Was ist denn da los? Die taz bedankt sich bei der Bundeskanzlerin für PEGIDA-Kritik

Schlagzeile der taz vom 2. Januar 2015

Ungewöhnliche Schlagzeile der linken Tageszeitung am 2. Januar: „Danke, Frau Merkel“ steht da in großen Lettern als Aufmacher-Story der taz, zusammen mit einem Foto aus der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin. Grund: Die Kanzlerin hat in ihrer Ansprache deutliche Kritik an der PEGIDA-Bewegung geäußert.

Merkel bezog in ihrer Neujahrsansprache ungewohnt deutlich Position: „Viele sind buchstäblich dem Tod entronnen“, sagte die Kanzlerin mit Blick auf internationale Kriegsflüchtlinge. „Es ist selbstverständlich, dass wir ihnen helfen und Menschen aufnehmen, die bei uns Zuflucht suchen.“ Zuwanderung sei „ein Gewinn für uns alle“. In Richtung der PEGIDA-Bewegung sagte Merkel: „Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen. Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen.“ Die Demonstranten riefen „Wir sind das Volk“, so Merkel, „aber tatsächlich meinen sie: Ihr gehört nicht dazu – wegen eurer Hautfarbe oder eurer Religion.“

Eine Botschaft, die offenbar die sonst Merkel-kritische taz uneingeschränkt teilt. taz-Chefredakteurin Ines Pohl twitterte die aktuelle Titelseite mit folgendem Kommentar:

Hier ist die Neujahrsansprache der Kanzlerin in voller Länge: