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Anne Wills sonntägliches Talk-Comeback: zum Glück ganz die Alte auf dem Premium-Sendeplatz

Zum Glück ganz die Alte am Sonntagabend: Anne Will
Zum Glück ganz die Alte am Sonntagabend: Anne Will

Anne Will feierte ihr Talk-Comeback am Premium-Sendeplatz am Sonntagabend mit einer Sendung zu einem hochkomplizierten, unvermeidlichen Thema. Es ging natürlich um Köln, die Flüchtlinge und Alles. Es war vielleicht nicht ihre beste Sendung aber weiß Gott auch keine schlechte. Ihre Entscheidung, so gut wie nichts am Konzept der Sendung zu verändern, ist eine gute.

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Mit dabei waren WeltN24 Chefredakteur Stefan Aust, Anne Will-Gerne-Gast Gesine Schwan, Ahmad Mansour, Autor des Buchs „Generation Allah“, und vor allem Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts und Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung.

Im Prinzip war es ein Solo für Altmaier, der mit viel Geduld und Sachkenntnis seine Paraderolle als Muttis Voice ausfüllte. Auch wenn ihm die Politiker-Unart, generell nicht auf gestellte Fragen zu Antworten, nicht fremd ist.

Aber Anne Will hat ihre Souveränität beim Wechsel vom späten Mittwochabend auf den Sonntag zum Glück nicht verloren. Sie merkte, wenn ausgewichen und zu weit ausgeholt wurde. Sie hakte nach, sie machte ihren berühmten „Punkt“. Und sie musste sich an einer Stelle, als Aust und Altmaier sich ob der Zahlen ein wenig zu sehr und zu lautstark kabbelten und die übrigen Gäste mit einfielen, sogar als Talk-Dompteurin beweisen.

Sie machte das, indem sie alle Gäste deutlich und bestimmt mit Namen ansprach und einige Sekunde Ruhe einforderte, bevor sie und nur sie das Wort wieder neu verteilte. Beeindruckend, wie sehr Anne Will ihre Fähigkeit als Gesprächsleiterin in den vergangenen Jahren geschärft hat.

Im Gespräch mit Stefan Niggemeier meinte sie neulich, auf einem Sendeplatz innerhalb der Woche genieße man als Talkmaster „Artenschutz“. Am Wochenende nun richte sie sich darauf ein, wieder „voll auf die Fresse zu bekommen“. Außerdem hatte sie registriert, dass die Medienkritik mit ihr pfleglicher umging nachdem sie ihren Sendeplatz am Sonntag 2011 an Günther Jauch verloren hatte. Das sei wohl so eine „Art Verliererbonus“ gewesen.

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Da schiebt sie ihre guten Kritiken zu sehr auf die Umstände. Das mit dem „Artenschutz“ während der Woche kann zum Beispiel Frank Plasberg mit „Hart aber fair“ vermutlich nicht bestätigen. Kann es nicht auch eine Rolle gespielt haben, dass sie – nachdem der Druck erst einmal weg war – einfach lockerer wurde und am Mittwochabend im Laufe der Zeit auch eine Menge dazugelernt hat?

In der Tat hat Anne Will nach dem Wechsel auf den Mittwoch sehr vieles sehr richtig gemacht und es zeugt von Klugheit, dass sie und ihr Team bei der Rückkehr auf den Sonntag nun praktisch gar nichts verändern. Das Studio ist ein bisschen blauer geworden, aber sonst: zum Glück eine stinknormale Anne Will-Sendung. Nicht ein Wort verlor sie über die Rückkehr. Das erledigte „Tagesthemen“-Moderatorin Caren Miosga kurz vor dem Abspann aber auch da wurde das Thema von Anne Will schnell weggelächelt.

Dieselben Stühle, dasselbe Studio, dieselbe Frau. Es war vielleicht nicht die allerbeste Anne Will-Talkshow an diesem Sonntag aber auch keine schlechte. Das Thema Flüchtlinge/Köln/ Integration ist halt ein ziemliches Monstrum, das schwer in einer Stunde in den Griff zu bekommen ist.

Anne Will ist nach der Weihnachtspause wieder auf dem Bildschirm und sie ist auch am Sonntag – Huch! – ganz sie selbst geblieben. Das, und dass jetzt ein par Millionen Leute mehr die beste Politik-Talkshow im deutschen Fernsehen sehen werden, sind aus Mediensicht zunächst einmal sehr gute Nachrichten.

