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„Einfach mal die Klappe halten“ – Medienrechtler Höcker hält den Gang in die Öffentlichkeit von Henke und Frauen im Fall WDR für einen Fehler

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Die zahlreichen Belästigungsvorwürfe halten den WDR in Atem. Der bekannte Medienrechtler Ralf Höcker hält es für einen schweren Fehler, dass der beschuldigte WDR-Manager Gebhard Henke selbst den Schritt in die Öffentlichkeit gegangen ist. Auch dass sich betroffene Frauen äußern, hält er für einen Fehler.

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Sie haben in der taz erklärt, dass Sie es für einen Fehler halten, dass Gebhard Henke mit seinem Namen an die Öffentlichkeit gegangen ist. Als er diesen Schritt tat, wurde es zunächst als ein Zeichen von Stärke gewertet. Warum genau, war der Schritt Henkes in die Öffentlichkeit ihrer Meinung nach ein Fehler?
Ralf Höcker: Weil er sich damit ohne Not seinen Anonymitätsanspruch versaut hat. Er ist ja kein Tom Buhrow und er wird – soweit ich das überblicke – auch keiner Straftat beschuldigt. Er war beim WDR nur im mittleren Management und die Vorwürfe dürften allenfalls arbeitsrechtliche Bedeutung haben. Die Presse hätte seinen Namen deshalb niemals nennen dürfen, wenn er ihn nicht selbst öffentlich gemacht hätte. Jetzt ist er der einzige der beschuldigten WDR-Mitarbeiter, der öffentlich im Feuer steht und zu dem sich Hinz und Kunz öffentlich äußern – so wie Charlotte Roche oder ich jetzt gerade. Hinzu kommt: Man äußert sich nicht und schon gar nicht öffentlich, bevor man nicht einmal weiß, welche konkreten Vorwürfe der Arbeitgeber überhaupt erheben wird. So etwas ist viel zu riskant und kann nur nach hinten losgehen.

Henkes und sein Anwalt Peter Raue hatten dem WDR ursprünglich eine Frist bis zum 10. Mai gesetzt, um Vorwürfe konkret zu benennen oder die Freistellung aufzuheben. Nun hat Henkes Anwalt eine Erklärung abgegeben, wonach der WDR mitgeteilt habe, dass man hoffe sich bis zum 18. Mai äußern zu können. Wie beurteilen Sie das Verhalten des WDR in dieser Sache?
Dem WDR ist nicht vorzuwerfen, dass er sorgfältig aufklärt. Er durfte Henke aber nur freistellen, wenn die Vorwürfe schwer wiegen und eine Weiterbeschäftigung die Interessen des WDR gravierend beeinträchtigt hätte. Denn eine Freistellung ist nur als ultima ratio zulässig. Meines Wissens sind die vorgeworfenen – mutmaßlichen – Ereignisse strafrechtlich irrelevant und liegen auch schon Jahre zurück. Man kann auch nicht ohne weiteres unterstellen, dass sie sich ohne die Freistellung wiederholt hätten. Ob der WDR noch Pfeile im Köcher hat, kann ich seriös nicht beurteilen. Klar ist aber, dass der WDR angesichts der von Henke selbst hergestellten Öffentlichkeit nun eher versucht sein wird, seine Entscheidung zu rechtfertigen. Denn natürlich lässt sich auch der WDR durch öffentlichen Druck treiben. Auch deshalb war Henkes Outing falsch. Man klärt solche Fälle nicht unter dem Druck einer gierigen Medienöffentlichkeit, sondern intern. Sonst ist die Gefahr viel zu groß, dass am Ende sachfremde Motive entscheiden.

Charlotte Roche hat aktuell der Zeit nochmal ein Interview gegeben, in dem sie detailliert ihre Erfahrung mit Gebhard Henke schildert. Wie würden Sie dieses Interview einordnen?
Ich halte generell nichts davon, Menschen öffentlich an den Pranger zu stellen. Das bewirkt selten Gutes.

