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Auslagerung der Schlussredaktionen: Lektoren schreiben offenen Brief an Hubert Burda

Mitte Januar wurde bekannt, dass Burda das Lektorat der News- und Style-Redaktionen auslagern will. Insgesamt 40 Mitarbeiter, die sich auf 30 Stellen überwiegend bei Focus, Bunte, Freundin, TV Spielfilm oder Elle verteilen, sollen betroffen sein. In einem offenen Brief wenden sich nun 16 Betroffene an Verleger Hubert Burda persönlich.

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In dem Schreiben, das MEEDIA vorliegt, heißt es: „Zum Erfolg der Magazine trägt die Arbeit der Schlussredaktionen entscheidend bei. Deren Mitarbeiter zeichnen sich durch hohe zeitliche Flexibilität, akribische Textprüfung und eine auf langjähriger Erfahrung beruhende Sachkenntnis aus. In der Schlussredaktion laufen die Fäden der redaktionellen Produktion zusammen“.

Nach Einschätzung der Unterzeichner sei es offensichtlich, dass eine solch komplexe Aufgabe nicht außerhalb der Redaktionen und auch nicht zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten zu erfüllen sei. „Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass die Entscheidung, die Tätigkeiten auszulagern, rein rechnerisch und ohne genaue Kenntnis der Arbeitsabläufe erfolgt ist.“

Der Brief endet mit einem Appell an die Verantwortlichen, im Interesse des Verlags von den Schließungsplänen abzusehen. Dann wenden sich die Autoren noch einmal direkt an Hubert Burda: „Auch bitten wir Sie als Verleger und Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger, sich für die Rücknahme der Kündigungen und damit einen fairen Umgang mit Mitarbeitern einzusetzen, die viele Jahre lang wesentlich dazu beigetragen haben, die Qualität der Magazine aus dem Hause Burda sicherzustellen.“

Bereits bei Bekanntwerden der Umstrukturierungen erklärte ein Verlagssprecher gegenüber MEEDIA, dass es ein umfangreiches Hilfspaket für die gekündigten Leute geben soll. Neben Abfindungen, Beratungsgesprächen und Hilfe bei der Stellensuche werde der Verlag sie auf Wunsch auch beim Schritt zur Unternehmensgründung unterstützen. Sollten sich Mitarbeiter mit Lektoratsdienstleistungen selbstständig machen wollen, stellt Burda in Aussicht, hier auch als Auftraggeber aufzutreten.

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