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Star-Analyst: Apples Emanzipation vom iPhone hat begonnen – das Service-Geschäft wird die Story der nächsten Dekade

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Anhaltende Faszination: Apple hat gerade ein weiteres Rekordquartal verbucht / © Apple

Seit mehr als einem Jahrzehnt ist Apple die iPhone-Company: Wohl und Wehe des weiterhin wertvollsten Konzerns der Welt hängt vom Kultsmartphone aus Cupertino ab. Wie sich das iPhone verkauft, so tendiert Apple an der Wall Street. Weil das iPhone-Wachstum jedoch inzwischen verebbt ist, legt CEO Tim Cook den Fokus immer stärker auf die boomende Service-Sparte. Der langjährige Apple-Analyst und heutige Wagnisfinanzierer Gene Munster sieht darin die Zukunft des iKonzerns.

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Der Automatismus greift seit über einer Dekade: Wie es dem iPhone geht, so geht es Apple. Die Verbindung scheint unentwirrbar: 62 Prozent seiner Umsätze erzielte der iKonzern auch im jüngsten Quartal immer noch mit dem Kultsmartphone.

Dass Apple an der Wall Street immer wieder zum Spielball von Gerüchten über iPhone-Verkäufe wird, unterstrichen die ersten vier Monate des Jahres, die von Spekulationen um eine enttäuschende Nachfrage nach dem hochpreisigen iPhone X geprägt waren. Allein die Tatsache, dass das iPhone gegenüber dem Vorjahresquartal doch noch um ganze 2 Prozent zulegen könnte, ließ Apple zur massivsten Kursrally in neun Jahren durchstarten – der Börsenwert legte um mehr als 100 Milliarden Dollar in nicht einmal zwei Wochen zu.

Hoffnungsträger Servicesparte: Umsatzwachstum von 30 Prozent

Weil das iPhone-Wachstum jedoch ausgereizt scheint, versucht Konzernchef Tim Cook die Abhängigkeit vom Kultsmartphone seit Jahren zu verringern – mit durchwachsenem Erfolg. Die einzige Unternehmenssparte, die seit Jahren nachhaltig zweistellige Zuwächse verbucht, ist der Servicebereich, der die Aktivitäten des App Stores, von  iTunes, des Musik-Streaming-Dienstes Apple Music, des Cloud-Speicherdienstes iCloud, des Bezahldienstes Apple Pay und des Garantieservices Apple Care bündelt.

Die Erlöse ziehen weiter ansehnlich an: Im jüngsten März-Quartal konnte Apple den Serviceumsatz um respektable 30 Prozent auf bereits 9,2 Milliarden Dollar steigern. Der Vergleich beweist allerdings auch: Obwohl die Service-Unit inzwischen zum zweitumsatzstärksten Unternehmensbereich entwachsen ist, setzt Apple mit seinen Internetaktivitäten nicht einmal ein Viertel der iPhone-Erlöse um.

Gene Munster: Service-Geschäft ist Apples Investmentstory der nächsten Dekade

Für den langjährigen Apple-Analysten Gene Munster, der sich seit Jahresbeginn als Wagnisfinanzierer bei Loup Ventures betätigt, ist das Servicegeschäft dennoch Apples eigentliche Investmentstory in der kommenden Dekade. „Alle zehn Jahre gibt es ein neues Paradigma in der Apple-Story, die Investoren beschäftigt“, erklärte Munster vor einigen Tagen in einer Kurzstudie, die dem Blog Apple 3.0 vorliegt.

So folgte auf den Fokus des Macs (1980-1985) die Ära der Führungslosigkeit ohne Steve Jobs (1985-1997), dann das Comeback durch den iPod (2001–2006) und schließlich die iPhone-Ära (2007 bis heute). Das neue Paradigma werde nun vom Servicegeschäft bestimmt, glaubt Munster.

Ende des Produkt-Hypes

Munster sieht mit der wachsenden Bedeutung des Servicegeschäfts, das vor allem durch Abonnements (Apple Music, iCloud) in den kommenden Jahren verlässlich steigende Erlöse generieren dürfte, gleichzeitig ein Ende des Produkt-Hypes, der Apple seit Jahrzehnten umgibt.

„Apple als Service-Unternehmen braucht keinen Superzyklus, um für Investoren attraktiv zu bleiben“, sieht Muster gleichzeitig eine Verschiebung von Apples Wahrnehmung an der Wall Street.

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Bereits 50 Millionen Apple Music-Nutzer

Das Potenzial von Apples Servicesparte hat Tech-Blogger Neil Cybart unterdessen näher erörtert. In dem Beitrag „Apples Service-Maschine“ rechnet der Betreiber des Apple-Blogs „Above Avalon“ u.a. die Brutto-Gewinnmarge der Service-Division vor, die nach Einschätzung des australischen Ex-Analysten bei 55 Prozent – und damit weit über dem Konzerndurchschnitt liegen dürfte.

Apple selbst hat als Ziel ausgegeben, 2020 Umsätze von mehr als 50 Milliarden Dollar mit seinem Servicegeschäft erlösen zu wollen. Treiber für das beschleunigte Umsatzwachstum ist dabei unzweifelhaft der vor knapp drei Jahren gestartete Streaming-Dienst Apple Music, der zuletzt weiter an Wachstumsdynamik gewonnen hat.

Tim Cook: Sind sehr interessiert am Content-Geschäft

In einem umfangreichen Interview mit dem Finanzsender Bloomberg hat Apple-CEO Tim Cook gestern verraten, dass Apple Music inzwischen über 50 Millionen Nutzer verfüge – die kostenlose Probemitgliedschaft von drei Monaten allerdings mitgerechnet.

Zukünftig dürfte Apple sein Streaming-Angebot auch deutlich um Bewegtbild-Inhalte aufstocken, wie Gene Munster schon länger vermutet. Nach Einschätzung des langjährigen Techanalysten dürfte Apple sein zukünftiges Serien- und Filmangebot mit Apple Music zu einem Dienst verschmelzen und seinen Etat für Eigenproduktionen bis 2022 auf über 4 Milliarden Dollar steigern; das Budget soll in diesem Jahr bereits eine Milliarde Dollar betragen.

Tim Cook heizte die Spekulationen über Apples Serien- und Filmpläne gestern im Bloomberg-Interview weiter an. „Wir sind sehr am Content-Geschäft interessiert“, erklärte Cook vielsagend.

 

 

 

 

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