Wie beurteilen Sie die Arbeit der Medien in dem Fall Henke/WDR?
Es ist wie immer: Die Medien suchen sich einen aus, auf den eingedroschen wird. Das sind jetzt Herr Henke und der WDR. Damit üben sie öffentlichen Druck aus und erschweren eine sorgfältige Aufklärung. Ob am Ende von den Vorwürfen etwas übrig bleibt, interessiert dabei niemanden. Henkes berufliche Existenz und sein Ruf sind auch so zerstört. Genau deshalb schützt das Presserecht Personen, die eines Fehlverhaltens verdächtigt werden auch vor einer solchen Berichterstattung. Dieser Schutz greift aber eben nur, wenn man nicht das tut, was Herr Henke getan hat und was Presserechtler „Selbstöffnung“ nennen. Ich kann nur davor warnen, auf manche PR-Berater zu hören, die in solchen Situationen „volle Transparenz“ empfehlen. Einfach mal die Klappe halten ist meist das Beste – übrigens auch für die betroffenen Frauen. Ich möchte wetten, dass viele von ihnen auch kein Interesse daran haben, dass dieser Fall jetzt öffentlich verhandelt wird.

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Wie könnte ein Sender wie der WDR aus juristischer Sicht idealerweise mit Belästigungsvorwürfen, wie sie hier im Raum stehen, umgehen?
Sorgfältig aufklären, die Öffentlichkeit draußen halten und dann die angemessene arbeitsrechtliche Sanktion wählen – falls eine Sanktion angemessen ist.

WDR-Intendant Buhrow hat betont, dass der WDR eine Firma ist wie jede andere auch und es solche Vorfälle überall gibt. Warum glauben Sie, steht  derzeit der WDR dann so stark im Fokus?
Das ist ein altbekanntes Phänomen, das mir erstmals in den 80er Jahren aufgefallen ist, als nach einem Störfall Gifte aus einer Pharmafirma in den Rhein flossen. Plötzlich gab es fast täglich solche Meldungen. Man musste den Eindruck bekommen, es gebe eine plötzliche massive Mehrung von Giftunfällen gerade am Rhein. Dabei gab es diese Fälle garantiert schon immer und nicht nur am Rhein. Der WDR ist halt die Sau, die gerade durchs Dorf getrieben wird. Morgen ist jemand anderes dran.

Wie beurteilen Sie die Figur, die der WDR und Tom Buhrow bei der Aufarbeitung der Vorwürfe machen?
Das kann ich von außen nicht beurteilen, wünsche allen Beteiligten aber, dass sie dem öffentlichen Druck Stand halten und die Fälle so objektiv und unaufgeregt wie möglich aufklären. Hysterie hilft niemandem.

Hinweis: Peter Raue, der Anwalt von Gebhard Henke hat der Darstellung von Ralf Höcker widersprochen. Das Interview mit Peter Raue lesen Sie hier.

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Alle Kommentare

  1. In seiner Stellungnahme auf Höcker verwechselt Raue Relevanz mit Prominenz. Mag sein, dass Henke für den Bereich Fernsehfilm, Tatort etc. wichtig war (oder sich dafür hielt), prominent war er bislag nicht. Unter uns: Den kannte doch außerhalb eines engen Zirkels keine Sau. Nun ja, JETZT ist er prominent.

    1. Sehr peinlich die Sätze des Anwalts von Henke: „…dass Herr Henke der WICHTIGSTE Mann für das Fernsehspiel, Kino und Serie ist. Er ist der Koordinator aller „Tatorte“ und einer der WICHTIGSTEN FERNSEHVERANTWORTLICHEN. Vom mittleren Management kann bei dieser Position nicht die Rede sein. Die Branche hat ja auch deshalb so elektrifiziert reagiert, weil er diese PROMINENZ hat. Man muss das gar nicht ergänzen… durch nichts… Es sagt genau DAS, warum es jetzt um Henke geht..und hoffentlich noch um viele andere, die sich als WICHTIGSTE FERNSEHVERANTWORTLICHE fühlen und auch SO handeln. Sie leben von unseren Gebühren; sie dürfen Filme machen mit unseren Gebühren; sie diskriminieren dabei „massiv Frauen“. Sie haben den deutschen Film-Markt zerstört, zu einem „geschlossenen System“ gemacht in dem SIE unentbehrlich sind.. Sie haben aus freien, kreativen Produzenten eine bei ihnen Schlange stehende, um Aufträge bettelnde Abhängige gemacht (Buddys bestätigen die Regel).. Sie geben Milliarden an immer dieselben, vor allem Männer (als Regisseure, als Schauspieler..) weil vor allem Männer die „PROMINENZ“ und WICHTIGSTEN FERNSEHVERANTWORTLICHEN sind… Sogar die für Henke schreibenden Frauen sprachen von einem komischen Frauenbild. Und so „einer“ ist dann .. siehe oben… Furchtbar das alles.

