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Internationale Presse zu #HbfKöln: „Vergleichbar mit Terroranschlägen in Paris“

Handyvideo der Krawalle am Kölner Hauptbahnhof an Silvester

Die Silvester-Vorfälle in Köln sorgen international weiter für Schlagzeilen. Die Leitmedien Europas stellen dabei überraschende Bezüge her. So vergleicht die Presse in Italien und Lettland in ihrer Berichterstattung die Vorkommnisse rund um den „Sex-Mob“ mit den Attentaten in Madrid und Paris. Dänische Kommentatoren sehen sogar einen Angriff auf das Gesellschaftsmodell Europas sehen.

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So schreibt die dänische Tageszeitung Politiken: „Eine Gesellschaft, in der zwei der entscheidendsten Prämissen sind, dass Frauen und Männer vollkommen gleich sind und dass sich alle – unabhängig vom Geschlecht – frei und ohne Angst im öffentlichen Raum bewegen können. Es ist eine Grundvoraussetzung, um in Europa zu leben, dass man akzeptiert, dass Frauen dieselben Rechte genießen wie andere, egal, ob sie einen Minirock oder ein Kopftuch tragen.“

In Italien hat sich auch die große Tageszeitung La Repubblica mit Köln beschäftigt und schreibt: „Was an Silvester in Köln und anderen deutschen Städten geschehen ist, hat unsere Verletzbarkeit offengelegt, es war in vielerlei Hinsicht vergleichbar mit den Terroranschlägen in Paris, London und Madrid.“

Drastische Worte findet Latvijas Avīze aus Lettland: „Unabhängig davon, wer die Angreifer waren – Taschendiebe oder Sexualstraftäter, neu angekommene Asylbewerber oder deutsche Staatsbürger mit ‚Migrationshintergrund‘ –, sind die Auswirkungen dieser Ereignisse ähnlich wie die der Paris-Massaker: Sie erzeugen Angst. Dies ist sowohl in Interviews als auch sozialen Medien zu vernehmen. Obgleich niemand getötet wurde, sind die Opfer von den Angreifern in einer sehr ähnlichen Situation überrascht worden.“

Lidové noviny aus Tschechien nimmt die Stadt Köln in die Verantwortung: „Immer deutlicher zeigt sich, dass es nicht nur um ein Versagen der örtlichen Polizei geht, welche die Lage offensichtlich überhaupt nicht unter Kontrolle hatte. Von Ratlosigkeit zeugt auch die Reaktion der Stadtoberen.“

In den Tagen zuvor äußerten sich auch andere europäische Medien. Besonders harte Worte kamen dabei aus den Niederlanden. Die konservative niederländische Zeitung „De Telegraaf“ nahm die sexuellen Übergriffe in Köln zum Anlass, dass Thema in drastischen Worten mit der Flüchtlingsdebatte generell zu verknüpfen. „Bislang war es opferbereiten Naivlingen – beziehungsweise nützlichen Idioten der Flüchtlingsindustrie – gelungen, diejenigen, die aus wirtschaftlichen sowie gesellschaftlichen Erwägungen den Flüchtlingsstrom hinterfragen, in eine unliebsame politische Ecke zu stellen, wo sie nicht hingehören“, schrieb das Blatt in seiner Mittwochausgabe.

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