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„Lügenpresse“: Der Postillon verwirrt Pegida-Anhänger mit falscher Demo-Absage

Einer der Schlachtrufe auf den montäglichen Pegida-Demonstrationen ist „Lügenpresse, Lügenpresse“! Doch trotzdem schenken ihr offensichtlich einige Anhänger Glauben und sind auf einen Beitrag des Postillon hereingefallen – unwissend, dass es sich um ein Satiremagazin handelt. Der Postillon verkündete, die Demo am Montag würde ausfallen und legte sogar eigens ein Fake-Profil eines angeblichen Mitorganisators an, der die Veranstaltung „offiziell“ absagte. Und das war erst der Auslöser einer großen Verwirrung, die mittlerweile auch Spiegel Online involviert.

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„Die heutige Pegida-Demo fällt aus!“, titelte das Satiremagazin Der Postillon am Montag. Der Grund: interner Streit. Als „Beweis“ verlinkten sie auf das private Facebook-Profil eines der Mitorganisatoren, der verkündete: „Die Demo heute Abend habe ich in Absprache mit Matthias abgesagt.“ Außerdem veröffentlichte das Magazin einen angeblichen Screenshot der offiziellen Pegida-Facebookseite:

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Offensichtlich sorgte dies für Verunsicherung, denn Pegida verkündete hektisch ein Dementi:

Doch Der Postillon wäre nicht Der Postillon, wenn er es dabei belassen würde. Auf das Dementi folgte ein Dementi – wieder von Lars Kressmann: „Liebe Freunde, ich weiß nicht, wer diesen Lügen-Post auf der PEGIDA-Homepage geschrieben hat, das die Veranstaltung doch stattfindet (…) Aber das stimmt nicht. Ich hab die Demo abgemeldet (…).“ Außerdem warnt Kressmann: „WENN IHR TROTZDEM AUFMASCHIERT DANN GIBT’S NE MASSENVERHAFTUNG.“

Und damit nicht genug: Das Satiremagazin verkündete außerdem, das Profil von Kressmann sei im Anschluss gelöscht und „wieder ein kritischer Geist zum Schweigen gebracht“ worden – woraufhin prompt die Facebookseite „Solidarität mit Lars Kressmann“ ins Leben gerufen, der „von der Lügenpresse zensiert und mundtot gemacht wurde.“

Bildschirmfoto 2015-01-05 um 17.18.58

Man könnte meinen, die Verwirrung sei nun groß genug. Doch Der Postillon setzt noch einen oben drauf und veröffentlicht einen gefakten Spiegel-Online-Artikel:

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Das Dementi von SpOn folgte sofort:

Es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis ein weiteres Dementi des Dementi auftaucht.

Update
Im Interview mit dem Medienmagazin Zapp klärt Postillon-Gründer Stefan Sichermann am Dienstag auf: „Das mit Spiegel Online waren nicht wir. Das war ein Fan, der sich dachte, wenn schon Verwirrung, dann richtig. Wir haben es dann nur auf Facebook weiterverlinkt.“

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