      1. Mal ehrlich: Wer braucht schon Filme? Filmschauspieler? Regisseure? Fernsehverantwortliche? Wozu diese ganze Filmbranche? Diesen Affenzirkus? Den ganzen Schund, die seichte Unterhaltung? Schon mal nachgedacht?

        Auf all das kann man sehr gut verzichten. Politainment ist sowas von out, selbst bei den Unterprivilegierten.

        Stattdessen ist es sinnvoll sich im wahren Leben freizeitmäßig tagtäglich den direkten Mitmenschen zu widmen, Sprachen lernen, vernünftige Bücher lesen, ab u zu eine gute Zeitung und viele Fachjournals lesen, in der örtlichen u privaten Fitness- und Theatergruppe und im politischen Zirkel mitmachen, miteinander diskutieren, musizieren, also etwas Sinnstiftendes machen.
        Da treffen sich jung und alt, Frauen und Männer und alles geht friedlich ab. Da will keiner Krieg.

        Frage: Frauen verdienen also bei den ÖR nix? Die machen das alles für was?

  2. Meine Güte ja, wir wissen doch alle, dass es ausschließlich ums liebe Geld geht und um peinliches Opfergetue.

    Dazu brauchen wir keine Millionen Experten, die uns jeden Tag erklären wie böse und schlecht die Welt ist und wer wiedermal was besser und ganz anders machen hätte sollen.

  3. Gutes Interview!

    Ich finde es beschämend, in welche Richtung die Diskussion in den letzten zwei, drei Wochen abgedriftet ist: dass Fakten und rechtliche Argumente überhaupt keine Rolle mehr spielen und stattdessen Ressentiments, Hysterie und eine an sehr unangenehme andere Zeiten erinnernde Prangermentalität um sich gegriffen hat.

    Dazu setzt das Interview einen erfreulichen Kontrapunkt.

    Was ich mir von Medien wie Stern, Spiegel oder Süddeutsche jetzt eigentlich wünsche wären gute Hintergrundbeiträge dazu, WARUM Frauen zur Zeit das starke Bedürfnis haben, diese Art männlichen Verhaltens in genau dieser Weise an die Öffentlichkeit zu bringen und die Männer auf diese spezielle und eigentlich für beide Seiten sehr destruktive Weise „zur Rechenschaft zu ziehen“. Statt sie über ein persönliches Gespräch zu stellen – ggf. auch in Anwesenheit einer dritten, sie unterstützenden Person,oder (wenn es arbeitsrechtlich oder strafrechtlich relevantes Verhalten gewesen sein könnte) bei Vorgesetzten Betriebsrat,, der Polizei oder vor Gericht. Was treibt uns Frauen gerade jetzt dazu an? Was wünschen wir uns EIGENTLICH von den Männern?

    Darüber habe ich mir in letzter Zeit viele Gedanken gemacht.

    Könnte es sein, dass wir Frauen schon über hunderte Generation hinweg ein Gefühl von Ohnmacht, Unterdrückung, Hilf- und Sprachlosigkeit durchleben und durchleiden mussten, das noch immer nachwirkt (wie eingraviert in unsere DNA) und sich jetzt Bahn bricht?

    „Women Is The Nigger of the World“ ~ John Lennon richtig oder falsch?

    Könnte es sein, diese gesamte über Generationenhinweg, aufgestaute Gemengelage an Verletzungen und historischem Unrecht jetzt erst-wieder von emanzipierten, efolgreichen, in der Öffentlichkeit stehenden Frauen als eine Art „J’accuse-Akt“ exteriorisiert wird?

    Inwieweit ist die deutsche Form von #meetoo eine Art Versuch, das jahrtausendalte Leid unserer „Vorfahrinnen“ zu sühnen und Männern ENDLICH Grenzen zu setzen, was die Herrschaft über unsere Körper, Psyche und sexuelle Integrität betrifft?

