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Sieht von Medien seine Privatsphäre bedroht: GDL-Chef Weselsky schaltet Polizei ein

Hat Ermittler eingeschaltet: Claus Weselskys Privatsphäre wird – auch wegen aggressiver Berichterstattung – bedroht

Zur Zeit ist er wohl der größte Buhmann der Bundesrepublik: GDL-Chef Claus Weselsky steht mächtig unter Druck. Auch weil die Medien nicht gerade zimperlich mit dem Gewerkschafter umspringen. Im ARD-„Morgenmagazin“ erklärte der 55-Jährige, dass er die Polizei wegen Bedrohung seiner Privatsphäre eingeschaltet hat. Einer der Gründe: die aggressive Berichterstattung. Am Mittwoch hatte Focus Online über den privaten Wohnsitz von Weselsky berichtet.

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Dem „Morgenmagazin“ erklärte er, die aktuellen Entwicklungen gingen zu weit. Er habe am Mittwochabend die Polizei verständigt, „weil es hier in einer unglaublichen, nennen wir es einfach Verletzung meiner Privatsphäre, nicht mehr um die Sache geht.“

Dabei spielte er auch auf einen Bericht von Focus Online an. Darin hat die Redaktion Fotos seines Wohnortes abgedruckt und beschrieben, wo genau der Gewerkschaftsführer wohnt. Überschrieben wurde der Artikel mit „so versteckt lebt Deutschlands oberster Streikführer“. Weselsky dazu: „Da muss ich einfach nur lachen, ich wohne zur Miete in einem Häuschen, das 61 Quadratmeter hat – und wenn das dann ein exklusiver Wohnsitz ist, na bitteschön, dann ist das einfach so.“ Zusätzlich würden sich Teile der öffentlichen Kritik darauf konzentrieren, den Arbeitskampf der Lokführer zu behindern. Neben Focus Online hatte die Bild-Zeitung Leser dazu aufgerufen, die Büronummer des Gewerkschafts-Chefs anzurufen.

Eine Verletzung der Privatsphäre attestierte auch der Kölner Medienanwalt Ralf Höcker. Im Gespräch mit MEEDIA verglich er das aggressive Vorgehen mit „Stasi-Methoden„. Neben Weselsky selbst sei auch seine Familie bedroht. Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisierte die Art der Berichterstattung. Selbstverständlich müsse über den Arbeitskampf, seine Ursachen und die Auswirkungen auf Reisende und die Wirtschaft ausführlich informiert werden, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. Zugleich appellierte er an die Medien, nicht tendenziös zu berichten. „Wie Claus Weselsky wohnt ist ebenso irrelevant für die Meinungsbildung wie das Foto von seinem Klingelschild.“ Es würden „journalistische Spielregeln verletzt.“

Das „Morgenmagazin“-Interview mit Claus Weselsky können Sie  in der ARD-Mediathek ansehen.

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