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P7S1 will Web-Töchter versilbern

Klare Ansage von ProSiebenSat.1: Wenn der Preis stimme, könne man sich vorstellen, sich von einem Teil der Beteiligungen zu trennen, die nicht zum Kerngeschäft gehören, erklärte ein Konzernsprecher gestern gegenüber der "FTD". Gemeint sind damit in erster Linie die Internet-Beteiligungen. Sechs der neun Engagements stünden zur Disposition, berichtet die FTD – darunter die wer-weiss-was.de und wetter.com. Für das boomende soziale Netzwerk Lokalisten wird offenbar ein Partner gesucht.

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“Von einem Notverkauf kann keine Rede sein”, stellte Konzernvorstand Marcus Englert gegenüber der deutschen Ausgabe der “Financial Times” klar. Dennoch sorgen Äußerungen eines Konzernsprechers für Aufsehen.

“Wir können uns vorstellen, uns von Bereichen abseits des Kerngeschäfts zu trennen, wenn wir dafür einen guten Preis bekommen”, hatte der Sprecher gestern in der “FTD” erklärt. Heißt übersetzt: Ab sofort ist der tief verschuldete MDax-Konzern für Gespräche offen.

Enttäuschende Geschäftsbilanz und Schuldenlast belasten

Die plötzliche Veräußerung des Dot.com-Tafelsilbers kommt nicht überraschend. Erst einen Monat ist es her, dass das Münchner Medienkonglomerat eine ernüchternde Geschäftsbilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt und seine Schuldenlast noch einmal ausgeweitet hatte.

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Vor zwei Wochen ließen dann die Mehrheitseigentümer Permira und  KKR durchblicken, dass sie über eine Umschuldung nachdachten, um schon im nächsten Jahr drohende Zahlungsengpässe zu vermeiden. Allein 225 Millionen Euro muss der MDax-Konzern nur für die Zinszahlung seiner Kredite aufwenden – jährlich.

Für wer-weiss-was.de nur einen “sehr niedrigen zweistelligen Millionenbetrag” angepeilt

Vor dem Hintergrund ist nun auch der Schwenk zu möglichen Verkäufen der Web-Beteiligungen zu verstehen. Keine Frage: ProSiebenSat.1 braucht dringend Geld. Doch was bringen die Web-Töchter im Umfeld der Rezession und rückläufiger Werbeeinnahmen tatsächlich?

Erst im Februar konnten die Münchner den Onlinepreisvergleichs-Anbieter billiger.de für nur 10 Millionen Euro versilbern, obwohl das profitabel arbeitende Online-Portal inzwischen schon 11 Millionen im Jahr umsetzt. Wie viel würden da Beteiligungen wie wer-weiss-was.de oder wetter.com bringen, an denen Axel Springer interessiert sein könnte, wie es heißt?

Nach FTD-Informationen würde für wer-weiss-was.de ein “sehr niedriger zweistelliger Millionenbetrag” angepeilt. Bei den Lokalisten wäre ProSiebenSat.1 nur für eine Partnerschaft offen – die Videoplattform MyVideo.de stünde nicht zur Disposition.

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