    Warum haben wir Frauen es so unendlich satt, uns mit männlichen (Fehl)Verhaltensweisen und ihrer Sexualität – ihrer oft sexualisierten Wahrnehmung des Alltags – auseinander zu setzten, dass wir den Spiess derart umdrehen und eine Medienhetzjagd lostreten, um an Einzelnen stellvertretend für ALLE A********er ein Exempel zu statuieren?

    Warum gelingt es uns nicht (mehr), uns differenziert damit auseinander zu setzen, was Männer antreibt im Gegensatz zu Frauen und vice versa? Wie könen wir uns mit ihnen auseinander setzen, unsere beruflichen Interessen durchsetzen, Grenzen verteidigen und unsere Integrität bewahren, statt sie öffentlich zu Schweinen zu erklären?

    Warum sind wir Frauen nicht auch ehrlich und geben zu, dass wir bei einigen Männern (denen, die uns gefalle!)) durchaus auch mal erfreut sind, wenn diese unsere (manchmal auch taktisch gesetzten) Grenzen mit Geschick, Chuzpe und Überzeugungskraft überschreiten, während wir es bei anderen (denen, von denen wir uns nicht angezogen fühlen) überhaupt nicht wünschen bzw. strikt ablehnen? Welche Signale senden wir wann aus und warum?.Und welche Schlüsse sollen Männer aus alledem ziehen?

    Warum wird dieser Geschlechterkampf 4.0 wieder auf dem“ Schlachtfeld der Sexualität“ ausgetragen? Ist Sexualität im Alltag, sind sexualisierte Zwischentöne (vormals: Flirtverhalten) jetzt wieder etwas grundsätzlich etwas Schlechtes, das es zu verdammen, diabolisieren und öffentliche anzuprangern gilt?

    Wo liegt die Grenze zwischen blossem dämlichen Macho-Verhalten verbalen Fehltritten, Grapschereien, Sexismus (was genau ist überhaupt Sexismus?) und sexueller Belästigung oder gar sexualisierter Gewalt??

    Wie war das früher – was ist die Historie der sexuellen Unterdrückung? Welche Überlebenstrategien haben Frauen damals und heute entwickelt? Welche Formen sexueller Gewalt gibt es heute noch wo auf der Welt? Wie setzen Frauen Sexualität ein, um ihre Interessen zu verfolgen?

    Wie können junge Mädchen ermächtigt werden, (anders) für sich einzustehen und ihre Stimme so zu erheben, dass es wirksam ist – auch ohne den Medienpranger?

    Warum nutzen Männer Sexualität, um psychische und physische Gewalt und Macht über uns Frauen auszuüben?

    „Only hurt people hurt people.“

    Was nun folgt, ist eine Fabel:

    Ich war einmal ein Rotkäppchen und kannte einmal einen Wolf, der genau das brauchte: das Gefühl, mich mit Sexualität psychisch und physisch zu kontrollieren und Macht über mich auszuüben. Mich ab und zu schlagen und emotional und psychisch durch unberechenbares, gleichgültiges Verhalten aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mich zu einem Objekt zu degradieren und mein Selbstwertgefühl zu zerstören. Für ihn war das ein Spiel – ein Spiel mit Macht und Unterwerfung. Ein kaltes Spiel. Er spielt es schon sein ganzes Leben lang – mit hunderten anderer Rotkäppchen. Er spielte es, als wir uns trafen, davor, währendessen und danach – viele Stunden am Tag. Auch und gerade während seiner aus GEZ-Gebühren hochbezahlten Arbeitszeiten. Ob das der Qualität seiner Arbeit Abbruch tat, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ich fand dieses Verhalten schon befremdlich und es hat mich natürlich auch persönlich getroffen.

    Dieser Wolf arbeitet also ebenfalls bei einem öffentlich-rechtlichen Wald, hat eine priviligierte Stellung innerhalb des Rudels. Auch er steht seit Jahren in der Wald- und Wiesen-Öffentlichkeit, die sein Einkommen mit Gebühren finanziert. Nach aussen tritt er als Gutwolf auf, aber sein Inneres treibt ihn offenbar dazu an, möglichst viele Rotkäppchen zu manipulieren und zu erniedrigen, wobei er sexualisierte Worte und Taten gezielt als „Werkzeug“ einsetzt.

