Partner von:
Anzeige

“Panama Papers”: Kanzlei Mossack Fonseca startet Gegenoffensive

Bildschirmfoto-2016-04-04-um-00.59.29-630x353-1.png

Erstmals seit Veröffentlichung der "Panama Papers" äußert sich die Kanzlei Mossack Fonseca offiziell zu den Vorwürfen. Ihre Kritiker hätten keine Ahnung vom Finanzgeschäft und würden falsche Rückschlüsse ziehen. Die Anwälte sehen sich als Opfer.

Anzeige
Anzeige

Einen Tag hat die Kanzlei Mossack Fonseca abgewartet, jetzt sind die Finanzanwälte aus Panama zum Gegenangriff übergegangen: Am Montagabend (Ortszeit) stellte das Unternehmen ein komplettes Informationsportal ins Internet und äußerte sich dort erstmals offiziell und umfassend zu den Vorwürfen über undurchsichtige Finanzgeschäfte mit Briefkastenfirmen.

In koordinierten Berichten von Medien aus rund 80 Ländern wird zahlreichen Politikern, Sportlern und Prominenten seit Sonntag vorgeworfen, ihr Geld mithilfe der Kanzlei in Offshorefirmen geparkt zu haben. Auch mehrere tausend Deutsche sollen laut der Süddeutschen Zeitung Briefkastenfirmen der Kanzlei in Panama genutzt haben.

“Diese Berichte stützen sich auf Vermutungen und Stereotypen”, teilte die Anwaltsfirma in einer vierseitigen Stellungnahme mit. Mossack Fonseca sei noch nie im Zusammenhang mit kriminellen Handlungen beschuldigt oder angeklagt worden und werde in ein falsches Licht gerückt. Der Öffentlichkeit fehle das Fachwissen, um “die Arbeit von Firmen wie uns” richtig einordnen zu können.

Die Kanzlei halte sich an internationale Standards, um weitestmöglich sicherzustellen, dass von ihr gegründete Gesellschaften nicht zur Steuerhinterziehung, Geldwäsche, Terrorfinanzierung oder für andere kriminelle Zwecke genutzt würden. “Wir bieten auch keine Lösungen an, die den Zweck haben, ungesetzliche Handlungen wie Steuerhinterziehung zu verbergen”, heißt es in der Stellungnahme. Die unter dem Schlagwort “Panama Papers” ausgewerteten Dokumente würden zeigen, dass Mossack Fonseca “kompromittierten Personen” oder solchen, die benötigte Informationen zurückhielten, seine Dienste verweigere.

Mossack Fonseca hält die Abschöpfung der Informationen durch ein Datenleck für strafbar. Auf der nun ins Netz gestellten Internetseite finden sich Fragen und Antworten zu dem Geschäftsmodell der Kanzlei, ein Interview mit Teilhaber Ramón Fonseca Mora und ein wissenschaftlicher Fachartikel zu bestimmten Rechtsfiguren in Panama.

Anzeige

Mossack Fonseca gründet Kapitalgesellschaften und verkauft diese an Zwischenhändler wie Banken und Vermögensberater, die sie dann an die Endkunden weitergeben. Zudem bietet die Kanzlei auch bestimmte Verwaltungsdienstleistungen für die Offshorefirmen an.

Anders als teilweise dargestellt sei Panama keine Steueroase, schrieben die Anwälte von Mossack Fonseca. Zwar müssten dort registrierte Firmen keine Einkommens- oder Kapitalertragssteuer auf in anderen Ländern getätigte Investitionen oder Transaktionen zahlen. Der panamaische Finanzsektor sei aber streng reguliert und folge internationalen Regeln.

Auch die Arbeit von Mossack Fonseca werde genau kontrolliert, teilweise von verschiedenen Institutionen gleichzeitig, hieß es nun in der Stellungnahme. Zudem folge die Kanzlei strengen internen Richtlinien zur Risikobewertung und Kundenprüfung.

“Wir sind verantwortungsvolle Mitglieder der globalen Finanz- und Wirtschaftswelt”, schrieben die Anwälte von Mossack Fonseca. “Wir bedauern jeden Missbrauch unserer Dienstleistungen und unternehmen Schritte, um ihn zu verhindern.”

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Ich konnte und kann das wichtigtuerisch-moralinsaure Salbader-Geschwafel von Herrn Investigativ-Superman Georg Macolo nicht aushalten und war sowieso der Ansicht, dass wieder – dieses Mal weltweit – etwas aufgeblasen wird, das keiner so richtig durchschaut. Das vorsichtige Herantasten, was legal ist und was illegal, wen man beschuldigen darf oder es besser lassen sollte, haben doch deutlich gezeigt, dass diese “Investigativ-Journalisten” in einer Gemengelag herum-eiern, von der sie selbst sehr wenig verstehen. Was ja nicht schlimm ist. Schlimm ist, dass es in Deutschland unglaublich vieles gibt, bei dem ganz dringend investigativer Journalismus gebraucht würde. Leider jagen sie in Deutschland lieber nicht oder sehr wenig. Und wenn, dann ist nach einem Bericht wieder Schicht im Schacht. Warum? Sind die Investigativ-linge einfach zu gut eingebunden oder zu abhängig von den deutschen Verflechtungen? Könnten sie selbst mit untergehen, wenn sie mal das veröffentlichen würden, was hier alles auf Veröffentlichung oder Nachverfolgung wartet und wartet und wartet. Statt dessen werden minütlich in irgendwelchen News Verlautbarungen von vermeintlichen Wichtig-Menschen wie staatstragende Ergüsse veröffenlticht. Eine Krähe hackt wohl doch der anderen… und so weiter. Nur gut, dass bei “uns” schon die Babies per Steuernummer registriert werden. Bei “registriert” fällt mir ein: Wurde der Skandal von 500.000 Nichtregistrierten schon investigativ durchs Dorf gejagt? Nö oder? Da hat doch der Bundesinnenminister heute im MoMa tapfer widersprochen und alle haben es berichtet. Brav!!! Back to Panama.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Meedia

Meedia