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Wer diese Kolumne liest, den holen die Bilderberger (Verschwörungstheorie)

Der links ist Christian Ulmen. Aber wer ist der Typ rechts?

Nur in diesem MEEDIA-Wochenrückblick: DuMont hält es für zukunftsweisend, eine gedruckte Tageszeitung fürs Jungvolk zu starten. Trashmedien erregen sich über einen angeblichen Botox-Unfall Christian Ulmens, ein Hund stört die Wettervorhersage und dann war da noch diese Sache mit den gekauften Journalisten, einer Menge Verschwörungen und diesem Buch …

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Da dachten diese DuMonts in Köln, sie haben eine oberschlaue Idee und starten mal eben eine Nachmittags-Tageszeitung für junge Leute. Gedruckt. Und dann wundern sie sich, wenn ein bisschen an der Idee und dem Konzept herumgemeckert wird. Wieso kann man nur etwas kritisieren, ohne das Produkt gesehen zu haben … Dabei ist es in diesem Fall leider ziemlich egal, wie das Produkt ausschaut. Das Konzept, digitalen Lifestyle auszudrucken, hat noch nie funktioniert. Jedenfalls nicht als tagesaktuelles Medium. Aber man kann es doch mal probieren, Hauptsache man tut was, klingt es hier und da. Schon recht, die sollen auch was tun. Aber doch nicht so einen Unsinn! Ich bin bereit zu wetten, dass XTRA als Print-Zeitung noch in diesem Jahr wieder beerdigt wird. Eine Print-Tageszeitung für junge Leute zu starten, das ist Geldverschwendung.

Ganz schön krass. Da hat  sich der Christian Ulmen Botox spritzen lassen und die Sache ging fürchterlich schief. Dann dokumentiert er den ganzen Schlamassel auch noch auf seiner Facebook-Seite. Ja, gibt’s denn sowas!?

Ne, gibt’s eben nicht. Die Fotos sind offensichtlich ein Witz von Christian Ulmen, das erkennen sogar die werten Kollegen der Klatsch- und Trash-Presse. Aber man kann in den Überschriften und Anreißern ja mal so tun, als sei da wirkliche ein Botox-Unfall passiert. Bringt garantiert ein paar billige Klicks.

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Wobei mir dann schon wieder die entwaffnende Ehrlichkeit der deutschen Huffington Post gefallen hat. Die schreibt:

So wie wir Christian Ulmen kennen (und leider kennen wir ihn nicht persönlich), gehen wir davon aus, dass es sich um einen Scherz beziehungsweise das Werk eines talentierten Maskenbildners handelt. Falls nicht, wünschen wir an dieser Stelle natürlich gute Besserung.

Da hat man sich nun wirklich in alle Richtungen abgesichert.

A propos billige Klicks: Hier eine hübsche Geschichte über Medien, Wetter und Hunde! In dem kanadischen TV-Sender Global News sollte der eineinhalb Jahre alte Mastiff Ripple eine Adoptionswoche der Tiervermittlung Edmonton Humane Society promoten. Wettermann Mike Sobel hatte das Vergnügen, mit Ripple zusammen die Wettervorhersage zu präsentieren. Doch Ripple hatte anderes im Sinn …

Ach, der Udo Ulfkotte. Inhaltlich hat Stefan Niggemeier bei den Krautreportern alles gesagt, was es zu dessen Buch “Gekaufte Journalisten” zu sagen gibt. Man kann ja wirklich viel über Journalisten meckern, oft auch zu Recht. Aber der Journalismus hat kompetentere Kritiker verdient als Udo Ulfkotte. Eigentlich sollte man dem professionellen Wirrkopf kein Podium bieten, aber wenn er schon so darum bettelt …  Der frühere FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte steht seit geraumer Zeit schon in Diensten des Kopp-Verlages. Das sind die mit den Verschwörungstheorien. Jetzt hat er also ein Buch über “Gekaufte Journalisten” vorgelegt und twittert wie verrückt, dass die Iraner und die Russen ständig Sondersendungen zu seinem Werk machen, bzw. Journalisten, die er, Ulfkotte, namentlich erwähnt hat, nicht mehr einreisen lassen. Wegen der CIA, Sie verstehen? Er wittert und twittert auch eine groß angelegte Medien-Verschwörung, weil diese bösen, gleichgeschalteten Mainstreammedien seine Schwarte größtenteils ignorieren. In einem Forum schrieb Ulfkotte was davon, dass sich Verleger im Hotel Frankfurter Hof getroffen hätten. Dort sei Folgendes verabredet worden: “Journalisten, die darüber (über das Buch, Anm.d.Red.) berichten (egal wie) werden von einigen Medienchefs als nächste auf die Entlassungslisten gesetzt. Manche Journalisten ahnen das offenkundig und mailten mir, dass sie nicht über den Inhalt des Buches (auch OHNE Erwähnung des Autors oder Titels) berichten könnten. Zum Beispiel einfach die Quellen nehmen und selbst eine Geschichte daraus basteln läuft auch nicht, weil das THEMA totgeschwiegen werden soll.” Ja sagemal! Werde ich jetzt auch entlassen? Sind die Bilderberger hinter mir her? Muss gleich mal gucken. Glaube, ich habe gesehen, dass der Joffe hier ums Haus schleicht. Hallo? Hallo?

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