Anzeige

Krautreporter machen dicht: Nur Abonnenten dürfen Texte lesen – und diese mit Freunden teilen

Krautreporter-Gründer Sebastian Esser: Mit Paywall ins zweite Jahr

Die Krautreporter, die kurz vor dem Start in ihr zweites Jahr stehen, ziehen nun eine Paywall hoch. Zukünftig sollen nur noch die bezahlenden Abonnenten Zugriff auf die Artikel der Plattform haben. Geschäftsführer Sebastian Esser und Philipp Schwörbel reagieren damit auf das Feedback ihrer Kunden – ein Fenster bleibt aber auch für Nicht-Abonnenten offen.

Anzeige

Denn Nicht-Zahler sollen weiterhin Zugriff auf Krautreporter bekommen, wenn die eigenen Abonnenten sich dazu entschließen, einen Artikel weiterzuverbreiten. Die Freunde oder Follower des Abonnenten könnten dann 48 Stunden lang auf den geteilten Link zugreifen.

Als ersten Grund für diese Änderung nennen Esser und Schwörbel die Fairness. Viele ihrer Nutzer hätten sie in den vergangenen Monaten gefragt, wieso sie für etwas bezahlen sollen, was andere gratis lesen können. Mit der neuen Regelung wollen man das „Trittbrettfahrerproblem“ lösen. Es zeigt aber auch, dass die Nutzer das Kommentieren und den Austausch mit den Krautreporter-Journalisten, für den sie nämlich eigentlich zahlen, nicht als Mehrwert angenommen haben. Zweiter Grund sei das Wachstum. „Um attraktiv für neue Mitglieder zu sein, wollen wir euch mehr bieten als unsere E-Books, Podcasts, Events und das Recht mitzureden. Der Zugang zu unseren Geschichten soll in Zukunft das wichtigste Privileg sein. Damit neue Interessenten Krautreporter-Beiträge kennenlernen können, freuen wir uns, wenn ihr sie an eure Freunde verschenkt“, so die Krautreporter-Chefs.

Bis zum Start in das zweite Jahr (15. Oktober) wollen die Krautreporter noch einige weitere Änderungen bekannt geben. Details folgen aber erst im Oktober. „Wie immer: Es ist ein Versuch. Wir wollen ausprobieren, ob Krautreporter dadurch gewinnt.“

Derzeit sind sie dabei, die Finanzierung durch die Gründung einer Genossenschaft zu sichern. Dies ist seit Gründungsidee Teil des Geschäftsmodells, das die Macher verfolgen. Doch die Art und Weise, wie jetzt für das Fortbestehen der Krautreporter getrommelt wird, legt zumindest nahe, dass die Verlängerung der Mitgliedschaft für viele Abonnenten alles andere als selbstverständlich ist. Mindestens ein Drittel der 18.000 aktuellen Mitglieder müssen bei der Stange bleiben, hieß es im Juni dieses Jahres, damit die Krautreporter weiter handlungsfähig bleiben. Neben der 60 Euro teuren Jahresgebühr steht es Fans der Krautreporter nun offen, sich für 250 Euro auch einen Mini-Anteil an dem Unternehmen zu sichern.

(ms)

Anzeige