    Ich war eine dieser hoffnungsvollen Rotkäppchen, die immer glaubten, NIEMALS auf einen so bösen Wolf im Schafspelz hereinzufallen – und wenn doch, dann würde es schon nicht sooo schlimm werden. .Und doch war ich neugierig und habe dem Wolf geglaubt, bin seiner Einladung sogar ein Stück weit gefolgt… denn ich konnte mir zuvor einfach nicht vorstellen, dass es eine derartige Art von subtile4 Bosheit bei Wölfen überhaupt geben könne!

    Es hat mich daher auch einige Zeit und Mühe gekostet, die Wahrheit zu erkennen, das Unvorstellbare zu akzeptieren, mich davon zu lösen und alles hinter Böse hinter mir zu lassen.

    Ich habe danach einige Male darüber nachgedacht, diesen Wolf zu „outen“, auf Rottkäppchen-Art auszutricksen oder einen gut bewaffneten Jäger zur Hilfe zu rufen, damit dieser ihn an meiner Stelle zur Strecke bringen möge. Damit könnte ich mich gewissermaßen auch stellvertretend für alle anderen Leidensgenossinnen „rächen“. Aber: macht Rache glücklich? Wie lange? Wie würde ich mich fühlen, wenn ich dem Wolf auf so eine Weise die Maske des Schafspelzes öffentlich herunterreissen würde – womöglich noch, ohne als Rotkäppchen in Erscheinung zu treten? Würde das mich und andere Rotkäppchen im Ergebnis voran bringen?

    Die Antwort ist: Nein. Es kann mich nicht glücklich machen, jemand anderen „zu Fall zu bringen“ – jedenfalls nicht so! Noch nicht einmal einen so böse-durchtriebenen Wolf!! Denunziantentum ist etwas, das mich anwidert. Meine Motive wären zu vielschichter Natur. #meetoo sollte anderen Fälle vorbehalten bleiben – denen, wo es darauf ankommt (vielleicht Wolf gegen Reh).

    Es gilt vielmehr, negative Emotionen und Verletzungen von Fakten und raubtier- oder waldrechtlich relevanten Vorfällen zu unterscheiden. Die Herausforderung ist, auch den eigenen Anteil an Verantwortung zu erkennen und zu übernehmen. Wenn ich hohe Standards setze, müssen diese auch für mich selbst gelten. Ein böser Wolf kann mich nur soweit verletzen, wie ich dies zulasse oder ihm diese Bedeutung zumesse

    „Only hurt wolves hurt little red girls.“

    Ich habe ihn daher einfach losgelassen. Hatte ihn eigentlich schon lange losgelassen. Dann kam #meetoo@WDR und der ganze Schmerz kam wieder hoch. Ihm ist das vollkommen egal. Auch er hätte eine Sanktion verdient, irgendwie, von irgendwem? Was tun??

    „Only hurt people hurt people.“

    Ich entschied mich dazu, nochmal durch den ganzen Schmerz hindurch zu gehen und dann nochmals loslassen. Statt ihn zu outen schaue ich nach vorne und verzeihe ihm – so gut wie öffentlich und doch ganz nicht anonym.

    Ich verzeihe Dir, Wolf, weil Du ein Wolf bist und Wölfe nun einmal tun, was Wölfe tun müssen, um zu überleben.Und weil ich jetzt gelernt habe, Wölfe sofort zu erkennen und sie von mir fern zu halten! 😏

  4. Im mittleren Management… hat man so viel Macht? Wie kann das sein? Da stellt sich ja die nächste Frage: Durfte Herr Henke machen, was er wollte? Warum scharwenzeln dann alle Produzenten, ja eigentlich eine ganze Branche, derartig um solche „mittleren Management-Mitarbeiter“ herum? Die sich als Auftraggeber hofieren und einladen lassen, bevorzugt an Filmsets im Ausland reisen und unnötige Kosten entstehen lassen. Und die es bei jeder Premiere und Preisverleihung und bei jedem Film-Festival extrem wichtig haben. Da läuft etwas gründlich schief und die Frage, warum da nicht gespart wird, sollte eigentlich die Politik stellen. Wer braucht diese Armaden von Redakteuren, die ausschwirren wie die Fliegen und zu Schauspielern Sätze sagen wie „Du willst doch weiter ein/e Hauptrollenspieler/in sein oder?“ Oder was?

