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Und der Henri-Nannen-Preis geht nicht an…

den „stern“. Gruner + Jahrs Flaggschiff-Magazin ist zwar Mit-Gastgeber des Henri-Nannen-Preises, der in diesem Jahr am 8. Mai in Hamburg verliehen wird – der „stern“ ist aber in keiner einzigen Kategorie nominiert. Ist im Prinzip keine große Sache, könnte man meinen und als Gastgeber ist es vielleicht auch nicht angebracht, sich selbst mit Preisen zu […]

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den „stern“. Gruner + Jahrs Flaggschiff-Magazin ist zwar Mit-Gastgeber des Henri-Nannen-Preises, der in diesem Jahr am 8. Mai in Hamburg verliehen wird – der „stern“ ist aber in keiner einzigen Kategorie nominiert. Ist im Prinzip keine große Sache, könnte man meinen und als Gastgeber ist es vielleicht auch nicht angebracht, sich selbst mit Preisen zu überhäufen. Ein wenig seltsam mutet die diesjährige Auswahl der unabhängigen Nannen-Preis-Jury aber schon an. Da war doch was… Malte Arnsperger und Markus Grill hatten im „stern“ die Spitzelaffäre bei Lidl aufgedeckt. Der böse Bube unter Deutschlands Discountern hatte systematisch Mitarbeiter bis in die Privatsphäre hinein ausspioniert. Die Veröffentlichung im „stern“ brachte Lidl in erhebliche Erklärungsnot und sorgte dafür, dass der Handelskonzern öffentlich Abbitte leistete und, wie man hört, sich mittlerweile ein bisschen anständiger zu seinen Angestellten verhält.

Für die Story wurden die beiden Reporter Anfang des Jahres vom „medium magazin“ als Journalisten des Jahres <a href='ausgezeichnet. Beim Henri-Nannen-Preis gibt es die Kategorie „Investigation“, die wie geschaffen für die Lidl-Story des „stern“ wäre. Nominiert wurden stattdessen der „Spiegel“ für das Aufdecken der Spitzel-Affäre bei der Telekom, die „WirtschaftsWoche“ für die Bankberatergeschichte „Ich habe Sie betrogen“ und das „Hamburger Abendblatt“ für die Geschichte „Das System Poggendorf“.

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Beim „stern“ gibt es nun einige Irritationen in der Redaktion, manche sprechen gar von „Empörung“. Man fühlt sich übergangen, wäre zumindest gerne nominiert worden als Anerkennung für den Scoop. Kann man verstehen. Es gibt keine Regel beim Henri-Nannen-Preis, dass der „stern“ selbst nicht nominiert werden darf, in der Vergangenheit ist dies auch schon vorgekommen. Die Entscheidungen, wer nominiert wird, fällt eine Jury, die u.a. mit „stern“-Chefredakteur Andreas Petzold, „Geo“-Chef Peter-Matthias Gaede, „Focus“-Mann Helmut Markwort, „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, „FAZ“-Herausgeber Frank Schirrmacher, „SZ“-Chefredakteur Hans Werner Kilz, „WAZ“-Boss Ulrich Reitz, Cordt Schnibben vom „Spiegel“, Gabriele Fischer von „brandeins“ und Elke Heidenreich durchaus prominent und nicht G+J-lastig besetzt ist. Dass der „stern“ nun leer ausgeht, ist zwar nicht gerecht aber immerhin ein Ausweis dafür, dass es beim Nannen-Preis tatsächlich unabhängig zugeht. Der „stern“-Redaktion bleibt nichts anderes übrig, als die Enttäuschung runterzuschlucken und weiterzumachen. Die Lidl-Geschichte wird dadurch nicht schlechter, dass sie keinen Nannen-Preis bekommt.

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