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Alle Kommentare

  1. Habe nicht verstanden ….. wie war das ???
    Unsere Politiker verpflichten sich dem Eid , Schaden von der Bevölkerung fern zu halten……wie war das in Köln …. wo waren die Politiker, haben sie die Frauen beschützt???? Wo waren ganzen Polizisten ??? Hilfesuchende beschützen???? Liebe Medien und Politiker diese Misshandelnde Frauen haben zwar keine Fassbomben abbekommen, aber zum Teil auch ein lebenslanges Trauma. Jetzt ist meine Frage :” waren die verantwortliche wirklich so naiv zu glauben so etwas war nicht vorhersehbar?”

    Wieso lassen unsere Politiker” Hilfesuchende “Junge Männer in solchen Massen unsere Grenzen stürmen. Wenn sie genau wissen ,es gibt für diese Menschen kein Bleiberecht und man kann sie auch nicht Abschieben???
    Herr Altmaier hat zwar viel erzählen dürfen, nur hat er vergessen zu sagen das nicht nur diese Million Menschen zu uns geschleust wurden …sondern was ist mit dem Nachzug ( humane Berechnung 1Million plus 4Millionen = 5 Millionen Nachzug für das vergangene Jahr). Dafür werden unsere Sozialhilfeempfänger aus Ihren Wohnungen vertrieben und Hilfesuchende in diese Wohnungen gesetzt .

  2. So hat Anne Will ihre Ohnmacht ausgedrückt:
    “Wir reden alle durcheinander. Ich würde gerne Ruhe reinbringen!” – ihr gelang es nicht. Die Moderation blieb abwesend. Es zeigt sich immer deutlicher, weder Politik noch Medien beherrschen die Asylbewerberthematik – sie sind überfordert.
    Der Spiegel schreibt:
    » Bei “Anne Will” wurden wichtige Themen diskutiert – leider chaotisch und ohne nennenswerten Beitrag der Moderatorin. «
    Als Teil der Zivilgesellschaft kann man sich über das mediale und politische Versagen nur wundern und Kritik üben.
    Rätselhaft bleibt was Stefan Winterbauer gehört und gesehen hat.

  3. Damit bleibt und ist sie nicht sehenswert. Maischberger, Jauch, Illner sind Plapperrunden ohne wirklicher Konfrontation sowie interessanten Gästen. Reihrum besucht Bosbach mehrfach im Jahr eine dieser nichtssagenden Quasselrunden. Andere tun es ihm gleich mit identischen Aussagen und immer um den heißen Brei gequatscht. Kein Politiker und die jeweiligen Gastgeber hat die Traute die Anzahl der Gäste auf 3 Teilnehmer zu beschränken und die Gäste per Abstimmung durch den Zuschauer wählen zu lassen. NPD, SPD und GRÜN oder AfD, CDU und Linke oder NPD, CDU und GRÜN, usw, usw. Redezeitbeschränkung auf jeweils 15 oder 20 Minuten für jeden Teilnehmer. Zuschauerfragen aus dem Internet integrieren. Wenn in diesen Sendungen 5 oder 6 Teilnehmer sitzen und das Ego von Maischberger, Illner, Will so groß ist, das sie einen gehörigen Teil der Redezeit für sich beanspruchen, dann kotzt mich das an. Was können die Diskutanten schon in 6 bis 7 Minuten sagen, wenn sie sich dann noch gegenseitig ins Wort fallen und der Zuschauer nur noch die Hälfte versteht. Die Gästezahl muss drastisch verringert werden, denn hinter der großen Gästezahl verbirgt sich nur die monotone Einfaltslosigkeit, täuscht nur Vielfältigkeit der Meinungen vor. Die Altparteien sind sich letztendlich in ihren Zielen im Grunde einig. Maischberger,Will und Co. haben Angst vor Gästen die von der NPD, anderen poöitischen Richtungen und unabhängige Journalisten kommen und zur besten Sendezeit ihre Vorstellungen von Deutschland darlegen könnten. Doch gerade diese Konfrontation will der Zuschauer. Mir ist doch egal ob die Teilnehmer von den Altparteien kommen oder von der NPD oder der Tierschutzpartei. Die müssen etwas zu sagen haben, was den Unterschied zwischen ihnen deutlich macht. Die Probleme, die unser Land gerade hat, sind es wert von ALLEN Seiten beleuchtet zu werden. Dazu will ich Vertreter aus jeder politischen Richtung in einer kleineren Runde sehen. Doch dazu fehlt denen nicht nur der Mut, sondern der vorauseilende Gehorsam sitzt denen in den Knochen wie das Knochenmark. Deshalb sind diese Sendungen sinnlos und leer und werden es wohl auch bleiben.

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