mehr als 250.000 Exemplare verkauft wurden, waren es von der Nummer 2 insgesamt 150.000 Stück. Wie aus Grossokreisen zu hören ist, konnte der beeindruckende Wert der zweiten Nummer in der Folge nicht auf dem hohen Niveau gehalten werden. Auch zur Vermarktung machte G+J Zahlen publik. Mit der Ausgabe Nummer 1 erzielte Gruner + Jahr ein Anzeigenvolumen von 1,3 Millionen Euro beziehungsweise 50 Seiten. In der Ausgabe 2 zählte der Verlag 35 Anzeigenseiten.

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Susanne te Poel, stellvertretende Geschäftsführerin bei Crossmedia, ist voll des Lobes für das G+J-Produkt. Ihre Einschätzung: „Hohes Leser- und somit verhältnismäßig hohes Anzeigenpotenzial“. Verantwortlich hierfür sei, dass dem Verlag eine Innovation geglückt sei. „Tatsächlich bietet das Magazin einen innovativen Wert, da es die Sprache der aufgeschlossenen, multitaskingfähigen und modernen Frau spricht“, meint die Crossmedia-Vizechefin. Auch mittelfristig hätte das Produkt Perspektive: „Bei zunehmender Entwicklungsgeschwindigkeit vieler Dimensionen der Medienwelt würde ich zunächst von einer kurzfristig sehr guten und mittelfristig guten Chancen sprechen“, betont te Poel.

Dennoch gibt es auch Schönheitsflecken. Eine Gefahr für den Titel könnte langfristig sein, die Moderatorin immer wieder auf dem Cover in Pose zu setzen. „Irgendwann könnte es in der Tat problematisch werden, Barbara Schöneberger immer wieder neu zu inszenieren und auch die Inhalte des Heftes nach Barbara-Art aufzuladen“, meint die Print-Spezialistin Rahjes. Das sollte der Verlag als Aufgabe und Ansporn nehmen. Denn „ohne Frau Schöneberger wird es nur schwieriger, dem Titel das richtige Flair und Leben einzuhauchen“, meint die Managerin.

Bernhard Becker, Head of Buying bei Mediaplus, sieht das anders. Auf dem Cover immer wieder die auf vielen Kanälen präsente Moderatorin Barbara Schöneberger zu zeigen, könne ein Garant für einen langfristigen Erfolg des Produkts sein. „Schöneberger verleiht dem Titel einen Charakter, der den meisten Frauenzeitschriften fehlt. Qualitativ und konzeptionell ist dem Titel eh nichts vorzuwerfen und so macht doch die Namensgeberin mit ihren frechen und ironischen Statements den Unterschied“, meint der Printexperte.

Ähnlich wertet dies auch Voigt von PHD Germany. „Barbara Schöneberger ist und bleibt authentisch. Auch wenn sie immer wieder auf dem Cover zu sehen sein wird und möglicherweise einige Leserinnen nach einer gewissen Zeit wieder abspringen werden, so zeigt es doch, dass Frau Schöneberger zu ihrem Heft steht und nicht nur Namensgeberin ist – es ist drin was drauf ist“, urteilt die Mediaspezialistin.

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