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Online-Kiosk will Technik verkaufen: Blendle-Button soll Artikelkauf auf Newssites schneller machen

Blendle-Gründer : Alexander Klöpping, Marten Blankensteijn (r.)
Blendle-Gründer : Alexander Klöpping, Marten Blankensteijn (r.)

Der Online-Kiosk Blendle hat seine Technologie verbessert, sodass eine Anmeldung eigenen Angaben zufolge nur noch 23 Sekunden dauern soll. Nun will das niederländische Start-up seinen Fortschritt in Geld umsetzen und bietet Verlagen künftig an, die Kauftechnik gegen Umsatzbeteiligung auf ihren Websites einzubinden. 17 Medienhäuser haben bereits Interesse bekundet, schreibt das Handelsblatt.

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Darunter seien insgesamt zwölf deutsche Unternehmen, unter anderem das Magazin Cicero sowie der Kicker, aber auch Axel Springer mit seinem Wirtschaftsmagazin Bilanz, die Berliner Morgenpost von Funke sowie der Madsack-Titel Hannoversche Allgemeine Zeitung.

Mit dem Blendle-Button sollen Nutzer zukünftig Artikel direkt von den Portalen aus kaufen können, ohne den Blendle-Kiosk betreten zu müssen, erzählt Gründer Marten Blankensteijn dem Handelsblatt. Der CEO meint, dass sich durch das Einbinden des Buttons auf der eigenen Seite sechs Mal schneller zahlende Abonnenten gewinnen ließen. Belege dafür zitiert das Blatt nicht. Mit dem Blendle-Button lassen sich aber auch direkt gesamte Angebote abonnieren, wie anhand von Übermedien.de deutlich wird.

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Blendle, das vor einem halben Jahr aus den Niederlanden auch auf den deutschen Markt kam, steht vor einem internationalen Expansionskurs – zunächst in die USA. Die dortige New York Times ist – wie hierzulande das Medienhaus Axel Springer – bereits an Blendle beteiligt. Wie das Handelsblatt schreibt, könnte das Start-up danach auch in weitere englischsprachige Länder wie Indien, Australien oder Kanada expandieren.

Über Umsätze der Zeitungen und Magazine durch den Verkauf ihrer Artikel im Online-Kiosk Blendle ist wenig bekannt. Auch Verkaufszahlen nennt Blendle nicht. In Branchenkreisen heißt es allerdings, dass sich gut laufende Artikel, die es auch in die Top-10 der wöchentlichen Blendle-Charts schaffen, in der Regel zwischen 500 und 1000 Mal verkaufen. Wie viele Nutzer Blendle hierzulande hat, verrät das Unternehmen nicht, nennt aber eine Zahl für Deutschland und die Niederlande: 650.000 Leser.

