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Keine Macht den Hatern: Presserat will, dass sich Medien mehr um Leser-Kommentare kümmern

Der Deutsche Presserat hat den Pressekodex mit Blick auf den digitalen Wandel ergänzt und erweitert. So betont der Presserat nun, dass die Presse auch die Verantwortung für Nutzer-Beiträge, vulgo: Leserkommentare, trägt. Redaktionen müssten Verstöße gegen die Presseethik auch in Kommentarspalten beseitigen, sobald sie von diesen erfahren.

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Eine weitere Änderung besagt, dass unter Pseudonym veröffentlichte Online-Nutzerbeiträge auch als Leserbrief in einer Printausgabe veröffentlicht werden können, wenn auf die Quelle hingewiesen wird. Eine weitere neue Richtlinie hält außerdem fest, dass bei Online-Veröffentlichungen eine Richtigstellung mit dem ursprünglichen Beitrag verlinkt sein soll bzw. dass sie, wenn sie in dem Beitrag selbst erfolgt, kenntlich gemacht wird.

Der Presserat will mit diesen Änderungen auf „onlinespezifische Anforderungen“ reagieren. „Die Überarbeitung des Pressekodex war notwendig, da durch spezifische Erscheinungs- und Veröffentlichungsformen in Online-Medien neue presseethische Fragestellungen aufgeworfen werden“, erläuterte Presseratssprecher Tilmann Kruse die Kodexergänzung. „Mit den neuen Richtlinien trägt der Presserat den Entwicklungen im Online-Bereich Rechnung.“

 Den kompletten, überarbeiteten Pressekodex finden Sie hier auf der Website des Presserats.

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