Partner von:
Anzeige

Burdas DLD 2016: Und jährlich grüßt das Murmeltier

Mr. und Mrs. DLD: Dominik Wichmann und Steffi Czerny
Mr. und Mrs. DLD: Dominik Wichmann und Steffi Czerny

Burdas Digital-Kongress 2016 mit dem leicht ins Gagaeske changierenden Motto „The Next Next“ geht am Dienstagmittag zu Ende. Zum ersten mal mit Dominik Wichmann als Co-Geschäftsführer an der Seite der altgedienten DLD-Frontfrau Steffi Czerny. Regelmäßige Besucher der Branchensause XXL dürften mittlerweile Probleme bekommen, die einzelnen DLD-Jahre auseinanderzuhalten.

Anzeige
Anzeige

It’s only the Beginning“ war die DLD-Konferenz dieses Jahr betitelt und der New Yorker Marketing-Professor Scott Galloway hielt den vermutlich am meisten diskutierten und beachteten Vortrag, bei dem er in atemberaubendem Tempo Chancen und Risiken der vier Digital-Giganten Apple, Amazon, Google und Facebook durchhechelte.

Ach ne, Moment mal. Das DLD-Motto dieses Jahr lautete ja „The Next Next“. Trotzdem war der meist diskutierte Vortrag der vom New Yorker Marketing-Professors Scott Galloway, der in atemberaubenden Tempo die Chancen und Risiken der vier Digital-Giganten Apple, Amazon, Google und Facebook durchhechelte. Auch auf dem DLD in New York hielt Galloway den Vortrag schon einmal.

Gang of four Horsemen

Unterschied: Diesmal setzte sich Showman Galloway eine Perücke auf und lieferte eine Instant-Parodie auf Superstar Adele ab. Und: Während er bei seinem Vortrag vom vergangenen Jahr Apple noch für die Wandlung vom Tech- zum Luxuskonzern lobte und anpries, bekam Apple diesmal sein Fett weg. Vor allem wegen der rumpelnden Einführung der Apple Watch. Galloways Vortrag hieß 2015 noch „The four Horsemen“, 2016 lautete der Titel: „Gang of Four“. Und Galloway hielt seinen Vortrag diesmal statt im überfüllten Maxsaal im überfüllten Atrium. Man kann da schon mal durcheinander kommen. Auch das Social Media Team vom DLD verlinkte auf Twitter aus Versehen den alten Vortrag Galloways von DLD Blog 2015. Die wenigsten dürften den Unterschied bemerkt haben.

Und sonst so an der Vortragsfront: Regierungssprecher Steffen Seibert ließ sich von DLD-Chefredakteur und Ex-stern-Chef Wichmann interviewen und sammelte ordentlich Sympathiepunkte mit guten Sprüchen, wie dem Papst-Kanzlerinnen-Vergleich: “Wir dachten, es ist nicht gut, hinter dem Papst zu sein.” Claus Kleber outete sich als Netflix-Abonnent seit 1998 (damals war er USA-Korrespondent fürs ZDF) und machte einen guten Job beim Interview mit Netflix-Boss Reed Hastings.

Und WhatsApp-Chef Jan Koum hatte neben bravem Lob für die Veranstalter (DLD ist angeblich die einzige Digitalkonferenz, die er besucht) die News im Gepäck, dass WhatsApp künftig auf die 99 Cent Abos verzichtet.

Anzeige

Auch bei Koum bestand akute DLD-Verwechslungsgefahr: Er trug das gleiche grüne John Deere-Shirt auf wie 2014.

Einige Teilnehmer dachten übrigens tatsächlich, Uber-Chef Travis Kalanick sei auch da. Aber ne, ne. Der war der Star-Gast vergangenes Jahr. The Next Next als the next yesteryear.

DLD in der Zeitschleife

Burdas DLD – so ein bisschen scheint er in einer Zeitschleife gefangen. Vergangenes Jahr hieß es, dass die Veranstaltung 2016 in eine neue Location ziehen würde, weil am lieb gewonnenen Standort, dem HypoVereinsbank-Forum, ein Hotel gebaut würde. Dann war doch wieder alles wie immer. Die Hotel-Bauarbeiten haben sich angeblich verzögert, nächstes Jahr soll der DLD dann aber wirklich von neuer Location grüßen. Es würde dem DLD wohl gut tun. Neuer Veranstaltungsort soll die futuristische BMW-Welt sein, die diesmal schon Schauplatz der DLD-Party am Montagabend war.

Wirtschaftlich dürfte der Haupt-DLD für Burda mittlerweile eine feine Sache sein. 3.500 Euro werden mittlerweile als regulärer Ticket-Preis aufgerufen, 1.500 mehr oder weniger zahlende Teilnehmer sollen es 2016 gewesen sein. Macht rein rechnerisch rund 5,2 Mio Euro Umsatz. Aber bei weitem nicht alle Teilnehmer dürften den vollen Preis gezahlt haben.

Davos-Klasse und Otto-Normal-Medienfuzzi

Zumal der DLD für Burda Media vor allem imagemäßig von nicht zu überschätzender Bedeutung ist. Der Tross der High-Flyer zieht vom DLD stets direkt weiter zum Weltwirtschaftsforum nach Davos, wo auch die Burda-Manager beim DLD-Nightcap noch einmal aufmarschieren. In den Ecken bietet der DLD auch Gelegenheit für echtes Networking, wenn zum Beispiel der Burda-CEO entspannt an der Treppe mit Star-Investor Klaus Hommels (Lakestar) plaudert.

Für die, die nicht nach Davos weiterjetten, ist und bleibt der DLD in erster Linie ein großes Klassentreffen auf dem auch Otto-Normal-Medienfuzzi mal ein bisschen in die große weite Digitalwelt reinschnuppern darf. Während das beruhigende Geblubber von „Transition“ und „Change“ von der Bühne wabert, wird im Food Court und in Fluren heiterer Branchen-Tratsch ausgetauscht. Beliebter Tratsch-Point war wie jedes Jahr der zugige Flur zwischen Eingangsbereich und Food-Court. Vermutlich, weil dort die Lautstärke kommod ist.

Inoffizielle Herberge des Events war das Motel One am Sendlinger Tor. In nur zehn Minuten Fußweite zum Kongress gelegen, traf man dort abends und beim Frühstück die vereinte Kollegenschar. Die Davos-Fraktion nächtigt dagegen standesgemäß im nebenan gelegenen Bayerischen Hof.

Noch etwas war anders in diesem Jahr: Die berühmten DLD-Taschen mit Konferenz-Goodies wurden nur noch an zahlende Teilnehmer verteilt. Die Nicht-Zahler kamen so nicht in den Genuss einer Powerbank, eines Notizbuchs, einer Trinkflasche und eines Turnbeutels der Lufthansa. Was man halt so braucht, wenn man nach Davos fliegt …

Keine Neuigkeiten aus der Medien-Branche mehr verpassen: Abonnieren Sie kostenlos die MEEDIA-Newsletter und bleiben Sie über alle aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Werben auf MEEDIA
 
Meedia

Meedia