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Burda-CEO Kallen: „Facebook ist ein Medienunternehmen und für Inhalte verantwortlich“

Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen
Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen

Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hat Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen mit Bezug auf die Macht der US-amerikanischen Tech-Konzernen einen "regulatorischen Eingriff" gefordert. Auch die Forderungen von ARD und ZDF nach einer Rundfunkbeitragserhöhung sind dem Burda-Chef ein Dorn im Auge.

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Dass der Chef eines deutschen Zeitschriftenverlags gegen eine Ausweitung des öffentlichen Rundfunks ist, kommt freilich nicht überraschend. Kallen ist hier exakt auf einer Linie mit dem Verband Deutscher Zeitschriften Verleger (VDZ) und dem Zeitungsverband BDZV. Burda ist zudem auch an diversen privaten Rundfunkstationen beteiligt und steht auch dort in direktem Wettbewerb mit Sendern der ARD. Die Forderungen nach einem „Teuerungsausgleich“, also einer moderaten Beitragserhöhung, von ARD und ZDF sieht er dementsprechend kritisch. Der Gebührenbogen sei bereits „sehr weit gespannt“, sagte er der FAZ (Paid Content). Und: „ARD und ZDF haben die Verantwortung, sich selbst zu disziplinieren: Weniger Fernseh- und Radiosender, keine weitere Ausbreitung im Internet. Sonst erleben wir bei den Zeitungen eine Konzentrationswelle, die die Vielfalt unserer Medienlandschaft bedroht.“

Mit Bezug auf die Macht der US-Tech-Konzerne Facebook und Google (also Alphabet) sieht Kallen die Regulierung am Zuge. Ins gleiche Horn stieß bereits Bertelsmann-CEO Thomas Rabe bei der Präsentation der Bilanzzahlen 2017. Kallen in der FAZ: „Ich habe es immer wieder gesagt: Facebook ist ein Medienunternehmen und damit verantwortlich für die Inhalte und die Daten. Wenn Mark Zuckerberg das von sich weist, ist das absolut lächerlich.“

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Dass Facebook vorgebe, in der Nachrichtenauswahl neutral zu sein, diene laut Kallen dazu, von der Politik nicht als Medienunternehmen eingestuft und entsprechend reguliert zu werden. Aber: „Das kommt nicht durch den Markt wieder in Ordnung, zumal die großen Internetkonzerne nicht aktionärsdemokratisch geführt werden, sondern Kriegskassen vorhalten, um den Wettbewerb zu behindern.“

Die neu geplante Europäische Datenschutzgrundverordnung hält er freilich für ungeeignet, Konzerne wie Facebook zu regulieren, da Facebook nicht nur auf der eigenen Seite Daten sammle, sondern über eingebundene Like- und Share-Buttons auch auf zahlreichen anderen Websites. Kallen fände es richtig, wenn alle Unternehmen, die persönliche Daten sammeln, diese nach 90 Tagen wieder löschen müssten – ähnlich wie bei der anlasslosen Vorratsdatenspeicherung der Deutschen Telekom.

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