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Alle Kommentare

  1. Die Nutzerzahlen von Blendle liegen nicht völlig im Dunklen. Ich habe sie in den ersten 6 bis 8 Wochen relativ genau beobachtet: Die Kategorie “Politik” war die am meisten Präferierte, abgesehen von “Blendle Empfehlungen”, in der man mehr oder minder automatisch dazugezählt wurde und die knapp doppelt so viele “Mitglieder” zählte wie die Rubrik Politik. Heißt: Rund die Hälfte aller Angemeldeten interessiert sich für Politik. Die Relationen zwischen den Kategorien sind seitdem überraschend konstant geblieben. Von daher braucht man nur die “Politikinteressierten” zu verdoppeln und man darf recht zuverlässig schätzen: Bislang haben sich bislang rund 50.000 Deutsche dort angemeldet. Das Wachstum hat sich also prozentual deutlich abgeflacht, was zeigt, dass sich das Angebot kaum herumspricht – wer es nutzt, scheint es für sich zu behalten. Wenn von diesen 50.000 wiederum 20% ihr Konto gelegentlich auffüllen, landet man bei circa 10.000 aktiven Usern und dementsprechend alles in allem bei Umsätzen, die nirgendwo einen einzigen Arbeitsplatz finanzieren.
    Die Gründe für das erstaunliche magere Zwischenergebnis liegen in der falschen Marketing-Positionierung (es geht ja mitnichten um Lieblingszeitungen und -zeitschriften) und in der Preispolitik (einige Verlage ziehen die Zahlmauer so hoch, als wollten Sie Käufer abwehren). Beides ist ursächlich mit der strategischen Unentschlossenheit der Verlage verbunden, die, wie es scheint, fürchten, dass Ihnen der Einzelverkauf das Abogeschäft zusätzlich minimiert, ohne dass sie wenigstens mehr Reichweite für Online-Werbung bekommen. Viele Verlage sind bei Blendle dabei, aber alle sehr vorsichtig. “Wir schauen uns das an”. Testen noch. Kann ich verstehen, denn natürlich kann man sich weitere Axthiebe in den traditionellen Einkommensmix nicht mehr leisten.
    Der Einbau der Bezahlfunktion auf der eigenen Website wäre aber klar ein Bekenntnis zu einer offensiveren Vermarktung des Einzelartikelverkaufs. Wobei sich die Verlagsstrategien an diesem Punkt eben auch differenzieren – und es wird sehr spannend sein zu beobachten, wer über die Schatten seiner Vergangenheit hinüberzusteigen imstande ist und was letztlich besser funktioniert.
    Blickt man eine Eck weiter, sieht man dann weitere Chancen, die mit Blendle als reine Bezahlhilfe möglich wären: “Affiliate Selling” durch Blogger oder andere Plattformen. Das hätte natürlich sehr viel Charme, nicht für “general interest” oder “News”, aber eben für die vielen Artikel, in die mehr Aufwand hineinfließt und an die sich spezielleres Interesse bindet. (Paradoxerweise bekäme die Zeitungsmarke durch die Lösung aus dem eigenen Umfeld die Bedeutung einer klassischen Konsummarke – als Orientierung im Kaufakt.)

  2. Die Frage ist weniger, wie viel Verlage mit Blendle verdienen können. Die Frage ist alleine: Mehr als sie es selbst schaffen?

    Bisher war der Verkauf von einzelnen Artikeln eine Frechheit. Alter Artikel zumal. Da wurden teilweise mehrere Euro verlangt, mal für einen halbwegs aktuellen, mal für einen längst in den Archiven verschwundenen in der Zweitverwertung. Nicht selten gar nur für einen begrenzten Zeitraum abrufbar.

    Wofür?

    Nun muss man sich ärgern. Dass man es selbst nicht besser (und ohne Umsatzbeteiligung) geschafft hat.

    Ich nutze Blendle gerne. Ich meide dort aber jene Zeitungen, die weiterhin maßlose Preise verlangen (1€ für ein kurzes Interview, 45ct für das “Bild der Woche”, …) oder sich Artikel mit 75ct vergolden lassen wollen, die auf der eigenen Webseite kostenlos stehen.

    Aber für gute Artikel zahle ich plötzlich. Mehr als ich vorhatte. Und das, obwohl ich bei Enttäuschungen durchaus von der (sehr benutzerfreundlichen!!) Rückgabemöglichkeit Gebrauch mache.

    Blendle war überfällig, schon vor 10 Jahren. Was macht es so anders? Meist zurückhaltende Preise, dem Umfang angemessen. Faire Rückgabe möglich, man vertraut dem Kunden. Eine Deckelung beim Preis der jeweiligen Ausgabe, man fühlt sich nicht verar***t (wieso sollte ich 5 Artikel für 5 Euro kaufen, wenn die Zeitung nur 1,60 gekostet hat?). Und das ganze mit einem wunderschönen, klassischen Layout, das der Onlineausgabe mancher Zeitung weit voraus ist.

    Bravo, weiter so!

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