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Nach Terror in Brüssel: Deutscher Journalisten-Verband warnt vor zu blutigen Bildern

Nach den Anschlägen im Brüssel warnt der DJV vor zu blutigen Bildern
Nach den Anschlägen im Brüssel warnt der DJV vor zu blutigen Bildern

Diese Woche dominieren die Anschläge von Brüssel die Nachrichten. Wie gehen Medien damit um? Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands, Frank Überall, warnt vor zu blutigen Bildern. Diese nutzten denen, die Angst und Schrecken verbreiten wollten, sagte Überall der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Das ist auch eine Verantwortung, der sich Medienmacher stellen müssen."

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Von Caroline Bock, dpa

Beobachten Sie ein Abstumpfen?
Nein, Journalistinnen und Journalisten haben aus meiner Sicht in diesem Fall einfach ihre Arbeit gemacht. Sie haben handwerklich gut Nachrichten gemacht, berichtet und eingeordnet. Was die Ereignisse mit den Kolleginnen und Kollegen machen – vor allem mit jenen, die vor Ort in Brüssel waren – steht auf einem ganz anderen Blatt. Das kommt zuweilen erst nach Stunden, Tagen oder Wochen hoch. Die Beachtung und Aufarbeitung solcher Traumata durch immer häufigere Einsätze dieser Art muss eine größere Rolle in den Redaktionen spielen müssen.

Wie schützen sich Journalisten davor, in Routine zu verfallen?
Ich war ja selbst viele Jahre als Polizeireporter unterwegs: Da habe ich meinen Job ähnlich dem eines Rettungssanitäters gesehen. Man muss die Bilder ausblenden, die man sieht und aufnimmt, kann sich mit dem Leid nicht direkt auseinander setzen. Empathie wird da eher zu einer theoretischen Kategorie. Trotzdem muss man immer darauf achten, diese Empathie vor lauter «Funktionieren» nicht ganz zu verlieren. Letztlich sind Journalistinnen und Journalisten auch nur Menschen – die in der gleichen Gesellschaft leben wie alle anderen, die die gleichen Gefühle haben und auch die gleichen Ängste.

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Was ist bei der Bildauswahl zu beachten?
Es wird immer wieder darum gestritten, wie drastisch die Bilder das Leid der Opfer illustrieren sollen. Allzu überspitzte «Blut-Bilder» nutzen doch letztlich auch nur denen, die Angst und Schrecken verbreiten wollen: den Terroristen! Das ist auch eine Verantwortung, der sich Medienmacher stellen müssen.

Wie ist ihr Eindruck von der Berichterstattung insgesamt?
Sie ist ganz überwiegend an Fakten orientiert und ausgewogen, ohne Übertreibungen. Ausnahmen jedoch bestätigen leider die Regel …

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