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Quartalsbilanz: Apple versöhnt Wall Street mit solider Bilanz – iPhone X landet Achtungserfolg

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Die Skepsis hatte in den vergangenen Monaten ihren Höhepunkt erreicht: Das iPhone X schien wie Blei in den Regalen zu liegen, Apples Hochpreiswette nicht aufzugehen. Nach Handelsschluss sorgte Apple-Chef Tim Cook nach monatelangen Spekulationen nun mit Vorlage der Geschäftszahlen für das zweite Fiskalquartal für Klarheit – und landete mit einem soliden Quartal für einen Befreiungsschlag. Apple konnte in den ersten 90 Tagen des Jahres wie erwartet 52 Millionen iPhones verkaufen. Tim Cook kündigte zudem neue Aktienrückkäufe in Höhe von 100 Milliarden Dollar an.

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Wohl selten hat es so niedrige  Erwartungen an Apple gegeben, wie im Vorfeld der Geschäftszahlen für das abgelaufene zweite Fiskalquartal des Jahres. Monatelang hatten Analysten die Verkaufsschätzungen für das neue gelaunchte iPhone X immer weiter nach unten korrigiert – und mit ihnen die Prognose für Apples Quartalsbilanz.

Entsprechend reichte Tim Cook nach Handelsschluss ein solides Zahlenwerk leicht über den Konsensschätzungen der Analysten, um die Wall Street, die die Apple-Aktie in den vergangenen Wochen schwer abgestraft hatte, wieder zum versöhnen.

Bestes März-Quartal aller Zeiten

Nach Umsätzen in Höhe von 52,9 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal konnte der wertvollste Konzern der Welt nunmehr 61,1 Milliarden Dollar erlösen –  ein Anstieg von 16 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Analystenschätzungen von 60,9 Milliarden Dollar wurden damit marginal übertroffen.

Gleichzeitig konnte Konzernchef Cook den mit Abstand größten Konzerngewinn im März-Quartal verkünden: Der Nettogewinn zog im abgelaufenen zweiten Quartal des neuen Fiskaljahres um 25 Prozent von 11 Milliarden Dollar auf 13,82 Milliarden Dollar  an.

Weil Apple aber seit Jahren exzessiv eigene Aktien zurückkauft, konnte der Gewinn je Aktie noch deutlicher – nämlich um 30 Prozent – gesteigert werden: das heißt von 2,10 Dollar auf 2,73 Dollar je Anteilsschein. Die Erwartungen der Wall Street, die bei 2,60 Dollar gelegen hatten, wurden damit ebenfalls knapp übertroffen.

Apple verkauft wieder etwas mehr iPhones als im Vorjahresquartal

Treiber der Geschäftsentwicklung war einmal mehr das mit Abstand wichtigste Produkt der Konzerngeschichte: das iPhone. Angetrieben vom Ende September gelaunchten iPhone 8 und dem im November gelaunchten iPhone X konnte der wertvollste Konzern der Welt 52,2 Millionen Geräte verkaufen – 2 Prozent mehr als das Vorjahresergebnis von 50,8 Millionen. Die Absätze lagen erneut im Rahmen der Wall Street Erwartungen, die von 51,9 Millionen abgesetzten Geräten ausgegangen war.

Weitaus spannender als die Gesamtverkäufe wurden von Analysten die Einzelabsätze des viel kritisierten iPhone X beurteilt, die Apple traditionell nicht ausweist. Konzernchef Tim Cook versuchte zumindest mit einem begleitenden Statement für Aufklärung zu sorgen: „Kunden haben das iPhone X in jeder Woche des März-Quartals gegenüber jedem anderen Modell  bevorzugt – genau wie im Vorquartal“, erklärte der Apple-Chef.

iPhone X-Erfolg relativ

Was nach einem Befreiungsschlag klingt, relativiert sich indes auf den zweiten Blick. Apples Smartphone-Flaggschiff iPhone X wurde erst am 3. November gelauncht – und damit zwei Monate später als das Vorgängermodell iPhone 8. Entsprechend dürften sich Käufe zumindest teilweise in das zweite Fiskalquartal verschoben haben.

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Auch die Aussage, dass das iPhone Apples bestverkauftes Smartphone im zweiten Fiskaljahr gewesen sei, relativiert sich entsprechend. Die Analysten der Citigroup prognostizierten zuletzt, dass Apple in den ersten 90 Tagen des Jahres 14 Millionen iPhone X abgesetzt habe.

Mit 14 von 52 Millionen verkauften Geräten käme das iPhone X auf einen Anteil von 27 Prozent in Apples Produktmix. Dass die an sich nicht berauschenden Verkäufe trotzdem zum besten Ergebnis gereicht haben könnten, liegt nicht zuletzt daran, dass die nächste neue Geräteklasse, das iPhone 8, bereits zwei Monate früher auf den Markt kam – und zwar in zwei verschiedenen Modellen: dem 4,7 Zoll großen iPhone 8 und dem 5,5 Zoll großen iPhone 8 Plus. Zusammengenommen dürften vom iPhone 8 in beiden Größen fraglos mehr Einheiten verkauft worden sein als vom iPhone X.

Servicesparte mit Ausrufezeichen

Weiter positiv entwickelte sich zudem die zweistellig wachsende Servicesparte iTunes, die dank steigender Abonnements von Apple Music, der iCloud und vor allem des App Stores die Erlöse um respektable 30 Prozent auf bereits 9,2 Milliarden Dollar steigern konnte.

Auch mit der zunächst viel gescholtenen Apple Watch konnte Apple deutlich steigende Absätze verzeichnen, ohne freilich exakte Zahlen zu nennen. Das Segment „Andere Produkte“, in dem Tim Cook die Apple Watch seit dem Debüt 2015 versteckt,  legte um 38 Prozent zu, was nach Einschätzung von Marktforscher Horace Dediu in etwa einem Absatzwachstum der Apple Watch – wie auch der Drahtlos-Kopfhörer AirPods – von 50 Prozent entsprechen dürfte.

Eher enttäuschend entwickelten sich dagegen zwei ältere Konzernsparten. Apple verkaufte im ersten Kalenderquartal, das bereits das zweite seines Fiskaljahres 2018 ist, 2 Prozent mehr iPads als im Vorjahreszeitraum (9,1 vs. 8,9 Millionen Einheiten), aber um 3 Prozent weniger Macs (4,1 vs. 4,2 Millionen Einheiten).

Neues Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 100 Milliarden Dollar

Konzernchef Cook äußerte sich zudem zur weiteren Verwendung der immer größeren Barbestände, über die Apple nach der Repatriierung seines Auslandskapitals nun effektiver verfügen kann. So kündigte der iKonzern die Ausweitung seines Aktienrückkaufprogramms um 100 Milliarden Dollar an. Die Dividende wurde zudem um 16 Prozent auf 73 Cent je Aktie angehoben.

Anleger reagierten erleichtert auf Apples neues Zahlenwerk und schickten die Apple-Aktie, die bereits im regulären Handel um 2 Prozent zugelegt hatte, nachbörslich um weitere 4 Prozent auf 175 Dollar nach oben.

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