  5. „Warum genau, war der Schritt Henkes in die Öffentlichkeit ihrer Meinung nach ein Fehler?“

    Ralf Höcker: „Weil er sich damit ohne Not seinen Anonymitätsanspruch versaut hat.“

    Das halte ich für eine sehr naive Aussage.
    Als wenn sich so was unter der Decke halten ließe.
    Schon gar nicht bei einer Protagonin wie Roche, die es nach Jahren Schweigen nun plötzlich mit Macht in die Medien treibt.

    In dem Fall wäre das „unter der Decke halten“ Herrn Henke sogar noch negativ angekreidet worden.
    Hätte ja was sagen können, wenns nicht stimmt.

    Ich finde, er hat alles richtig gemacht.
    So wie Kachelmann auch.
    Auf voller Breitseite zurückfeuern und erst dann nachlassen, wenn der Angreifer kampfunfähig am Boden liegt.

    1. Es ist völlig wurscht, ob sich der Angeschwärzte und Angeprangerte wehrt oder in Deckung geht, da es sowieso um die endgültige Vernichtung des Mannes geht. Er ist immer schuldig laut Tribunal und laut AnklägerInnen.

      Ich persönlich halte extrem viel davon sich zu wehren, auf jeden Fall, da es rein psychologisch sinnvoller ist gerade auch als Mann nicht als armseliges und heulendes Opfer dazustehen, mit dem man (Frau) alles machen kann. Ein Mann, der alles mit sich machen lässt und sich anschwärzen lässt, ist ein Armleuchter. Frauen wollen eben keine Warmduscher, sie wollen echte Kerle, die zumindest als Helden sterben, wenn sie schon vernichtet werden.

      Herr Henke macht das genau richtig.

      Die Opferindustrie braucht außerdem ständig Nachschub. Die ganze HelferInnenindustrie samt Medien und Anwälte wäre arbeitslos.

      1. Hahahaha Frau Doofenscherz…. wie peinlich dieses mimimimimi… der Herren. Immer mit Blick auf sich und ihre Befindlichkeiten. Kein Wort zu den Befindlichkeiten der Frauen. Statt dessen Frauenhass. Hm.. komisch oder.. Doofenscherz… das ist ein doofer Scherz!!!

      2. Lieber Herr Uhu!

        Echte Männer und ganze Kerle geben für die Frau ihr letztes Hemd, und dann bleibt denen nur noch übrig, das Gnadenbrot zu essen, wenn überhaupt.
        Dieses dumpfe Dahinsiechen führt letztlich zur vollkommenen Verblödung, das allein ist von der Natur vorgesehen.

