Anzeige

DJV kritisiert Alice Schwarzer wegen Empörungsaufruf über Islamisten

Fotos: dpa

Alice Schwarzer fordert mehr Empörung über Islamisten, schließlich würden Kriegsflüchtlinge ja vor ihnen fliehen. Außerdem stellte sie die Frage, warum sich „alle“ über Pegida aufregen würden, anstatt sich mit der Ursache für die Bewegung auseinanderzusetzen – mit der die Angst vor der „offensiven islamistischen Agitation“. Der Chef des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), Michael Konken, kritisiert Schwarzer scharf und drängt auf „weniger Panikmache“ in der Islam-Diskussion.

Anzeige

„Alle empören sich über Pegida, doch wer empört sich eigentlich über die Islamisten?“ Mit diesem Tweet und dem dazu gehörigen Text „Sie fliehen vor den Islamisten“ sorgte die Emma-Chefin Alice Schwarzer am Dienstag für Aufregung.

Auf ihrer Webseite schreibt sie von den „neuen Faschisten“, auf die „wir offensiv zugehen“ müssten. „Selbstverständlich müssen wir diese Flüchtlinge aufnehmen und ihnen beistehen! Aber: Wir müssten gleichzeitig die Ursachen des Horrors bekämpfen“, erklärt sie und fordert „Empörung der politischen Klasse über die Forcierung von Parallelgesellschaften“ – und nicht „nur“ über Pegida.

Dieser Beitrag löste eine heftige Debatte bei Twitter aus. Am Mittwoch meldete sich auch der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken zu Wort und kritisierte Schwarzer scharf. „Dass Alice Schwarzer ihre Meinung sagt, ist ihr gutes Recht. Aber wem nützt das Aufschaukeln der Emotionen?“ sagt Konken. Der DJV mahnt im Gegenteil zu einer Versachlichung der Islam-Diskussion. Die widerwärtigen Gräueltaten der Terrororganisation Islamischer Staat dürften nicht zu einer wachsenden Emotionalisierung in der Medienberichterstattung führen, fordert Konken.

Die Medien ruft er dazu auf, gemäß den redaktionellen Grundsätzen wie Aktualität und Relevanz über die IS-Verbrechen zu berichten. Ein Hang zur Panikmache in der Berichterstattung vertrage sich nicht mit den Aufgaben des kritischen und unabhängigen Journalismus.

Anzeige