Anzeige

Pressereaktionen zu #4U9525: Zwischen trauernden Angehörigen und einem Alpental der Verwüstung

Bereits kurz nach dem Absturz twitterten einige Nutzer, dass sie nun auf keinen Fall weinende Menschen am Düsseldorfer Flughafen sehen wollen, deren Trauer Teil der Berichterstattung über den Flugzeugabsturz werden sollte. Auf ihrer Titelseite hielt die Bild sich daran und zeigte nur die Absturzstelle. Die Hamburger Morgenpost und die B.Z. war da weniger zurückhaltend.

Anzeige

Auch wenn im Vorfeld einige Kommentatoren mit einer anderen Reaktion gerechnet hätten. Auf ihrer Titelseite setzt die Bild ganz auf die schnöde Nachricht. Man sieht nur die Absturzstelle. Dazu eine faktische Headline. Zudem verzichten die Berliner auf ihrer letzten Seite auf die bunten Meldungen aus der Show- und Promi-Welt. Stattdessen druckt die Bild eine schwarze Seite mit einem kurzen Text der Anteilnahme.

bild_text

Auch Stefan Raab und die ZDF-„Anstalt“ waren der Meinung, dass es der falsche Tag für kurzweilige mediale Unterhaltung sei. Deshalb verzichteten beide am gestrigen Abend auf die Ausstrahlung ihrer Sendungen.

Auch die Süddeutsche Zeitung, die Welt, das Handelsblatt, FAZ und auch die taz setzten auf eine sehr faktische Berichterstattung. Die Welt kompakt ging dagegen emotionaler vor und zeigte ein Foto von Kerzen, die auf dem Schulhof in Haltern aufgestellt wurden.

welt-kompakt_text

Die Hamburger Morgenpost und die B.Z. hingegen zeigten dagegen trauernde Menschen vom Düsseldorfer Flughafen.

bz_mopo_text

RP-Online war am Vortag sogar soweit gegangen, eine ganze Klickstrecke aus dem Leid der Angehörigen zu machen. Nach heftigen Reaktionen im Netz ruderten die Düsseldorfer allerdings schnell zurück.

Natürlich beschäftigten sich auch die Kommentatoren mit der Tragödie und ihren Auswirkungen. So schrieb Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart in seinem Morningbriefing: „Auch wenn die Billig-Strategie von Firmenchef Carsten Spohr mit dem Unglück nichts zu tun haben sollte, muss der Vorstand neu denken. Die Fremdvergabe von Wartungsdiensten, das Anheuern von Piloten mit weniger Flugstunden, die im Vergleich zur Mutter Lufthansa doppelt so alten Maschinen der Germanwings, das sind keine Maßnahmen, die Vertrauen bilden. Die Passagiere verlangen jetzt nach mehr Sicherheit, nicht nach zusätzlichem Rabatt. Der Vorstand tut sich selbst den größten Gefallen, wenn er das bisher Beschlossene in Frage stellt, bevor es andere tun. Geschäftsmodelle müssen heutzutage der Gesellschaft und nicht mehr nur dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Energiekonzerne, Banken und Pharmaunternehmen wissen, was hier gemeint ist.“

Bild-Politik-Chef Bela Anda ärgerte sich über die Kritik einiger Nutzer an der Reise der Kanzlerin:
„Beschämend ist, was manche User auf der Facebook-Seite der Bundesregierung über die Reise Angela Merkels nach Frankreich posten. Vieles regelt die Netzgemeinde ja unter sich und kein Hauch von Zensur soll den Betreibern der Seite offenkundig zum Vorwurf werden. Ich hoffe nur, dass Angehörige der Opfer diesen Mist nicht lesen.“

Anzeige