        Frau Doofenscherz

  6. Was ja viele – oder doch nicht so viele? – seit Jahren ankotzt ist, dass es darum geht, einzelne Menschen öffentlich an den Pranger zu stellen, gegen die die Staatsanwaltschaft ja ermitteln muss bei Verdacht, aber wohl kaum öffentlich, zum Teil eine Hetzjagd, die man keinem wünscht und die ja oft damit endet, dass man sagen muss, dass es strafrechtlich nicht relevant ist, nie war. Wenn es um Sex geht, Geld, dann ist der „investigative“ Journalismus ja ganz wild: Wulff, Edathy, Hoeneß, Graf, Kachelmann…
    Aber wenn es um gesellschaftliche Missstände geht, zum Beispiel im Gesundheitswesen, da ist nichts zu hören. Kein Kommentar zur doch eigentlich unfassbaren Klage wegen der schlimmen Missstände in der Pflege vor dem Verfassungsgericht. Über 100 Menschen können in Krankenhäusern ermordet werden, mal eine kurze Notiz davon genommen. Da werden alte Menschen in Altenheimen von der Polizei – soll man sagen – befreit und wir wissen alle, dass man, wenn man pflegebedürftig ist und dement, nicht den Hauch eine Chance hat sich zu wehren.
    Die, die Menschenrechtsverletzungen anzeigen – Brigitte Heinisch, um nur eine zu nennen – werden als Denunziantin hingestellt, gleichzeitig das Gelaber seit Jahren, dass wir hingucken sollen. Ohne Metoo in Amerika würde Wedel noch inszenieren. Plötzlich alle so mutig.
    Man muss ihm nicht glauben, wenn er sagt, dass er nichts wusste, aber man muss auch den Funktionären in allen Systemen nicht glauben, dass sie nichts wussten – auch den Frauen nicht, die reich und unabhängig sind.
    Und die Frage stellt sich, wer da wen nicht geschützt hat.
    Sexuelle Belästigung ist schlimm – merkwürdigerweise aber nur an Stars, Kindern.
    Vergewaltigungen in der Pflege – was für ein unangenehmes Thema – wird oft so kommentiert:
    Es gibt aber auch die guten Heime…
    Schützen wir die Schutzlosen, die sich einfach nicht wehren können und appellieren wir an die, die durchaus reden könnten, es zu tun – auch für andere.
    Die, die sich hochschlafen – die gibt es ja auch – halten sich wohl bedeckt.
    Dann, wenn es nicht mehr zu vertuschen geht, dann erfahren wir in Deutschland, was ist und dann wieder mit dem ewigen heuchlerischen “ Wir müssen hinsehen“
    Gedöns, wir müssen eine Kultur des was auch immer entwickeln.
    Wir haben keine und tun so, als ob wir sie hätten.
    Eins ist klar. Immer wissen Menschen Bescheid.
    Ganz sicher oben im System.
    Und fast muss man ja wieder die Amerikaner als unsere
    „Befreier“ sehen. Ohne dass die auch beim Diesel, aus welchen Gründen auch immer, entlarvt hätten, würden auch die Promis weiter Autopate sein und eben ohne die Entlarvung von Weinstein wäre hier auch nichts passiert. Immerhin hat man jetzt wohl doch hier mal Skrupel einem Promi den „Mutpreis“ zu verleihen, wenn er oder sie jetzt auspackt.
    Und das Schlimme ist, das alles nur die Spitze des Eisberges ist – in allen Systemen.
    Wenn jetzt nicht noch der Belästigungsschutzbeauftragte kommt…Das fehlt noch.
    Kann man wieder schöne Preise verteilen.

    1. Sehr wohl. Seit Jahrzehnten dasselbe ankotzende Thema:

      Die Männer, die Schweine. Und an allem schuld. Wurscht was.

      1. Doofenscherz Du scheinst nichts zu begreifen? Wer die Macht hat – und das haben die Männer weltweit und sogar in Europa – weiß doch ganz genau wie extrem Macht Menschen verändert und schamlos ausgenützt wird. Wieso kotzt Dich also das „seit Jahrzehnten“ bekannte Thema so an? Männer, Schweine, an allem schuld.. Haste mal die Weltkarte angeschaut und nur einen Gedanken darauf verschwendet, wofür „Männer“ stehen? Dich kotzt nicht an, was da abläuft… Dich kotzt an, was man „den Männern“ vorwirft? Du findest das alle snicht so schlimm und möchtest statt dessen über „Deine Probleme“ reden.. z.B. den Pflegenotstand oder Tote in Krankenhäuser (in dem auch überall die Frauen ausgebeutet werden, weil schlecht bezahlt und schlecht behandelt… ).. Tja.. verkehrte Welt oder?

      2. Angesichts des weltweiten Leids und existentieller Probleme von Menschen kann ich über genannte „Probleme“ von den privilegierten Damen nur lachen.
        Das ist kein doofer Scherz, das ist mein purer Ernst!

    2. Du willst dass man sich um „gesellschaftliche Missstände kümmert“.. und sprichst den Frauen gleichzeitig ab, dass der Umgang mit ihnen und die allgegenwärtige Diskriminierung (Löhne, Renten, Berufstätigkeit….) sowie – obwohl im Gesetz stehend – fehlende „Gleichberechtigung“ aufgearbeitet gehört? Feiner Text! Nur eine Beschimpfung der Frauen in einer Gesellschaft, die „das Bordell Europas“ geworden ist. Das heißt: An jeder Ecke kann Mann eine junge Frau f*cken und das ist legitim… Was soll sich so ein Mann darum kümmern, was Frauen wollen, wenn er sie an jeder (mafiös arbeitenden) Ecke als Dreck für seine Sexualität benützen darf.. Ich bin ja neben den unfassbaren Belästigungs-Nachweisen, die man aktuell liest (Edle Herren beim Literaturnobelpreis, Professoren an der Münchner Musikhochschule – ekelerregend, Film- und Fernsehbranche, von Männern dominiert vor allem als „Entscheider“) total überrascht, finde es aber vollkommen richtig, dass so vieles plötzlich nach oben kommt, was Männer wie Frauen wissen aber geschehen lassen. Weinstein ohne seine gesamte angstbesetzte, ihn schützende Umgebung inkl. Anwaltshilfen bei den „Verhandlungen mit den Frauen“ und vieles mehr, haben aufgezeigt, wie die Systeme der Herren funktionieren, wenn Macht zu Hybris führt, man dürfe sich alles erlauben…. sich vor allem aber der Frauen bedienen wann immer man wolle und wenn es sein muss mit Zwang (=Verachtung von Frauen generell). Und dann muss man 2018 solches Zeug, teilweise von Frauen geäußert, lesen obwohl schon die wenigen öffentlichen Fälle zum Kotzen sind und andeuten, was da noch alles schläft… und sich wegduckt…. und hofft, der Kelche könne vorübergehen… Hoffentlich nicht!

