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Nach langer Krankheit

Journalist Michael Spreng verstorben

Michael Spreng am 8. Juni 2016 bei Markus Lanz, Foto: imago images / teutopress

Der Journalist und ehemalige Wahlkampfmanager von Edmund Stoiber verstarb nach langer Krankheit auf Mallorca. Das teilte ein Vertrauter der Familie am Donnerstag mit.

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„Wenn Norbert Blüm mich trifft“, notierte der Journalist Michael Spreng 2012 auf seinem Blog Sprengsatz, dann „hebt er rechte Hand auf Schulterhöhe, legt den Daumen über den kleinen Finger, die anderen drei Finger sind ausgestreckt. Er gibt mir die linke Hand, wobei sich die Hände zwischen dem kleinen und dem Ringfinger verschränken. Es ist kein Geheimgruß einer politischen Bruderschaft oder einer Sekte, sondern der Pfadfindergruß.“ Es ist nur eine kleine Anekdote aus Sprengs Karriere, aber eine, der doch ein Zauber innewohnt. Nun ist der Journalist Michael Spreng nach langer Krankheit verstorben, wie der Medienberater Kurt Breme am Donnerstag im Auftrag von Sprengs Familie in einer kurzen Nachricht mitteilt.

„Ich baute zu vielen ein Vertrauensverhältnis auf“

Rückblick: Spreng wurde am 10. Juli 1948 in Darmstadt geboren. Schon während der letzten beiden Schuljahre schrieb er „für 40 Pfennig Zeilenhonorar“, wie er an anderer Stelle notierte, für die Frankfurter Neue Presse Lokalberichte, volontierte später bei selbiger Zeitung und wurde Lokalreporter. 1971 wechselte Spreng zur Welt. Für die Zeitung ging er 1973 in die Parlamentsredaktion in Bonn, und wechselte ein Jahr später ins Bonner Büro der Bild und Bild am Sonntag. 1981 wurde er stellvertretender Chefredakteur bei Bild, verantwortlich für Politik. Später, im Jahr 1983, dann Chefredakteur des Kölner Express. Zum 1. April heuerte er dann erneut beim Springer-Verlag an und übernahm die Chefredaktion der Bild am Sonntag für die kommenden elf Jahre.

„In meiner Zeit als politischer Korrespondent und als Chefredakteur lernte ich alle namhaften Politiker Deutschlands kennen, traf mich regelmäßig mit ihnen und baute zu vielen ein Vertrauensverhältnis auf“, erinnert sich Spreng auf seinem Blog weiter. Bei der Bild am Sonntag beendete er auch seine journalistische Karriere.

„Der Starke schützt den Schwachen“

Dafür half er Edmund Stoiber 2002 als Wahlkampfmanager aus. 2004 beriet er den Chef der CDU NRW, Jürgen Rüttgers, im Landtagswahlkampf. Von 2005 bis Ende 2008 schrieb Spreng als politischer Kolumnist für das Hamburger Abendblatt und andere Zeitungen, war seit 2007 zudem Gesellschafter von dwdl.de. Seine Anteile am Mediendienst hatte Spreng Ende vergangenen Jahres an die DWDL-Redakteure Uwe Mantel und Alexander Krei abgegeben.

Spreng auf seinem Blog 2012 weiter: „Der Daumen über dem kleinen Finger soll symbolisieren: der Starke schützt den Schwachen. Und die Hand die Pfadfinderlilie darstellen. Ich war bis zu meinem 17. Lebensjahr bei den Pfadfindern und hoffe, dass ich dort soziales Verhalten gelernt habe.“

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