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Coup im Radiogeschäft: Focus-Gründer Helmut Markwort steigt bei Sendenetzbetreiber ein

Focus-Gründer Helmut Markwort
Focus-Gründer Helmut Markwort

Helmut Markwort ist als Gründer und Ex-Chefredakteur des Burda-Magazins Focus im Mediengeschäft bekannt. Nebenher hat der gebürtige Darmstädter ein kleines Reich an Radiobeteiligungen aufgebaut, darunter an Antenne Bayern und Radio FHH. Jetzt beteiligt sich der Journalist an dem Düsseldorfer Sendenetzbetreiber Uplink Network – aus einem bestimmten Grund.

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Von Gregory Lipinski

Jahrelang war der Sendenetzbetrieb für Radiostationen fest in den Händen des Kölner Quasi-Monopolisten Media Broadcast, einer ehemaligen Telekom-Tochter. Wollten Radiostationen ihre Inhalte transportieren, mussten sie auf das Sendenetz der Media Broadcast zurückgreifen und dafür kräftig zahlen. Doch seit Anfang des Jahres droht die Machtmacht zu zerfallen. Durch eine Regulierungsverfügung der Bundesnetzagentur ist es möglich, dass neue technische Anbieter aktiv werden dürfen, darunter die Düsseldorfer Uplink Network. Sie können den Stationen deutlich preiswertere Angebote für ihren Sendebetrieb unterbreiten.

Einzige Ausnahme ist Bayern. Hier bleibt Media Broadcast weiterhin  unangefochtener Platzhirsch, da das Unternehmen durch eine medienrechtliche Besonderheit des Landes geschützt ist. So können dortige Radiosender nicht zu preiswerteren Anbieter wechseln, da der Einkauf dieser Dienstleistung über die staatliche Bayerische Medien Technik GmbH (bmt), einer Tochter des Bayerischen Rundfunks (BR) und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), erfolgt. Und die setzt weiter auf Media Broadcast. Dies dürfte Markwort jedoch wenig schmecken, besitzt er doch in Bayern diverse Radiobeteiligungen – darunter an Antenne Bayern. Der Sender muss daher deutlich mehr für den Netzbetrieb bezahlen, was den Gewinn schmälert.

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Nun beteiligt sich Markwort an Uplink Networks. Dem Vernehmen nach investiert er in einen kleinen Anteil von weniger als fünf Prozent. Gleichzeitig wird der Journalist Mitglied des Unternehmensbeirats, der vom ehemaligen Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling geleitet wird. Markwort und Schwarz-Schilling dürften ihre Drähte in die Politik nutzen und nichts unversucht lassen, um den Sonderfall in Bayern zu Fall zu bringen. Denn dies wäre für beide ein Segen. Uplink Network würde die Radiostationen, an denen der Focus-Gründer beteiligt ist, als neuen Kunden gewinnen. Und auch Markwort selbst könnte profitieren. Seine Radiobeteiligungen würden wertvoller, da die Stationen ihre Kosten für den Sendetrieb drücken können.

Markwort: „Über meine Beteiligungen im Radiomarkt kenne ich die Probleme und Defizite des bisherigen Monopols sehr genau.” Und weiter: „Uplink ist erfolgreicher Pionier bei der Einführung des Wettbewerbs im Markt für Sendedienstleistungen, und ich möchte nun gerne helfen, diesen Weg konsequent weiterzugehen.“

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