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Plötzlich ziemlich beste Feinde: Facebook-Chef Mark Zuckerberg und Apple-CEO Tim Cook gehen aufeinander los

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Eine neue Rivalität im Silicon Valley lodert auf: Apple vs. Facebook. Anlass des Zwists zwischen Tim Cook und Mark Zuckerberg ist die jüngste Datenaffäre des Social Networks. Cook kritisierte Zuckerberg in der vergangenen Woche mit den deutlichen Worten: "Ich wäre nicht in dieser Position". Heute schießt der Facebook-Chef in einem Interview beim Portal Vox zurück, Tim Cook mache es sich mit seinem Standpunkt zu leicht. Vielmehr klinge Cooks Argumentation "lächerlich".

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Der Ton wird schärfer. Dass Apple und Facebook nicht gerade beste Freunde sind, ist aus der Spätphase der Steve Jobs-Ära bekannt. 2010 stellte Apple das Musik-Netzwerk Ping vor, das eigentlich prädestiniert für eine Verbindung mit Facebook schien.

Doch daraus wurde nichts, weil sich Facebook und Apple nicht auf die Konditionen einer Partnerschaft einigen konnten. Steve Jobs nannte Facebooks Forderungen, bei denen es um die Weitergabe von Nutzerdaten gegangen sein dürfte, „ziemlich lästig“, wie sich re/code-Chefredakteurin Kara Swisher erinnert.

„Privatsphäre bedeutet, dass Nutzer wissen, für was sie sich anmelden – in einfachem Englisch und wiederholt“, holte Steve Jobs seinerzeit im Konferenz-Gespräch mit Swisher und Walt Mossberg gegen Facebook aus. Und mehr noch: „Wer nicht bezahlt, ist das Produkt.“

An diesem Credo hat sich bis heute nichts geändert: Apple steht in der immer größer werdenden Datenaffäre Facebooks eindeutig als der „Good Guy“ der Techbranche da, der seine Nutzerdaten im Gegensatz zu Facebook eben nicht weitergibt.

Entsprechend deutlich kommentierte Apple-Chef Tim Cook vergangene Woche Facebooks Datenskandal um Cambridge Analytica, bei dem die Datenanalyse-Firma die Daten von rund 50 Millionen Facebook-Benutzern ausspioniert hatte. Facebook hatte davon zwar bereits seit 2015 Kenntnis, reagierte jedoch nicht.

Tim Cook über Mark Zuckerberg: „Ich wäre nicht in der Position“

„Die Möglichkeit, dass jeder weiß, welche Seiten du jahrelang besucht hast, wer deine Kontakte sind, wer deren Kontakte sind, welche Dinge man mag oder nicht mag und jedes intime Detail deines Lebens kennt – das sollte meiner Meinung nach nicht existieren“, erklärte Cook auf dem China Development Forum in Peking.

Zwei Tage später legte der Apple-Chef mit einem echten Zinger noch einmal nach. In einem MSNBC-Interview erklärte Cook auf die Frage, was er denn tun würde, wenn er sich in der Position von Mark Zuckerberg befände, trocken: „Ich wäre nicht in dieser Position.“

So viel Kritik wie in den vergangenen zwei Wochen musste sich der Facebook-Chef in 14 Jahren nicht anhören – die harschen Worte von Tim Cook gingen Zuckerberg indes spürbar unter die Haut. In einem Interview mit dem Nachrichtenportal Vox schoss der 33-Jährige heute zurück.  Cook mache es sich mit seinem Standpunkt „extrem leicht“, seine Äußerungen würden „überhaupt nicht der Wahrheit entsprechen“, konterte  Zuckerberg aus.

Dass beim 33-Jährigen die Nerven vollkommen blank liegen, machte dann der schwache Versuch deutlich, den Spieß einfach rhetorisch umzudrehen. Zuckerberg versuchte –  vollkommen losgelöst von der Datenaffäre – Apple als Unternehmen zu brandmarken, das überteuerte Produkte anbiete, während Facebook seine Dienste kostenlos bereitstellt.

Das heiße keinesfalls, dass Facebook seine Nutzer egal seien. „Im Gegenteil: Ich finde, es wichtig, dass wir nicht alle dem Stockholm Syndrom anheimfallen und uns von Unternehmen, die hart arbeiten, um dem Kunden mehr zu berechnen, überzeugen lassen, dass sie sich mehr um den Kunden kümmern würden. Denn das klingt lächerlich für mich“, attackierte Zuckerberg Cook frontal.

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Das „Stockholm Syndrom“ bezeichnet bekanntermaßen ein psychologisches Phänomen, bei dem sich ein Opfer mit dem Täter identifiziert und mit ihm kooperiert. Zuckerbergs Vorwurf an Apple-CEO Tim Cook, vor allem aber an den wertvollsten Konzern weltweit – und damit am Ende an seine über eine Milliarde Kunden – sind ziemlich starker Tobak.

Es sind die Worte eines vollkommen in die Enge Getriebenen, der wild um sich schlägt, weil er um sein Imperium fürchten muss. Entsprechend vernichtend fällt das Echo auf Twitter aus:

Wie wenig Zuckerbergs Argumentation zudem in der Realität standhält, ordnete unterdessen Bloomberg-Reporterin Shira Ovide ein, die vorrechnet, dass Facebook Profitmarge tatsächlich deutlich höher ist als Apples.

Zuckerberg räumte im Vox-Interview selbst ein, dass es „einige Jahre“ dauern dürfte, bis Facebook den Datenskandal komplett aufgearbeitet und überwunden habe. „Wir graben uns aus diesem Loch“, bekräftigte der Facebook-Chef. Die Wall Street ist offenkundig anderer Meinung und ließ die Facebook-Aktie nach einem Erholungsversuch Ende vergangener Woche heute schon wieder um 3 Prozent fallen.

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