      1. Reden wir mal über echte Ungerechtigkeiten. Nicht über eingebildete. Und erfundene. Und nicht über jene angeblichen Ungerechtigkeiten, wovon viele unendlich profitieren und dann heuchlerisch daherkommen, um noch mehr vom Kuchen abzubekommen. Die künstlich aufschreien, die gekonnt schauspielerisch jammern und sich echauffieren, das sind die, ausschließlich die, die nie genug bekommen können, es sind die Habgierigen, die es sich richten, es sind die privilegierten, die neben der vollen Schüssel vorgeben zu verhungern und die alle an der Nase rumführen. Die Prinzessinnen auf der Erbse, die über jede Leiche gehen und die es gewohnt sind alles zu bekommen was sie wünschen und die, wenn es ums Geld und Prestige geht zwar nix Sinnvolles leisten wollen u können, aber eine Entscheidung zu ihren Gunsten marktschreierisch einfordern.

        Und höre man doch endlich auf zu behaupten, den Frauen, die alle profitierten und gefördert wurden und nach wie vor werden hätten irgendein schlimmes Leid ertragen müssen. Da war nix, gar nichts. Alles nur Geschichten und manipulatives mitleidheischendes Getue, um sich wichtig zu machen.

        Frauen kokettieren ganz bewußt mit (ihrer) Sexualität, sexuellen Programmen, sexuellen Inhalten und sexuellem Gehabe, sie setzen es auch ganz bewußt ein um Erfolg zu haben, Frauen putzen sich raus, um zu gefallen, und viele glauben gut aussehen u ein bissl mit dem Arsch wackeln u auf gescheit tun, würde schon reichen, das ist alles durchschaubar, – ja, und sie sind es, die es in der Hand haben ein Leben zu zerstören. Eiskalt.

  7. Wie wohltuend ist e , zu lesen, dass es auch noch Profis gibt-
    und nicht nur aufgeregte, von Ideologie getriebene Hysteriker!
    Die noch dazu gerne alle hart errungenen Prinzipien des Rechst aushebeln wollen, wenn es in ihr Weltbild passt- und uns alle vor sich her treiben. Danke für das Interview.

    1. Prinzipien des Rechts… auf dem Papier vielleicht. Wie heißt das Sprichwort, das heute mehr denn je richtig ist: Vor dem Gesetz sind alle gleich… aber manche sind gleicher. Bei uns sind vieler gleicher… vor allem diejenigen die sich Staranwälte nehmen können… oder diejenigen, denen die Star- oder sonstige Anwälte vom Steuerzahler bezahlt werden (müssen). Gleichzeitig wird – als Beispiel – in einer ARD/ZDF-Studie gesagt, dort werden „Frauen massiv diskriminiert“ (im Bereich Filme/Serien)… und das interessiert niemanden… Da müssen doch Frauen selbst dafür sorgen, dass das aufhört… Weinstein & Co haben gezeigt, was da abgeht und dass man es kaum greifen kann. Wenn man heute mit WDR-Frauen redet, wussten viele auch bei dem hier besprochenen Fall „Bescheid“… Leider ist dieses vom Bürger bezahlte System für Frauen ein schreckliches System. Interessiert aber niemanden.. also müssen die Dinge so eskalieren, dass Skandale draus werden. Wer ist wohl daran schuld? Die Frauen? Oder „die Prinzipien des Rechts“… die schon vor dem „Skandal“ niemanden interessieren?

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