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Cambridge Analytica-Whistleblowerin: Facebooks Datenskandal ist viel größer als bislang bekannt

Wird Facebook bald von einem anderen Player abgelöst?
Wird Facebook bald von einem anderen Player abgelöst?

Einen Monat hält Facebook der Datenskandal um Cambridge Analytica nun schon in Atem – doch ein Ende scheint noch immer nicht in Sicht. Neue erdrückende Erkenntnisse gestand gestern eine frühere Managerin von Cambridge Analytica in einer Anhörung vor dem britischen Parlament. So habe die dubiose Datenanalyse-Firma nicht nur durch die App 'This Is Your Digital Life', sondern auch durch Umfragen anderer Anbieter Nutzerdaten gesammelt. Weitaus mehr als die bislang bekannten 87 Millionen Nutzer seien betroffen.

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An der Wall Street stehen die Börsenampeln für Facebook wieder auf grün: Seit Mark Zuckerbergs zweitägiger Anhörung in der vergangenen Woche vor dem US-Senat steigt die Aktie des Social Media-Giganten wieder.

Doch der Datenskandal um Cambridge Analytica, der Facebook in die bislang schwerste Krise der Firmenhistorie stürzte, scheint noch lange nicht abgehakt. Neue Erkenntnisse, die Konzernchef Mark Zuckerberg gar nicht gefallen dürften, lieferte gestern Brittany Kaiser, eine frühere Managerin von Cambridge Analytica, bei ihrer Anhörung vor dem britischen Parlament.

Die frühere Business Development-Direktorin fungierte bei ihrer Anhörung als Whistleblowerin und erklärte vorab in einem schriftlichen Statement, dass der Datenskandal weitaus mehr als nur die bislang bekannten 87 Millionen Nutzer betrifft, deren Daten durch die Nutzung der App ‚This is your Digital Life‘ kompromittiert wurden.

„Kann als sicher gelten, dass die Anzahl der betroffenen Facebook-Nutzer viel größer als 87 Millionen ist“

So hätte Cambridge Analytica auch die Daten anderer Umfrage-Apps für seine Zwecke gesammelt und analysiert – darunter eine App namens „Sex Compass“.

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„Ich glaube, es kann als sicher gelten, dass die Anzahl der Facebook-Nutzer, deren Daten durch Praktiken wie von Aleksandr Kogan (der die App ‚This is your Digital Life‘ entwickelte) kompromittiert wurden, viel größer ist als 87 Millionen und Cambridge Analytica und noch andere, nicht miteinander verbundene Firmen und Kampagnen in diese Aktivitäten involviert waren“, erklärt Kaiser in ihrem Statement, das Business Insider vorliegt. Demnach könnte der bislang bekannte Datenskandal um Cambridge Analytica nur die Spitze des Eisbergs in der Datenaffäre sein.

Umfrage auf dem Tiefpunkt, Aktie setzt Erholung fort

Auch vor dem Bekanntwerden der neuen Vorwürfe scheint das Nutzervertrauen in Facebook erschüttert. Wie das US-Marktforschungsinstitut Ponemon in einer Umfrage ermittelt hat, die der Financial Times vorliegt, gaben lediglich 27 Prozent der Befragten an, dass sie Facebook vertrauen würden, Nutzerinformationen zu schützen – Ende 2017 waren es noch 79 Prozent.

Auch Mark Zuckerbergs Auftritt vor dem US-Senat in der vergangenen Woche führte zu keinem substanziellen Anstieg des Nutzervertrauens. Im Gegenteil: Der Wert brach gegenüber der Vorwoche sogar wieder ein.

An der Wall Street scheint der schwelende Datenskandal unterdessen schon fast vergessen: Auch gestern legte die Facebook-Aktie um weitere 2,3 Prozent zu und notiert damit auf dem höchsten Stand seit Beginn der Enthüllungen um Cambridge Analytica.

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