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Warum die New York Times so gut wie nicht über die “Panama Papers” berichtete 

New York Times-Vize Matt Purdy hat sich zu den Panama Papers geäußert
New York Times-Vize Matt Purdy hat sich zu den Panama Papers geäußert

Die "Panama Papers" über Geschäfte mit Briefkastenfirmen in Steueroasen haben weltweit für Schlagzeilen gesorgt - vorerst aber nicht bei der renommierten New York Times (NYT). Viele Leser waren am Montag überrascht und fragten bei der Redaktion, warum das Thema auf der NYT-Homepage auch Stunden nach den Veröffentlichungen nicht auftauchte, obwohl die Zeitung sonst bei so vielen investigativen Recherchen mitmischt.

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Auch auf der Titelseite der Montagsausgabe fand sich das Wort “Panama” nicht. “In diesem Fall handelte es sich um keine Geschichte über einen einzigen Fakt, den wir einfach bestätigen konnten”, sagte Vize-Chefredakteur Matt Purdy zur Begründung. “In diesem Fall hatten Hunderte Reporter daran lange Zeit gearbeitet.” Die Redaktion sei zwar sehr interessiert an dem Datenleck und der daraus folgenden weltweiten Berichterstattung. Man sei es den Lesern aber schuldig, das Material selbst auszuwerten und die Berichte nicht ungeprüft zu übernehmen.

Die New York Times ist eigenen Angaben zufolge nicht Mitglied des Internationalen Konsortiums investigativer Journalisten (ICIJ), das die Daten auswertete. Auf der ICIJ-Homepage heißt es dagegen, man arbeite auch mit der NYT zusammen. Purdy erklärte allerdings: “Wir wussten nicht, dass diese Dokumente da draußen waren und dass an ihnen gearbeitet wurde. Wir hatten keinen Zugang zu den Dokumenten, und das ist ein sehr großes Problem.”

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Alle Kommentare

  1. Es wird alles an Information versickern, was sich nicht um Länder geht, die UN-Sanktionen brechen. Immerhin wird dieser investigative Club der toten Journalisten von Rockefeller, Carnegie und Konsorten bezahlt. Da wird keiner US-freundlichen Bude irgendwelcher Dreck aus dem Nest geholt werden.

  2. Na, wer wird denn schon Verschwörungstheorien verbreiten?

    Einfach mal hier reingucken:
    http://www.heise.de/tp/artikel/47/47867/2.html


    …und sich die weltweit wohl einmaligen Vorschriften für Geschäftsfirmen zunutze macht: Keine Stammkapitalpflicht, keine Buchführungs- und Bilanzierungspflicht, keine Aufbewahrungspflicht für Belege und Nachweise zur Mittelverwendung und – bei entsprechender anwaltlicher Beratung – keine Betriebsprüfungen…

    Machen die Amerikaner immer einen auf Weltpolizei, aber vor ihrer eigenen Tür siehts gänzlich anders aus – hat vor allem auch den Vorteil, dass so Milliarden an Geldern ins Land hinein fließen: Im Zweifelsfall hat man doch lieber das Geld bei sich im Land, wenn auch nich unter Zugriff, als wenn man es gar nicht hat, weil es woanders liegt?

    Grüße

  3. Tja, warum die New York Times nicht oder kaum über die Panama Papers berichtet? Vielleicht, weil dieses Blatt ohnehin nicht oder kaum über Dinge berichtet, die woanders als in den USA spielen. Ganz banal: Gibt’s da nennenswerte Berichte oder Kommentare über eine Fußball-WM? Und darüber redet die ganze Welt, sicher noch ein bisschen mehr als über die Panama Papers.
    Die NYT berichtet eigentlich kaum über Dinge, die nicht in New York passieren. Ganz eigentlich berichtet sie sogar nur über Dinge, die in Manhattan passieren. Schon Brooklyn ist für dieses Blatt Ausland. Es ist eine Lokalzeitung, wenn auch eine sehr große.
    Verglichen mit der Süddeutschen jedenfalls, um nochmal eine Fußball-Analogie zu bemühen, ist die NYT so was wie Fortuna Düsseldorf, und die SZ so was wie der FC Bayern.
    Das erklärt, warum die nix über die Panama Papers bringen, und es erklärt auch, warum einem das ziemlich egal sein sollte.

  4. Komisch, ich schaue auf die New York Times und der erste Artikel, den ich sehe ist über die Panama Papers. Aber für einige ist ja alles eine Verschwörung.

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