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Phantom Scheinselbstständigkeit: G+J stellt Verträge mit freien Mitarbeitern auf den Prüfstand

G+J-Verlagschefin Julia Jäkel

Deutschlands Medienunternehmen räumen auf: Nachdem bereits etliche Verlage prüfen, offensichtlich scheinselbstständig Beschäftigten feste Jobs anzubieten, denkt auch das Medienhaus Gruner + Jahr über Veränderungen für so genannte „feste Freie“ nach. Den Betroffenen ist allerdings unklar, was sich ändern wird, kritisiert der Berufsverband Freischreiber. G+J will die Pläne am Mittwoch vorstellen.

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Ab dem 1. April soll es keine „festen Freien“ mehr am Baumwall geben. So laute ein Gerücht, das derzeit in den Fluren von Gruner + Jahr kursiere, berichtete der Berufsverband Freischreiber bereits zu Beginn der Woche. Gegenüber der taz stellte G+J-Kommunikationschef Frank Thomsen allerdings klar: „Gruner + Jahr wird auch in Zukunft mit Freien zusammenarbeiten.“

Hintergrund für die verlagsinternen Hausarbeiten hinsichtlich der Anstellungsverhältnisse in den Redaktionen sind die bundesweiten Ermittlungen von Behörden und Rentenversicherung in Sachen Scheinselbstständigkeiten (MEEDIA berichtete) sowie die Reformpläne von Arbeitsministerin Andrea Nahles. Die will die Kriterien zur Feststellung von Scheinselbstständigkeiten verschärfen. Das Verlagshaus am Baumwall ist da bei weitem kein Einzelfall. Derzeit prüfen branchenweit Verlage, wie mit mehr oder weniger „festen Freien“ zukünftig umgegangen wird.

Welche Veränderungen bei G+J ins Haus stehen, ist nicht klar. Bei den einzelnen Objekten soll es erste Gespräche zwischen Chefredakteuren und Freien gegeben haben; eine allgemeine Information der Mitarbeiter steht allerdings noch aus. Die freien Mitarbeiter haben sich deshalb mit einem Schreiben an G+J-Chefin Julia Jäkel gewandt und Transparenz eingefordert. Wörtlich heißt es darin: „Wir, rund 170 freie Mitarbeiter aller möglichen Professionen und Redaktionen des Hauses, möchten darüber informiert und an der Entscheidungsfindung beteiligt werden – und zwar, bevor uns Verträge vorgelegt werden, die wir nur noch annehmen oder ablehnen können.“

Das Verlagshaus hält sich auf Medien-Anfragen bedeckt, teilte bisher nur mit, dass man die Beschäftigungsverhältnisse der freien Mitarbeiter prüfe und individuelle Lösungen suche. Am kommenden Mittwoch will G+J die Mitarbeiter über das Vorgehen des Medienhauses informieren.

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